Mittagspause, ein Stück Freiheit

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Mittagspause ist ein Stück Freiheit.

Egal, welches Wetter draußen vor der Türe auf sie wartet, schweinekalt oder glühende Hitze, Mattie muss raus. Einerseits natürlich die frische Luft, andererseits auch, um etwas Essbares zu finden.

Meistens geht sie in den Supermarkt um die Ecke, doch auf dem Weg wird sie überwältigt von Kindermassen.

“Was ist denn hier los? Ist denn nicht Schule?”, murmelt sie vor sich hin, als sie sich zwischen zwei Knirpsen vorbeidrängelt.

Sie sieht an Schaufensterläden vorbei zu Dingen, die schön sind, aber für sie einfach nicht drinnen sein konnten. Am Ende redet sie sich immer ein, dass sie sie eigentlich eh nicht wollte.

Im Supermarkt die übliche Fragen: „Gebäck mit Aufstrich oder eine Suppe zum Aufwärmen? Schokopudding oder ein Stück Obst?“

In der Schlange bei der Kasse vergehen die wenigen kostbaren Minuten der Mittagspause. Mattie sieht zu, wie eine Seniorin versucht, den Betrag genau mit Münzen zu bezahlen. In diesen Momenten kommen die anderen Fragen hoch: „Was mache ich eigentlich hier? Würde jemandem auffallen, wenn ich einfach nicht mehr in die Arbeit gehe? Was macht er wohl gerade?“

Unter ihrer Mütze ist Mattie zu warm, die FFP2-Maske macht das auch nicht besser. Sie wird mehr und mehr gereizt und die kleinen Racker hinter ihr, die nicht still halten können, machen es auch nicht gerade besser.

„Wieso müssen die diesen billigen Pop auch so laut abspielen?“, murmelt sie, als sie endlich Kornspitz, Liptauer und Apfel zahlen kann.

Sie setzt sich auf die Bank neben dem Geschäft und will gar nicht so recht auf ihre Armbanduhr sehen.

„T Minus drei Minuten…“, seufzt Mattie.

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