Wieso wir etwas für das Klima tun müssen

Die Erde erwärmt sich nicht. Das Klima verändert sich alle paar hundert Jahre, das ist normal.

Ja, dass sich das Klima im Wandel der Geschichte gewandelt hat, stimmt.
Aber – und das ist ein großes Aber – gibt es nun ein extremeres Ausmaß und einen anderen Grund, weil der uns vorliegende Klimawandel menschengemacht ist.
Natürlich gibt es offene Fragen, die gibt es allerdings nicht, weil alle Wissenschaftler*innen und die Politik eine Verschwörung planen, um die Weltbevölkerung zu unterdrücken, sondern, weil es der Kern der Wissenschaft ist. Nach jede Erkenntnis und Antwort stellen sich drei neue Fragen.
Ich kann dir die zweiteilige Doku „Klimawandel“ von WDR empfehlen. Es werden unterschiedliche Wissenschaftler*innen befragt und Theorien angesprochen, eben die Punkte, in denen sich nicht alle im Forschungsdiskurs einig sind, wie zum Beispiel der Unterschied von Prognosen der Worst Case Szenarien oder wahrscheinlichen Szenarien.

Am wichtigsten ist es, dass man sich weiter informiert und herausfindet, was man selbst tun kann. Man stellt sich, wenn man nachhaltiger sein möchte, viele Fragen und letztes Monat habe ich ein wirklich tolles Buch gelesen:

  • Soll ich lieber mit der Hand abwaschen oder den Geschirrspüler verwenden?
  • Sind Papier- oder Stofftaschen besser?
  • Soll ich den Joghurtbecher nach dem Essen abwaschen?

Durch tolle Grafiken wird für die Lesenden ganz einfach verdeutlicht, welche Option klimafreundlicher ist und, welche Fragen vielleicht doch nicht so einfach zu beantworten sind.

Ich bin auch ein großer Fan von Podcasts, besonders beim Spazieren oder Putzen, hier höre ich gerne Kurz vor Zwölf Podcast oder den Utopia Podcast.

Vom 31. Oktober bis 12. November findet die COP26, die 26. UN Climate Change Conference of the Parties, statt. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen, wie das Pariser Abkommen, das 2016 unterschrieben wurde umgesetzt werden kann. Eigentlich sollten ja alle Länder, die das Abkommen unterzeichnet haben, die Treibhausgasemissionen gemeinsam so weit reduzieren, damit sich der Planet um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmt (wieso das wichtig ist, kannst du hier herausfinden). Die Maßnahmen sind unter anderem der Kohleausstieg, die Reduktion der Abholzung von Wäldern, der Umstieg auf Elektrofahrzeuge oder auch die Förderung von erneuerbaren Energien.

Die Klimakrise ist auch aufgrund der Verbindungen mit Politik komplex. Wenn es darum geht, nationale und internationale Systeme zu verändern, braucht es eine flächendeckende Unterstützung und Umsetzung. Man kann sich dann natürlich die Frage stellen, was aktuell den getan und geplant wird:

  • In der EU werden von 2021 bis 2030 folgende Ziele angestrebt: Reduzierung von Treibhausgasen um mindestens 40% (gegenüber dem Niveau von 1990), mindestens 32% Anteil von erneuerbaren Energien und 32,5% Verbesserung der Energieeffizienz (mehr Infos hier).
  • In Österreich gibt es das 2011 beschlossene und zuletzt 2017 geänderte Klimaschutzgesetz, das die Emissionshöchstmengen für insgesamt sechs Sektoren fest und regelt die Erarbeitung und Umsetzung wirksamer Klimaschutzmaßnahmen. Es wird auch die Agenda 2030 der UN verfolgt (mehr Infos hier), allerdings gibt es auch Kritik, beispielsweise, dass sich die Politik mehr mit sich selbst beschäftigt (nachzulesen hier oder hier).
  • In Deutschland sind diese Diskussionen in den letzten Monaten sehr lebhaft thematisiert worden, unter anderem auch bedingt durch die Wahlen im September. Dadurch, dass die Politik die Chance hat, Maßnahmen umzusetzen, kann auch das Gegenteil passieren, indem die Klimakrise weiter vorangetrieben wird. Der Youtuber Rezo hat in einem Video darüber einen Überblick gegeben.

Was kannst du jetzt tun?

Es geht nicht darum, dass man alles richtig macht (was auch immer „richtig“ bedeutet), sondern, dass man nach und nach herausfindet, was man tun kann. Das hilft mir vor allem dabei, dass ich mich nicht mehr hilflos fühle. Oft inspirieren mich andere, deswegen will ich mit dir teile, was ich aktuell so mache 🙂
Ich wohne in einer recht kleinen Wohnung und kann mir deswegen nicht viele Dinge kaufen, weil ich keinen Platz dazu habe. Wenn ich etwas kaufe, schaue ich gerne zuvor auf Willhaben, ob ich es Second hand finde. Kleidung kaufe ich mittlerweile wirklich sehr, sehr selten, was ganz anders ist als vor zehn Jahren.
Nachdem ich das tolle Buch Was ist wirklich nachhaltig ? letztes Monat gelesen habe, habe ich ein paar neue Maßnahmen für mich gesetzt:

  • Ich habe einen Unverpackt-Laden ausprobiert, davon gibt es in Wien aktuell sechs Geschäfte. Hier kann man (fast) alle Dinge ohne Verpackung, besonders kein Plastik, kaufen. Es war sehr spannend, aber ich bin mir nicht sicher, inwiefern ich es in Zukunft umsetzen kann, weil es finanziell in einer anderen Liga ist. Allerdings hat mir die Idee gut gefallen, die Süßigkeiten im Einmachglas zu kaufen und zu verschenken.
  • Dann habe ich für mich die Tradition etabliert, einmal in der Woche beim Spazieren Müll zu sammeln. Am Anfang habe ich mich ein bisschen blöd gefühlt, bei einem Clean up-Event macht man ja sowas nicht alleine, aber als ich am Schluss mein volles Sackerl gesehen habe, war ich schon stolz.
  • Ich habe mir auch das Klimaticket gekauft. Mit dem Klimaticket kann man ein Jahr alle Linienverkehre (öffentlicher und privater Schienenverkehr, Stadtverkehre und Verkehrsverbünde) regional, überregional und österreichweit nutzen. Für mich hat sich die Investition ausgezahlt, weil ich innerhalb Wiens sehr oft fahre, aber auch in andere Bundesländer ab und zu reise.
  • Als Lehrerin interessiere ich mich sehr für die Initiativen, die Schulen und andere Bildungsinstitutionen ergreifen können. Man kann sich zum Beispiel mit dem österreichischen Umweltzeichen registrieren lassen, aber es gibt auch internationale Events, wie die Global Action Days. In meinen Augen ist Bildung ein essentieller Aspekt in dieser Klimakrise, bedingt auch durch die Fridays for Future-Bewegung.

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