Station 4: Büro

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Erleichtert, endlich aus dem Bus aussteigen zu können, beschleunigt Mia ihren Schritt. Ein bisschen knapp dran ist sie, aber es wird sich noch ausgehen. Über einige Fußtreppen und Kurzen hinweg stolziert sie geradewegs auf das Bürogebäude zu. Nicht nur ihre Firma hat dort ihren Sitz, allerdings hat sie das Privileg, im Dachgeschoss zu sein. Die Rolltreppen zu ihrem Büro hinauf wirken eindrucksvoll, so wie jeden Tag. Hochglanzpolierte Glasfronten, in denen man sich nur zu genau selbst betrachten kann.

Mia kann sich noch genau daran erinnern, als sie in den Räumen im Erdgeschoss für das Vorstellungsgespräch zu Gast war. Ganz groß und professionell hat alles auf sie gewirkt. Mia ist sich fehl am Platz vorgekommen, hat ihre Sandalen angesehen und mit den sauberen, glänzenden Sneakern ihrer Vorgesetzten verglichen. Seitdem trägt sie geschlossene Schuhe, ganz gleich die Temperaturen.

Einige Minuten trennen sie noch von ihrem Arbeitstag und Mia beschließt, diese mit dem „letzten“ Song zu füllen. Der letzte Song, den sie in ihrer Freizeit hört und der sie, so denkt Mia, nachreichend beeinflussen wird. Je besser das Lied, desto besser der Arbeitstag. Sie scrollt durch ihre Playlist und bleibt meistens bei Liedern aus ihrer Jugend hängen. Gerade diese Lieder erfüllen sie mit Freude, weil sie sich daran erinnert, wann und mit wem sie diese Songs das erste Mal gehört hat.

So toll das Lied ist, Mia schafft es nicht, dem Lied eine neue Erinnerung zu geben. Egal, wann sie es hört, es wird sie immer an die Zeit in der Vergangenheit erinnern und in der Gegenwart beeinflussen. Aber die Zukunft nicht. Vielleicht haben nur neue Lieder diese Macht.

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