Angekettete Gedanken

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An machen Tagen findet Mattie es gut, wenn die Aufträge sie zudecken. Musik und Kopf an, um die Projekte zu erfüllen.

Heute ist es besonders knifflig, weil sie keinen passenden Schraubendreher findet. Sie stöbert in den Schränken und Läden.

Natürlich können diese Gedanken sie nicht vor allem schützen. Wirklich frei ist sie nie, weder abends beim Zocken oder in der Mittagspause, weil sie von den immer wiederkehrenden Gedanken an ihn angekettet war.

„Was macht er wohl jetzt?“, summt Mattie vor sich hin. Sie konnte einfach nicht das passende Werkzeug finden. Es wird nicht klappen. Im selben Moment weiß sie aber, dass es nicht ihre Schuld ist. Bei der Planung sollte es berücksichtigt werden… Jetzt soll sie die Fehler von anderen richten. Eigentlich sollte sie jetzt wohl nervös werden, den Wünschen des Chefs nicht zu entsprechen – tja, das kann beunruhigend sein.

Mattie setzt sich hingegen auf den Sessel und genießt den Schokoriegel, den sie in ihrer Jackentasche findet.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Es sättigt sie gerade mal so lange, dass sie bis zum Abend durchhält und ein paar Runden mit Niko spielen kann. Manchmal bleibt ihr aber auch nichts anderes mehr übrig und sie muss kochen.

Mattie hört energische Schritte vor ihrer Kammer, aber sie bleibt verschont. Bis sie Rückmeldung gibt, wird sie noch ein bisschen sitzen bleiben. Langsam schließt sie die Augen und atmet aus. Obwohl sie es nicht will, tauchen die nächsten Fragen auf.

Es ist wie ein langer Lauf, dem sie nicht entrinnen kann, sie prasseln auf sie ein. In keinem Moment kann sie etwas genießen, ohne, dass sie daran denken muss. Trotzdem steht sie jeden Tag auf und hofft, dass es vorbei sein würde, dass Einhalt geboten wird.

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