Scherztag

Erster April. Nicht nur sein Leben war ein Scherz, sondern auch der heutige Tag. Er starrt aus dem Fenster. Im Hintergrund hört er das Murmeln seiner Freunde, sie sprechen über irgendein Buch. Eigentlich wollte Arti ja gemeinsam mit ihnen lernen, aber er kriegt das jetzt einfach nicht in seinem Kopf. Draußen weht der Wind durch die Blätter, die Frühlingsknospen scheinen leuchtend pink.

Wie soll er sich denn jetzt konzentrieren?

Die Nachrichten, die Schule, die Familie… Es ist einfach zu viel.

Arti schaut auf seine Biologienotizen. Schon in der Klasse hat er den Inhalt eigentlich nicht verstanden und die Bleistiftskizzen helfen ihm auch nicht weiter. War es die Zellwand oder der Zellkern?

“Boah, Fabian, kannst du mal die Klappe halten?”, zischt Nelio neben ihm. Sie ringen kurz um das kleine, gelbe Buch zwischen ihnen. Die Seite reist leicht ein. Gelächter.

Plötzlich laute Schritte, ein Stampfen.

Arti blickt auf, wütende Augen starren ihn an. Ein lautes Zischen: “Wenn Sie sich nicht an die Regel halten können, werde ich Sie hier herausverfrachten.”

Die Schritte werden leise, das Stampfen verschwindet.

Nelio und Fabian kichern weiter. Die zweite Seite reist in dem kleinen, gelben Buch ein.

“Oh Mann”, murmelt Arti vor sich hin.

Aus seiner Schultasche kramt er seine Kopfhörer hervor. Musik ist der erste Schritt, um die Welt um sich herum zu vergessen.

Draußen verschwindet die Sonne hinter den Wolken, das Licht wird weniger. Arti schließt sein Biologieheft, die Notizen werden auch nicht mehr Sinn ergeben, wenn er noch länger darauf starrt.

Einfach atmen. Einfach schauen. Einfach sein.

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