Reden

Verfasst und gehalten im Januar 2014

Die Verteidigung meiner geliebten Videospiele

Ich stehe heute hier und möchte Ihnen, sehr geehrte Lehrer und Lehrerinnen und euch, Schüler und Schülerinnen, ein Thema nahebringen, das mich persönlich seit langer Zeit beschäftigt.

Ich selbst würde mich als eine sogenannte „Gamerin“ bezeichnen und als ich vor einigen Jahren durch Zufall festgestellt hab, dass mich nicht nur lesen und Sport glücklich macht, sondern auch die Zeit vor dem Fernseher, mit dem Controller in der Hand, war ich selbst überrascht.

Ja, erkannt. Ich bin wohl ein schlechtes Beispiel für den Stereotyp „Gamer“, den die Gesellschaft glaubt zu kennen. Denn, wie wir alle aus den Medien wissen, Gamer sind dumm, asozial und süchtig, leben in einer anderen Welt, verschwenden bloß ihre Zeit und sind kurz davor, Amok zu laufen. Und all das wegen der bösen, bösen Videospiele!

Meine älteren Verwandten waren über mein Hobby nicht sehr erfreut und machten mir Vorwürfe, warum ich mir denn mit so etwas meine Zeit vertreibe. Pia, diese Videospiele machen einen doch zu potentiellen Amokläufer! Du, als Mädchen, magst so etwas? Wie konnte es nur soweit kommen, Pia?

Warum denken die Leute so über Videospiele?

Warum werden sie in den Medien verunglimpft und negativ dargestellt?

Sie werden Killerspiele genannt. Sie sind Schuld an der Verdummung und der Gewalt in der Gesellschaft. Videospiele lassen moralische Werte und das Denken verkommen.

Und wenn ihr auch so denkt, kann ich euch nicht mal wirklich böse sein, denn ihr bekommt es ja nicht anders vorgekaut: uninformierte, selbsternannte Experten, die kein Interesse am Medium selbst hegen, berichten im Fernsehen, dass Spiele, in denen Gewalt verherrlicht wird, auch automatisch zu gewalttätigen Angriffen führen würden.

Doch bevor ich erläutern will, warum dies nicht wahr ist, möchte ich den Begriff „Videospiel“ etwas genauer definieren. In einem Videospiel wird man interaktiv in eine andere Welt versetzt. Man hat eine Ziel, eine Aufgabe, die man erfüllen muss, natürlich mit den dazugehörigen Regeln. Im Laufe des Spiels, werden einem immer wieder Hindernisse gestellt, die, je nach Art des Videospiels, sich unterscheiden können. Bei einem Abenteuerspiel könnte das Retten einer Prinzessin das Hindernis sein, in einem Actionspiel muss man dann einen Gegner ausschalten, um das Hindernis zu überwinden. Strategiespiele, Simulationen, Partyspiele, Jump’n’Run: Sie alle haben diese Hindernisse und ihr Ziel.

Da das jetzt geklärt ist, kann ich mich ja den brillanten Argumenten der Experten wieder widmen. Mit „gewalttätigen Angriffen“, die Videospiele angeblich verursachen, sind Amokläufe gemeint. Der Täter eines Amoklaufes ist einerseits voller Erlebenssehnsucht geprägt und will sich entfalten, jedoch ist sein Leben durch ein Problem, das er nicht lösen kann, eingeengt. Somit gelangt er in eine Ratlosigkeit. Wenn es soweit kommt, dass ihm nicht einmal Familie und Freunde helfen können, entsteht eine Spannung und er dreht durch. Die Aggression, die er am Ende empfindet und der Amoklauf, sind bewusst und sollen diese Spannungen lösen. Und das eigene Leben erlösen.

Die Aggressivität und die Gewalt, das Aggressionspotential, die dabei frei gelassen werden, waren vorher schon da, das stimmt. Aber sie entstehen nicht durch das Videospiel, sie ist bei jedem Menschen individuell und unterschiedlich stark vorhanden. Es ist ein angeborener Trieb, der auf Reize ansprechen kann, doch ihren Einfluss kann man nicht voraussagen, da dieser bei jedem Menschen anders ist.

Die Medien aber wollen sich nach einem tragischen Vorfall, wie einem Amoklauf, nicht mir der persönlichen Geschichte des Amokläufers befassen, seiner Familiensituation oder den altersspezifischen Problemen.

