Nur hilfreich, wenn man weiß, was man will

Tick. Tack. Tick. Tack.

Die Uhr schaltet um. Jasmin traut sich gar nicht, hinzusehen. Ihre Augen brennen schon genug von dem kleinen Bildschirm ihres Handys.

“Ich weiß, es ist mitten in der Nacht, ich weiß, aber verdammt. Du dämliches Display, kannst du endlich mal reagieren?”, stöhnt sie auf.

Seit einer geschlagenen Stunde versucht sie, ihre Bewerbungsmaterialien hochzuladen.

“Jetzt ist es nicht das richtige Format!”

Ein verpixeltes Spiegelbild sieht Jasmin an.

“Willhaben Jobs, Jobs.at, Stepstone, LinkedIn, karriere.at und wie sie nicht alle heißen, keiner von denen investiert genug in die Ansicht von mobilen Endgeräten.”

Jasmin seufzt.

Tick. Tack. Tick. Tack.

“Es reicht, ich muss morgen arbeiten.”

Sie legt das Handy weg und schließt die Augen. “Diese ganzen Internetseiten hat es früher noch nicht gegeben…”

Zuerst wusste Jasmin gar nicht, wie sie funktionieren, mittlerweile hat sie aber verstanden, dass sie mit ihrer Auswahl die Anzahl der Stellenausschreibungen reduzieren kann.

“Die Kriterien sind nur dann hilfreich, wenn man weiß, was man will”, murmelt sie in ihr Kopfkissen.

Keine Ahnung, ob sie örtlich gebunden ist, ob sie umziehen oder auch eine weniger gut bezahlte Stelle akzeptieren würde. Sie hat zwar eine Wohnung, ein Zuhause ist es aber auch wieder nicht.

Ping.

Ihr Handy leuchtet auf, eine Email im Posteingang. Jetzt ist sie doch neugierig.

“Vielen Dank für Ihr Interesse, wir melden uns bei Ihnen, falls ihre Bewerbung zu unserem Stellenprofil passt.”

Obwohl es eine automatisierte Nachricht ist, klopft Jasmins Herz.

Sie schließt wieder die Augen.

“Gut, zu dem Bewerbungsgespräch muss ich ja trotzdem nicht hingehen.”

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