Autofenster-Ästhetik

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Arti sieht aus dem Fenster, doch leider bietet die Autobahn nicht so viel Ausblick. Neben Betonwänden als Lärmschutz, anderen Autos und der gelegentlichen Bergspitze kann man nicht wirklich von Ästhetik sprechen. Das ändert auch nicht die Musik, die Arti über seine Kopfhörer einspielt. Nur ganz leicht hört er seine Geschwister auf dem Nebensitz über etwas streiten.

„Nein, ich will das Rote haben!“

„Du bekommst die immer!“

Anscheinend geht es um die Süßigkeiten, die Artis Mutter jetzt einfach beiden wegnimmt.

„Noise Cancelling sei Dank“, murmelt er vor sich hin.

Mittlerweile steht die Sonne schon tiefer. Er wird geblendet und Artis Haare beginnen langsam unter seiner Kappe zu kleben. Hitze war nie sein Freund, vor allem, wenn es eigentlich erst Frühling sein sollte.

Ursprünglich wollte seine Familie in den Ferien Ski fahren gehen, doch der Klimawandel macht dem einen Strich durch die Rechnung. Jetzt fahren sie natürlich trotzdem auf die Berge, das will sich ja sein Vater nicht nehmen lassen.

Arti wechselt zwischen den Liedern und bleibt bei japanischem Pop aus den 80ern stehen:

Mit dieser Leichtigkeit im Ohr fällt es ihm wesentlich einfacher, sich zu entspannen. Auf diese Art Urlaub hat Arti eigentlich überhaupt keinen Bock, aber was kann er schon tun. Gefragt zu werden ist anscheinend ja zu viel verlangt.

Außerdem kann ja Zeit weg vom Bildschirm manchmal auch gut sein… So zumindest die Theorie.

Denn wirklich abschalten könnte er nur dann, wenn auch endlich in der Klassengruppe Ruhe wäre. Nachrichten in der Klassengruppe auftauchen würden.

Er versucht die Augen zu schließen.

Einfach weg. Einfach fliehen. Einfach sein.

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