Wie dein Schulpraktikum klappt

Im Rahmen des Lehramtsstudiums muss man an unterschiedlichen Praktika in Schulen verpflichtend teilnehmen, bei mir waren es in den sechs Jahren Studium sieben Stück. Der Fokus lag immer woanders, zuerst gab es ein Orientierungspraktikum, vor dem ich persönlich Angst hatte. Das erste Mal vor einer Klasse als Lehrperson zu stehen, würde mir vor Augen führen, ob ich mich für das falsche oder richtige Studium entschieden habe. Bei mir hat alles geklappt und nachdem mein Studium sich dem Ende neigt, dachte ich mir, dass ich alles, was ich in der Zeit gelernt habe, festhalten will, um auch anderen Studierenden vielleicht zu helfen 🙂

Vorbereiten

Je nach Hochschultyp ist die Vorbereitungsphase der Anmeldung unterschiedlich. In manche Praktika wurde ich zum Beispiel automatisch zugeteilt, weil ich mich seperat bei einer Lehrveranstaltung angemeldet habe, manches Mal musste ich mich extra ein halbes Jahr davor anmelden und hoffen, dass ich einen Platz bekomme. Am besten informierst du dich immer ein Semester im Voraus, um so eine strenge Deadline nicht unglücklicherweise zu verpassen!
Dsa mit der Zuteilung ist auch so eine Sache… Nach all den Semestern kann ich nur den Tipp geben, flexibel zu bleiben. An meiner Universität sind Plätze in der Hauptstadt, Wien, in der ich auch seit einigen Jahren lebe, sehr begrenzt. Es herrscht der Konsens, dass jede*r mal in ein anderes Bundesland pendeln muss, um sein Praktikum erfolgreich abzuschließen. So die Theorie, aber in meiner eigenen Erfahrung hat das leider anders ausgesehen: Vor allem die langen Praktika (drei Monate) hatte ich immer in einem anderen Bundesland, was organisatorisch mit meinem Nebenjob, anderen Verpflichtungen an der Universität und einer kleinen Sache namens „Leben“ sehr schwierig zu vereinbaren war. Und wenn man mit anderen ins Gespräch kommt, lernt man Leute kennen, die jedes Praktikum immer in Wien waren und dementsprechend weniger Stress und weniger Zugkosten hatten. Ich nehme an, dass jede Universität das anders handhabt. Du kannst auch in den Facebook-Gruppen oder auf anderen Websiten mehr Informationen zum Ablauf suchen und dir Ärger später ersparen 🙂
Irgendwann wirst du die Information von deiner Hochschule erhalten, dass du einen Praktikumsplatz in einer Schule hast – Gratulation!

Aufgrund des Datenschutzes wird dir vermutlich nicht verraten werden, ob und wenn ja, mit wem du dir den Schulplatz teilst, aber zumindestens die Kontaktdaten deines*r Mentor*in. Am besten schreibst du gleich eine Email oder rufst an, ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Naheliegend ist auch, dass du dir die Website deiner Schule und deinen Anfahrtsweg anschaust. Das erspart dir später Stress, wenn du realisierst, dass du vielleicht zu spät in den Unterricht kommst, weil du nicht genug Zeit eingeplant hast – und das als angehende Lehrkraft!
Der Zweck eines Praktikums ist es, dass du lernst, Unterricht zu beobachten, auszuwerten, zu planen und selbst durchzuführen. Natürlich alles Schritt für Schritt, weil du gemeinsam mit deinem*r Mentor*in immer wieder darüber sprechen kannst. Toll finde ich, wenn man Neues ausprobieren kann, in einem sicheren Rahmen, weil du nie alleine im Unterricht stehst. Du kannst dir also in der Vorbereitungszeit schon solche Konzepte überlegen und konkretisieren, eine andere Idee wäre es, dass du bestimmte Hospitationsfragen formulierst. In manchen Praktika wurden sie mir von meiner Lehrveranstaltungsleitung vorgegeben, zum Beispiel im Bereich Deutsch als Zweit- beziehungsweise Fremdsprache musste ich auf sprachliche Formulierungen achten, manches Mal durfte ich mir aber auch selbst einen Fokus suchen. Hier ein kleiner Überblick, auf was man alle so achten kann:

