Gedichte

Sie stellen dumme Fragen

Blödsinn sie sagen,
Tag ein Tag aus.
Sie stellen Fragen,
blicken alle in mein Haus.
wieso ich aufstehe,
wieso ich Mühe,
wieso ich gehe,
wieso ich fühle.

Worte geben keine Antwort,
auf mir lastet ein Fluch.
Meine Augen blicken fort.
Meinem Herzen auf der Such‘.
Es ist weit weg, wartet hin und her,
gefunden zu werden so sehr.

 

Wieso ich Japan liebe

Die Sprache, die Schrift, die Kultur,
die Musik, die Filme, die Architektur,
die Ruhe, die Höflichkeit,
die aufmerksame Beisammenheit.

Die Menschen, das Wetter, das Essen,
sie alle lassen meine Sorgen vergessen.

Wieso mein Ich Japan liebt,
mein Herz ständig Melodien spielt,
war lange mir unklar,
dann angeblich verstehen, wenn ich endlich hinfahr‘.

Aber Enttäuschung, als die Leidenschaft sich dort nur mehrt.
Auch, als mein Zug fährt,
Zuhause und zurück,
und 10.000 Kilometer entfernt ist mein Glück.

Die Gründe, Japan zu lieben, sie lassen nicht nach.
So und nicht anders mein Herz zu mir sprach.
Nach dem Schließen der Augen kaum,
erwacht mein taffer, hoffnungsvoller Traum.

 

Da, wo er ist

Sie sehen es und fragen mich,
„Was ist denn das da um dich?“
„Jemand ist in mein Leben getreten“, antworte ich.
Da wundern sie sich.

Sehen sie ihn nicht? Er ist in meinen Texten.
Hören sie ihn nicht? Er ist in meinem Summen.
Sehen sie ihn nicht? Er ist in meinen Bildern.
Spüren sie ihn nicht? Er geht mit mir jeden Schritt.

Aber bald werden sie ihn erkennen,
und ich werde nicht mehr wegrennen.
Denn schon lange bin ich nicht mehr allein,
er ist nun mein Sein.

 

Liebesbriefe

Diese dunkle Schönheit da drüben,
die lad ich gern zum Essen ein.

Momentan trinkt er noch ein Gläschen Wein,
und das allein.
Ich traue mich und wer weiß,
vielleicht ist er dann tatsächlich bald mein.

Sehen tut er mich noch nicht,
aber bald wird ihm alles klar.
Mit meinen sanften Blicken schicke ich,
Liebesbriefe an die Bar.

 

Nach einem Jahr

„Und wenn du mal nicht weiterweißt, ruf mich!
Und wenn du mal einsam bist, ruf mich!“,
sagte er, als er mich verließ.

Die Sterne vergießen meine Tränen,
als sie den endlosen Schmerz sehen.

Vertrauen und belasten,
lachen und entkraften,
nach und nach,
weniger und mehr.

Ein Jahr vergangen wie im Blütenwind,
ich werde alles nun,
außer wieder ein Kind.

 

Für Zoe

Die Distanz tausender Kilometer,
es fehlen Mütter und Väter.
Einsam und doch nicht allein,
möchte man unabhängig und erwachsen sein.
Der Berührung Abwesenheit,
trotzt stark gegen die Heiterkeit.
Das Rauschen des Meeres,
hat ab und an auch etwas Schweres.
Doch die Liebe der Familie überwindet stets die weite Reise,
und sie warten bereits auf dem Bahngleise.

 

Der Kampf

Ständig, wiederkehrend, egal was man tut,
jedes Mal, immerzu, inmitten nur die Wut.
Die entbrannte Feindschaft,
die tagtäglich und andauernd im Inneren sich rafft.
Hilflos ergebe ich mich,
dieses Aufstehen am Morgen ist schon schwierig an sich.

 

130 km/h

130 km/h hier und jetzt,
und welche Sprünge mein Herz nun setzt.
Denn falls ich loslasse,
zack – lande ich auf dieser Straße.

Yamaha MT07,
auf der Strecke immer schneller und schneller nach vorne getrieben.
Des Fahrers heißgeliebtes Gefährt,
ein wenig von meiner Angst beschwert.

Doch trotz der Gefahr und des Höllendonners,
einfach der perfekte Abschluss eines Sommers.

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