Zwischen Angst und Sorge vor der Masterprüfung

In drei Tagen habe ich meine Masterabschlussprüfung…

Das sind weniger als 72 Stunden und ich sitze vor einem Berg Papier: Textausschnitte aus Lehrbüchern, wissenschaftliche Artikel, meine eigenen Notizen und Mindmaps, das Skript für die Präsentation meiner Masterarbeit und dann natürlich noch eine Liste mit To Do’s, die noch offen sind.

Anstatt diese nach und nach abzuhacken, befinde ich mich in dem Zustand des Grübelns. Ich bin unzufrieden: Wie schnell ich welche Texte durchgearbeitet habe, wie oft ich sprechen geübt habe, welche Fehler mir nach dem Drucken meiner Masterarbeit ins Auge gesprungen sind. Ich weiß nicht, welche Selbstkritik angebracht ist und welche mich ins Verderben stürzt. Die Abschlussphase meines Wunschstudiums habe ich mir wirklich anders vorgestellt, fokussierter und schöner, weil ich mir in meinem Wesen sicher bin. Ich frage mich, ob ich gut genug bin, ob ich genug geleistet habe und ob ich wirklich der Mensch geworden bin, den ich mir zu Beginn meines Studiums erträumt habe.

Heute kann ich noch nicht darüber schreiben, wie man seine Masterprüfung am besten schaffen kann, heute zittere ich selbst. Ich bin ehrlich, sechs Jahre Studium sind eine lange Zeit, selbst in Mindeststudienzeit. Genauso wie kurz vor dem Ende der Schulzeit erreichen mich nun nicht nur Zweifel an mir selbst, sondern auch Zukunftsängste.

Vor allem in den letzten Jahren habe ich mir eine Routine geschaffen, die zu mir und meinem Leben passt. Es drehte sich um Uni, Teilzeitarbeit, Sport, Hobbies und die Menschen, die ich liebe. Diese Struktur schwindet nach und nach, denn diesen Oktober musste ich das erste Mal seit sechs Jahren nicht Seminaranmeldung-Roulette oder Stundenplan-Tetris spielen. Meine Komfortzone, die ich mir über die Jahre hin aufgebaut habe, steht mir gegenüber und ich weiß, dass sie bald einstürzen wird.

John Lennon singt es schön:

Das Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, Pläne zu machen.

John Lennon – Beautiful Boy

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