Nein, im Gegenteil, sie beeindrucken einen mit Studien, die besagen, dass 40% aller Amokläufer „Killerspiele“ spielten. Aber, und ihr werdet es nicht glauben, ich habe noch eine erschreckendere Tatsache für euch: 100% aller Amokläufer haben Brot gegessen!

Sollten wir dann nicht auch das Brot verbieten?

Man sucht bloß eine einfache Erklärung, die die Fehler, die eigentlich in der Gesellschaft selbst liegen, vertuscht. Denn würde die Gesellschaft jedem Menschen individuelle Akzeptanz schenken, sie psychisch auffangen und wertvoll behandeln, würde es möglicherweise nicht zu solchen Taten kommen. Doch, wieso so etwas zugeben? Sagen wir doch einfach, dass die Videospiele daran schuld sind!

Ich gebe zu, diverse Spiele, die ich selbst nicht spiele, sind tatsächlich gewaltvoller. Meine persönliche Meinung zu diesem Aspekt: Die Dummheit der Konsumenten vorauszusetzen zeugt nur von eigener Dummheit. Oft geht es nicht darum, die gezeigte Gewalt zu mögen, sondern sich mit ihr auseinanderzusetzen. Egal ob in Film, Buch oder Videospiel.

Ein weiteres Argument der „Experten“: Videospiele verhindern den persönlichen Kontakt zu Menschen. Ein Beispiel: Jonathan, 17, sitzt den ganzen Tag alleine in seinem Zimmer und spielt Call of Duty. Abends gibt es einen Streit zuhause und Jonathan reagiert sehr aggressiv – wer ist schuld? Natürlich das Videospiel! Wenn aber dieselbe Person, dieselbe Situation vorhanden ist, also Jonathan den ganzen Tag alleine in seinem Zimmer sitzt und ein Buch liest und dann aggressiv bei einem Streit wird, wird der Fehler nicht beim Buch gesucht.

Diese ganzen Angstmachargumente sind nichts als Vorurteile, weil man sich einfach nicht genauer mit der Materie beschäftigen will. Alles über einen Kamm scheren, so lautet das Motto. Mittlerweile wissen wir ja alle, dass Ballettunterricht nicht schwul macht und man durch Masturbieren nicht blind wird. Wenn man also offen für neue Standpunkte ist und sich über diese unbrauchbaren Argumente hinwegsetzt, erkennt man, dass Videospiele mehr sind, als sie zu sein scheinen.

Sie verändern die Denkweise einer ganzen Generation und definieren Werte auf einer neuen, ästhetischen Ebene. Ihr Design und die Interaktivität, die einem Situationen anders durchleben lassen, ist einzigartig. Videospiele integrieren Elemente aus Literatur, Theater und Film auf eine neue Art und Weise. Künstler, Drehbuchschreiber, Musiker und Programmierer arbeiten gemeinsam an einem Werk, das einen Anspruch an strategischem Denken bietet. Als Videospieler hat man Einfluss auf die Geschichte, man kann kreieren. Videospiele sind Kunst und haben das Recht auf Akzeptanz.

Und jetzt spreche ich zwar nur für mich selbst, aber ich kann sagen, dass ein „lächerliches Videospiel“ mein Leben verändert hat: Final Fantasy X.

Niemals wieder werde ich eine bessere Geschichte hören. Niemals wieder werde ich eine bessere Geschichte hören. Niemals wieder werde ich am Ende einer Geschichte so sehr überwältigt sein. Ich wäre heute nicht die Person, die vor euch steht, wenn ich damals nicht durch Zufall dieses Videospiel entdeckt hätte. Einerseits bin ich froh, das Spiel in- und auswendig zu kennen, andererseits würde ich alles dafür tun, nur um es wieder ein erstes Mal zu spielen. Das erste Mal diese außergewöhnliche Geschichte und ihre Schönheit und Tiefe zu begreifen.

Aber wenn ich so etwas zu meinen Verwandten sage, behaupte, dass Videospiele eine Bereicherung sind, werde ich als unwissend und süchtig bezeichnet. Mich persönlich erinnert der Standpunkt dieser Leue an Sokrates Meinung gegenüber der Schrift. Vor 2000 Jahren behauptete er, dass das Denken durch Schreiben und Lesen geschwächt werden würde.

Und wie sieht es heutzutage aus? Man lernt schon im frühesten Alter, einen Stift in der Hand zu halten und macht erste Anfänge zu schreiben. Ich frage mich, wie man in 2000 Jahren über Videospiele denkt.

