Neue Schule, mitten im Februar

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Fabian weiß nicht, was schlimmer ist: Das Alarmgeräusch des Weckers oder die Uhrzeit, die er darauf abliest. Es ist schon viel zu spät und trotzdem will er noch liegen bleiben.

Eine neue Schule, mitten im Februar.

“Das ist doch dämlich…”, murmelt er. Er erlaubt sich, noch ein paar Minuten verstreichen zu lassen, bis er schon wieder die Stimme seiner Mutter hört. Fabian schaltet den Sperrbildschirm seines Handys aus, aber keine neue Nachrichten.

Natürlich, was hat er sich auch erwartet?

Es gibt einen Grund, wieso er heute wieder einmal der Neue sein muss.

Fabian nimmt seine Jause aus der Küche, wie immer recht karg, aber beschweren will er sich dann auch nicht.

“Ich wünsche dir einen wundervollen ersten Schultag, mein Kleiner”, säuselt seine Mutter, als er aus der Türe geht.

Die Verlockung ist sehr groß, die Schule zu schmeißen und einfach in der Nähe des Bahnhofes oder in der Stadtbücherei bis am Nachmittag zu bleiben. Es wäre nicht das erste Mal…

Aber er hatte es versprochen und würde es zumindest einen Tag probieren. Auf der Straße ist viel los, den Bus hat Fabian auch knapp verpasst. Er ärgert sich, zu spät am ersten Schultag im Februar macht die ganze Geschichte noch peinlicher.

Denn wie genau findet man neue Freude? Und wie mitten im Schuljahr?

Endlich im Bus angelangt, checkt er wieder seine Nachrichten. Nichts Neues, niemand interessiert sich wohl für ihn. Die Zeit verstreicht und nach einer scharfen Linkskurze sieht er seine Schule. Mitzählen will er nicht mehr, wozu denn auch…

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