Wenig

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Jeskos Werte sind zu niedrig.

„Also, da muss man sich fast wundern, wie sie überhaupt noch stehen können!“, witzelt der Arzt. Wenigstens findet es einer amüsant. Nachdem er einige Broschüren in die Hand gedrückt bekommen und einen dritten Folgetermin ausgemacht hat, tritt Jesko unschlüssig auf die Straße.

Wenn man so durch die Gegend blickt, könnte Jesko fast die Diagnose vergessen, die er gerade erhalten hat.

Und wie geht es weiter?

Sein Magen knurrt und er macht halt bei der nächsten Imbissbude.

„Jetzt ist es schon egal, was ich esse“, denkt er und bestellt sich Würstel, Pommes und ein Langos.

„Na, Sie haben wohl was zu feiern!“, lacht der Verkäufer.

„Meine Henkersmahlzeit…“, antwortet Jesko.

Der Verkäufer prustet.

Dampfend heiß landet das Essen vor ihm, zielstrebig greift er zu allen Soßen, die es gibt.

Ab jetzt wird sich wohl alles ändern. Sobald er zuhause ist, weiß sie es und dann wird alles umgekrempelt. Schluss mit Fleisch zum Abendessen, vorbei sind die Abende in der Bar und seine Zigarettenpackung wird wohl auch verschwinden. Dem eigenen Leben ausgeliefert, das ist Jesko jetzt schlussendlich doch passiert.

Nachdem sein 3-Gänge-Menü verschwunden ist, bleibt nur mehr eins zu tun. Mit seinen fettigen Fingern sucht er in der Hosentasche nach der Erlösung: Einmal noch rauchen.

Aus einer Zigarette bei der Imbissbude wird eine zweite bei der Busstation und schließlich eine dritte vor dem Wohnhaus. Vor der Wohnungstür im dritten Stock, Apartment 3030, kann er keine mehr rauchen. Ein tiefer Atemzug und er öffnet das Tor zur Hölle.

„Na, was ist denn jetzt rausgekommen?“, fragt sie.

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