Ob man endlich aufgehört hat, sich an Lügen festzuhalten? Ob man es endlich begonnen hat, sich für Neues zu öffnen?

Aber wieso 2000 Jahre warten, wenn ihr schon heute etwas ändern könnt? Jeder von uns ist auf seine Art und Weise ein Gamer, jeder von euch kann ein Videospiel finden, das er achtet und schätzt, dessen bin ich mir sicher.

Die letzte Frage, die ich euch heute stehen will, ist, wann ihr diesen entscheidenden Schritt in die Zukunft mit mir gemeinsam gehen wollt.

Vielen herzlichen Dank.

 

Verfasst und gehalten im Januar 2015

Think, Believe, Dream and Dare

„Think, Believe, Dream and Dare“. Dieses Zitat stammt aus dem Disneyfilm Cinderella und ich möchte mich im Folgenden genauer damit beschäftigen, da ich besonders in letzter Zeit bemerkt habe, wie wichtig es ist, zu denken, zu glauben, zu träumen und den Mut zu besitzen, sich selbst und seine Träume zu verwirklichen.

Ich bin mir sicher, dass jeder von Ihnen die Geschichte von Cinderella kennen wird, aber fassen wir sie noch einmal kurz zusammen: das liebenswürdige Mädchen Cinderella hat sicherlich kein einfaches Leben, da sie, seit dem Tod ihres Vaters, ihrer Stiefmutter und deren boshaften Töchtern als Magd dienen muss. Ihr größter Traum aber wäre es, wenn sie mit zu dem Ball des Prinzen gehen dürfte.

Aber was hat Cinderella genau gedacht? Ihr Vater hat sie scheinbar körperlich verlassen, aber es war, als wäre er niemals ganz weg. Sie ging immer noch zu dem Brunnen und erinnerte sich an ihn. Sie ließ es auch nicht zu, dass sie sich minderwertig gegenüber den Stiefschwestern fühlte, obwohl ihr niemand gesagt hat, dass sie wundervoll wäre. Sie sind es gewohnt, von Zeit zu Zeit Komplimente zu bekommen, aber Cinderella hat so etwas sicherlich seit Jahren nicht gehört. Aber wie kann es dann sein, dass sie sich nicht selbst fertig gemacht hat? Ich denke, dass Minderwertigkeit niemals ausgelöst wird ohne Ihr persönliche Einverständnis. Bei der Frage „Kann ich es“, werden auch immer Sie Recht haben. Also verhalten Sie sich bitte nicht so, als könnten Sie Ihr Leben nicht beeinflussen und dass die Dinge einfach so geschehen. Sie sind jemand der jeden Tag aufs Neue eine Wahl trifft. Sie entscheiden sich ,wie sich ihre ganz persönliche Geschichte tagtäglich um ein weiteres Kapitel mehrt.

Cinderella hat auch an sich selbst geglaubt und mit viel Durchhaltevermögen auch daran, dass sich ihre Situation eines Tages ändern würde. Was man von ihrer Geschichte lernen kann, ist das nichts ewig andauert, besonders nicht das Leid. Sie stand felsenfest für das ein, woran sie glaubte, auch, wenn es für andere lächerlich erschien. Und ich selbst weiß auch, dass es schwer ist, an sich selbst zu glauben, oftmals sieht man nur die Fehler und das persönliche Versagen. Aber bitte begehen Sie niemals den Fehler und geben von Anfang an auf, ohne sich den Komplikationen zu stellen. Denn es gibt viel mehr Leute, die freiwillig aufgeben, als solche, die scheitern.

Cinderella träumte, so wie Sie, jede Nacht. Sie träumte von einem Leben, das sie gerne hätte, einem Prinzen, den sie gerne ihren Ehemann nennen wollen würde. Was sind denn Ihre Träume? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? Was wollen Sie in Ihrem Leben erreichen? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich will am Ende meines Lebens behaupten können, dass ich zu jedem Zeitpunkt meines Lebens, das getan habe, was mir richtig erschien. Ich will davon träumen, dass ich nichts bereue, weil ich mein Bestes getan habe und mir selbst treu war. Aber vor allem will ich mich niemals für andere Leute verbiegen, da es schließlich nur eine Person gibt, der ich am Ende des Tages in die Augen sehen muss: mir selbst. Cinderella träumte von einem anderem, glücklicheren Leben und genau diese Träume waren ihr größter Trost in den schweren Zeiten, die sie durchlebte, denn niemand konnte ihr jemals verbieten zu träumen!

