Zynischer Qualm

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Jojo wechselt von U-Bahn in Bus und wird von der Sonne mal wieder niedergedrückt. Das ist die Zeit des Jahres, in dem jeder Moment in der glühenden Stadt dem Besuch einer Wüste gleicht.

„Logisch, jetzt ist natürlich gutes Wetter“, murmelt Jojo, als sie auf das Büro zugeht. Gute Laune hat sie nicht, aber vielleicht gehört das auch dazu, wenn man vom Urlaub wieder in den Alltagstrott zurückkehrt. Besonders der erste Tag war schlimm.

Angekommen in der Arbeit wird sie von ihrer Kollegin angestrahlt, die wirklich immer allem etwas Positives abgewinnen kann. „Es ist so toll, dass du wieder da bist!“, sagt Mia, mittlerweile zum dritten Mal diese Woche. Jojo geht davon aus, dass sie das wohl allen in der Firma sagt. Zu dieser Zeit des Jahres ist stets ein Drittel der Belegschaft außer Haus und es hängt von den kleinen Zahnradmitarbeitern ab, ob sich über den Sommer hinweg etwas tut oder nicht. Ab zum Rechner, Emails der Kundschaft lesen und abwarten bis 10 Uhr, die erste Raucherpause.

„Urlaub vom Urlaub wäre ja auch toll“, sagt Frieda während sie versucht, den Qualm in eine andere Richtung zu blasen, allerdings vergeblich. Jojo atmet den Gestank ein und sagt zynisch: „Als unterste Sklaven für uns allerdings keine Option!“

So alltäglich und trivial die Gespräche mit den anderen sind, ist Jojo auch froh, wieder im Trott zu stecken. Sie denkt weniger an das, was sich in ihrem Kopf abspielt, vor allem nachts. Mit den Gedanken wird sie sich anfreunden müssen, anders geht es nicht weiter.

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