Station 2: U-Bahn

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Schwül ist es, als Mia in die vollgestopfte U-Bahn hüpft. Leichter Dampf beschlägt sich auf den Scheiben, man kann kaum noch die vorbeiziehenden Häuser kaum noch erkennen.

„Zeit, die Jacke auszuziehen“, murmelt Mia vor sich hin. Sie zwängt sich aus ihrer schwarzen Lederjacke. Nun tropft Wasser von Regenschirm und Jacke auf den Boden und ihre Sneakers.

Die meisten anderen Leute in der U-Bahn starren in ihr Handy, einige gratis Tageszeitungen sind auch mit dabei. Bücher sieht man nur selten. Echte Bücherwürmer wollen nicht, dass ihre Bücher dreckig werden und lassen sie vor allem bei so einem Wetter lieber daheim.

Auch Mia ist lieber mit Musik unterwegs, als mit Buch. Gerade dröhnt wieder ein Lied der Vergangenheit und Motivation aus ihren Kopfhörern.

Wie warmer Sonnenschein fühlt sich der Beat an, als Mia weiter aus dem benebelten Fenster starrt. Nur durch die Umrisse und Farben weiß sie, wo sie ist. Graue Bürogebäude, große rote Kirche, heruntergekommene, blaue Wohnhäuser. Alles rauscht an ihr vorbei und als sie endlich an ihrem Lieblingsstrecke ankommt, bemerkt Mia, dass der Regen in diesem Teil der Stadt schon gänzlich verschwunden ist.

Mia schreibt ihrer Freundin: „Hey du, endlich mal wieder passenderes Wetter für Mai! Willst du dich mal wieder treffen?“

Auf die Antwort muss sie wahrscheinlich noch tagelang warten, aber einen Versuch ist es ja wert. Nicht immer ist es leicht, besonders nicht mehr so wie früher, aber man muss ja positiv bleiben.

„Nächster Halt, next stop: Brunningen.“

Dieser Satz reißt Mia wieder ins Hier und Jetzt. Auch einige der anderen Leuten machen sich bereit für den Absprung.

Station 3 wartet schon auf Mia…

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