  • Unterricht (Unterrichtseinstieg, roter Faden, Unterrichtsphasen, Überleitung, Lehrziele, Arbeits- und Sozialformen, Methoden)
  • Interaktion (Unterrichtsklima, Engagement, Interesse, Neugierde, Resignation, Ungeduld)
  • Sprache (Artikulation, Sprechweise, Sprechtempo, Umgang mit Sprechpausen, Formulierung Arbeitsaufträge)
  • Mimik, Gestik, Bewegung im Klassenraum
  • Zeitmanagement

Es gibt immer etwas Neues, was man beobachten kann und so kannst du die Chance optimal nutzen, durch deine Praxis mehr zu forschen und zu lernen.

In der Schule

Wenn dann endlich dein erster Tag im Schulpraktikum kommt, gibt es ein paar Dinge, die nützlich sein können: Ein Notizblock und Stift (auf dem Laptop zu tippen, hinten im Klassenraum, das finde ich nämlich ein bisschen seltsam), Wasserflasche und eine Armbanduhr (aufs Handy schauen, während Handys eigentlich verboten sind für alle anderen, auch seltsam irgendwie). Abseits davon habe ich mir immer eine kleine Liste gemacht, auf was ich achten will, allerdings fanden es nicht alle Mentor*innen toll, wenn ich so viel notiert habe.
Wenn du die Schule gemeinsam mit anderen Studierenden besucht, ist es naheliegend, eine What’s App Gruppe mit allen Personen zu gründen, denn je nachdem, wie du deine Unterrichtsstunden halten darfst oder musst, bist du an die anderen gebunden. Die Kommunikation wird erleichtert, wenn alle immer alle Nachrichten erhalten.
Das A und O im Praktikum ist meiner Meinung nach der Umgang mit den Mentor*innen. So, wie es allgemein unterschiedliche Persönlichkeiten gibt, ist auch das Feld in der Betreuungsart von Schulpraktika breit gefächert. Ich hatte eine Mentorin, der es wichtig war, alles so zu gestalten, wie sie es tun würde, aber auch einen Mentor, dem alles egal war. Eine Lehrerin wollte die fertige Stundenplanung eine Woche zuvor per Email erhalten, ein anderer wollte sie gar nicht sehen. Am besten ist es, wenn man versucht, die Vorteile in der Situation zu sehen, wieder einmal flexibel zu bleiben.
Ein Faktor ist hier vermutlich auch die Frage, wie lange das Praktikum dauert, manchmal ist man nur wenige Unterrichtsstunden dort, manchmal mehrere Monate. Hör‘ am besten in dich hinein, was das Beste für dich und den restlichen Ablauf des Praktikums ist. Wenn du merkst, dass dir etwas nicht aus dem Kopf geht – sprich es konstruktiv an. Diese offenen Unterhaltungen im Rahmen des Praktikums können dir langfristig für deinen Beruf als Lehrer*in richtig viel bringen.

Nachbereitung

Je nachdem, in welchem Modul du dein Praktikum absolvieren musst, ist der Aufwand nach dem Schulbesuch größer oder kleiner. Manchmal musste ich ein sehr langes Portfolio mit Materialien, Stundenplanungen und Reflexionen erstellen, dann ein anderes Mal nur einen einseitigen Text verfassen. Es ist wirklich sehr unterschiedlich, allerdings kann ich dir allgemein den Tipp geben, sich schon während des Praktikums zu überlegen, was man alles erwähnen kann. Ich hatte da immer einen separaten Notizblock und habe mir alles extra notiert. Eine gute Dokumentation aller Dinge, die du im Unterricht gesagt oder genutzt hast, kann dir in der Nachbereitungsphase sehr nützlich.
Für dich selbst sind auch folgende Fragen nach deinem Schulpraktikum wichtig: Was hat dir Spaß gemacht? Bist du stolz auf dich? Was hast du gelernt? Gibt es etwas, was du anders machen würdest?
Online findest du noch andere Tipps und Tricks, die dir helfen, ich habe dir hier ein paar verlinkt:

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