Schließlich hat sich Cinderella auch getraut, ihre Stiefmutter zu fragen, ob sie denn mit zu dem Ball gehen könnte. Diese lockte sie in einen Hinterhalt und meinte, sie dürfe mitgehen, wenn sie die ganze Arbeit erledigt hätte – aber auch dieses gewaltige Problem hat Cinderella mithilfe ihrer Freunde lösen können. Doch leider zerreißen die bösen Stiefschwestern schließlich ihr Kleid und sie bleibt alleine zurück, als die Damen zu dem Schloss des Prinzen fahren.

Cinderella hätte dann aufgeben können, aber wissen Sie, die meisten der größten Errungenschaften wurden erreicht durch Menschen, die nicht aufgaben, als es scheinbar hoffnungslos war. Cinderella stellte sich ihrem Schicksal und anstatt Angst vor der Zukunft und dem Weg zu haben, auf dem ihre Träume vielleicht nicht verwirklicht werden würden, hat sie sich in diesem Moment dafür entschieden, dass es nicht so kommen würde. Und genau dieser Moment veränderte ihr ganzes Lebens, denn sie blieb sich selbst und ihren Träumen treu und hat nicht einfach nachgegeben, nur weil dieser eine Augenblick eine Herausforderung war.

Manchmal geben Sie vielleicht ihre Bestes, aber die Dinge entwickeln sich nicht so, wie Sie es gerne hätten. Manchmal müssen sich Dinge verändern und manchmal passieren auch schlechte Dinge: die Leute, die uns geschworen haben, immer für uns da zu sein, verlassen Sie. Sie müssen Abschied von geliebten Menschen nehmen und es gibt Tage, da fühlt sich einfach nichts richtig an. Sie haben Angst, verletzt zu werden und wenn Sie einsam leben und niemandem vertrauen, kann man Sie wenigstens nicht verletzten, oder? Doch in so viel Angst vor Schmerz zu leben, ist nicht richtig, Sie vergessen dabei, dass gewisser Schmerz gefühlt werden muss, da Sie sich sonst niemals weiterentwickeln würden.

Probleme in Ihrem Leben müssen schwer sein, denn sie können Ihnen auch das Geschenk geben, an ihnen zu wachsen. Sie lernen dazu und in den Momenten des Schmerzes, in den Momenten des Scheiterns, haben Sie die Wahl. Sie können nachgeben oder sogar aufgeben, wenn Sie das wollen, aber Sie können auch, so wie Cinderella, keine Angst vor dem Ausgang dieses schweren Moments haben und sich selbst vertrauen.

Wenn Sie das nächstes Mal in eine Situation kommen, von der Sie behaupten, dass es die Hölle ist und Sie nicht wissen, was Sie tun sollen, erinnern Sie sich bitte an die Worte, die auch von Disney geschaffen wurden: Sie sind mutiger, als Sie glauben, stärker, als Sie erscheinen und klüger, als Sie denken. Sie werden das schaffen. Denn warum sonst würden Sie heute noch da sitzen, wenn das Problem, das sie mittlerweile gemeistert haben, so schwer war?

Und das Allerwichtigste ist, dass Sie nicht auf Wunder warten. Oft sind wir auf dem richtigen Weg, sitzen aber nur rum und tun nichts, um vorranzukommen. Die Gute Fee von Cinderella weiß, dass Wunder ihre Zeit brauchen. Es ist schön, wenn sie von selbst passieren, aber manchmal muss man sich seine eigenen Wunder schaffen. Cinderella hat an ihre Träume geglaubt, jeden einzelnen Tag, auch wenn ihre Situation aussichtslos schien. Aber sie hat auch daran geglaubt, diese Träume zu verwirklichen und etwas dafür zu tun. Sie ist nicht tatenlos rumgesessen und hat aufgegeben, als Prinz Charming nicht von selbst zu ihr gekommen ist, nein, dass ist eben sie zum Palast gegangen.

Also, denken Sie über sich selbst nach und bleiben sich treu, egal was kommt. Glauben Sie an sich selbst, denn bisher haben Sie jede Komplikation gemeistert, sonst würden Sie, wie bereits erwähnt, heute nicht hier sitzen. Vertrauen Sie in ihre Zukunft, so ungewiss und furchteinflößend sie auch scheinen mag. Das ist alles, was sie brauchen, um ein glückliches Leben zu führen – vielleicht auch ein kleines „Bibbidi-bobbidi-boo!“!

Vielen herzlichen Dank.

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