Die beste Geschichte – Final Fantasy X

Jeder kennt Geschichten, die einen nicht mehr loslassen, Charaktere, über die man auch lange nach dem Buch oder nach dem Film nachdenkt. Für mich war die erste Geschichte, die mich wirklich tief berührt hat, Final Fantasy X.
Doch was macht eine gute Geschichte aus? Viele Menschen haben dazu eine Meinung und heute will ich zeigen, was Final Fantasy X zu meiner Lieblingsgeschichte macht.

Was macht Final Fantasy zu einer guten Geschichte?

Erzählung und Charaktere

Der siebzehnjährige Blitzballspieler Tidus lebt in der Stadt Zanarkand. Während eines Spiel greift plötzlich ein Wesen das Stadion an und er wacht auf der Insel Besaid auf. Alles ist ihm fremd, er weiß nicht, wie er nach Hause zurückkehren kann und trifft auf Wakka, einen weiteren begeisterten Blitzballspieler.

Tidus
Quelle


Wakka erklärt Tidus, dass diese Monster Sin heißt: Es zerstört nicht nur Städte und Dörfer, sondern auch Leben und Existenzen. Es scheint fast unbesiegbar – doch ein Medium kann Sin besiegen. Wenn dies geschieht, tritt die Stille Zeit ein, zehn Jahre dauert sie an, bis Sin erneut auftaucht und wieder für Tod und Zerstörung sorgt. Obwohl die Geschichte sehr viele lustige Momente hat, ist es vor allem dieser Aspekt der Resignation, da das Monster immer wieder zurückkehrt, ein essentieller Bestandteil der Erzählung.
Im Laufe der Geschichte wird einem dieser trostlose Zyklus immer wieder vor Augen geführt.
Tidus lernt ein ambitioniertes Medium kennen, Yuna, ebenfalls siebzehn Jahre alt. Sie ist auf dem Weg nach Zanarkand, der Stadt, aus der Tidus stammt, um Sin dort aufzusuchen und zu besiegen. Er schließt sich Yuna und ihren Gefährten Wakka, Lulu und Kimahri an, um gemeinsam mit ihnen auf ihrer Pilgerreise durch Spira zu reisen.

Yuna
Quelle

Es ist ein bunter Haufen an Personen mit unterschiedlichen Vorgeschichten, Interessen und Träumen, eigentlich wie in vielen anderen Geschichten auch. Mich haben aber ihre Veränderungen im Laufe des Spiels, beispielsweise Tidus langsames Erwachsenwerden, sehr angesprochen – vielleicht, weil ich mich selbst auch gerade in so einem Prozess befand. Oftmals mussten sie schwere Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen, die eigentlich gar nicht gerecht war. Auch heute noch beschäftigen mich diese Fragen, beispielsweise in Bezug auf die Klimakrise.
Die Charaktere waren echt, auch wenn sie „nur“ Pixel auf einem Bildschirm waren. Ich hatte Interesse und wollte wissen, wie es weitergeht mit ihnen. So ein Gefühl hatte ich bis dahin nur durch Bücher oder Filme, wie Herr der Ringe.

Gute Geschichten brauchen einen Grund, um erzählt zu werden, für mich ging es viel um die Aufgaben von heranwachsenden Menschen und der zugrundeliegende Konflikt von Tidus: Er fühlt sich in der Welt von Spira fremd und nicht zuhause.

Wenn ich mir die Frage stelle, ob dieselbe Geschichte in einem anderen Medium funktioniert hätte, wie zum Beispiel in einem Film, komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass es ein Videospiel sein musste, um alles zu transportieren, ich kann es mir gar nicht anders vorstellen.
In einem Videospiel kann man sich selbst auch einbinden, in den Kämpfen kann man durch Strategie glänzen und die Stärken und Fähigkeiten der Charaktere lenken.

Atmosphäre

Die Geschichte selbst und die Charaktere sind eine Seite der Medaille, die andere ist die Atmosphäre, die durch Musik und Landschaften geschaffen wurde. Sie sind gleichermaßen unterschiedlich, von den tropischen Inseln Besaid und Kilika zu den Schneebergen des Gagazet – die Welt Spira ist wunderschön.

Auch heute noch weiß ich bei den ersten Klängen eines Stückes aus Final Fantasy X, in welcher Stelle der Geschichte man sich befindet, ich sehe die Szenerie vor mir.

Selbst zwanzig Jahre nach Erscheinung kann selbst die Grafik oft noch mithalten, besonders bei den kinoähnlichen Videosequenzen.

Final Fantasy X ist auch keine typische phantastische Erzählung, sie weicht von dem üblichen Setting des Mittelalters ab und schöpft Inspiration aus Südostasien.

Gemeinsame Erfahrungen

Das Besondere an Geschichten ist die Möglichkeit, sie mit anderen Menschen zu teilen. Ich habe Final Fantasy X das erste Mal durch ein Let’s Play kennengelernt. Bei einem Let’s Play zeichnet eine Person ein Videospiel und seine Kommentare auf und lädt das Video auf Youtube hoch. So kann man gemeinsam mit anderen Menschen das Spiel erleben, ohne selbst die nötige Konsole oder das Spiel selbst besitzen zu müssen. Für mich war das damals der Fall und obwohl ich zum Beispiel kein Fan vom Sport schauen war, habe ich mich sofort in Let’s Plays verliebt. Es fühlt sich für mich so an, als würde ich mit Freund*innen das Spiel zusammen erleben und spielen.

Listen to my story, this may be our last chance.

Tidus, Final Fantasy X

Als 2013 das HD-Remaster Spiel erschien, sprich, eine aufgehübschte Neuauflage des Spiels, hat sich eine neue Generation in das Spiel verliebt.

Vielleicht hat mich Final Fantasy X so bewegt, weil sie mich zum richtigen Zeitpunkt gefunden hat.
Jetzt, mehr als zehn Jahre nachdem ich das erste Mal Final Fantasy X gespielt habe, finde ich immer noch Neues im Spiel, das mich zum Nachdenken anregt oder zum Lächeln bringt. Diese Geschichten wachsen mit den Menschen mit und können sich auch weiter verändern.

Falls dich die Neugier jetzt gepackt hat, kannst du dir den Trailer von Final Fantasy X ansehen!

Mich hat die Geschichte von Final Fantasy X so sehr berührt, dass es mich dazu bewegt hat, beim Redewettbewerb an meiner Schule über Videospiele zu sprechen. Du kannst sie hier nachlesen.

Mehr von mir: