Wie du dich am besten für die Matura vorbereitest

Egal, ob du dich in deinem letzten Schuljahr befindest oder, ob du einfach neugierig bist, wie die Matura ablaufen wird, diese Woche verrate ich dir, wie du dich am besten auf die Reifeprüfung (SRDP) und Zentralmatura vorbereiten kannst.

1. Aufbau

Die Matura, wie sie aktuell vorliegt, wurde im Schuljahr 2015/16 das erste Mal österreichweit durchgeführt – auch der Jahrgang, in dem ich maturiert habe. Das Ziel ist es, mehr Fairness zu schaffen, allen Maturant*innen dieselben Chancen zu ermöglichen und leichtere Vergleichbarkeit der Abschlüsse für weiterführende Bildungseinrichtungen zu schaffen, weil sie einen uneingeschränkten Zugang zu Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien und Kollegs ermöglicht.
Prinzipiell gibt es drei Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit man ein Reifeprüfungszeugnis erhält: eine schriftliche Arbeit, die präsentiert werden musss (1) sowie schriftliche (2) und mündliche (3) Prüfungen.
Obwohl die Matura an allen Ausbildungsstätten gleich sein sollte, unterscheidet sich beispielsweise der Aufbau an der allgemeinbildende höheren Schule (AHS) oder berufsbildenden höheren Schule (BHS):

AHS

Säule 1Säule 2Säule 3
Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) mit Präsentation und DiskussionKlausurarbeiten und mündliche KompensationsprüfungenMündliche Prüfungen

BHS

Säule 1Säule 2Säule 3
Diplomarbeit mit Präsentation und DiskussionKlausurarbeiten und mündliche KompensationsprüfungenMündliche Prüfungen

Online kann auf der Seite des Bildungsministeriums noch viel mehr nachlesen, wichtig ist für dich, dass du gewisse Prüfungen machen musst, wie zum Beispiel Deutsch, Mathematik und eine lebende Fremdsprache, du in den mündlichen Prüfungen dich aber für alle Unterrichtsfächern entscheiden und somit mehr Freiraum haben kannst.
Ich bin mir aber sicher, dass du in deiner Schule auch weitere Informationen zu diesem Thema erhältst – was uns gleich zum zweiten Punkt bringt.

2. Anmeldung

Essentiell ist für deine Schule die Anmeldung. Das ist natürlich ein administrativer hoher Aufwand, es dreht sich vor allem um die Anmeldung deiner schriftlichen Arbeit (Vorwissenschaftliche Arbeit oder Diplomarbeit), die meistens schon ein Jahr vor deiner Matura abläuft, aber auch die mündlichen Prüfungen, die du ablegen möchtest.
Je nachdem, wie technisch versiert deine Schule ist, kann das klassisch über einen Aushang neben der Direktion händisch eingetragen werden oder aber auch online.
Für dich selbst kannst du dich natürlich für Unterrichtsfächer entscheiden, die dich interessieren und die dir Spaß machen, aber auch diejenigen, in denen du gut bist. Zum Beispiel ist auch das Unterrichtsfach, das deiner VWA oder Diplomarbeit zugeordnet werden kann, naheliegend (zB. Integralrechnung -> Mathematik; Gedichtsanalyses -> Deutsch, …). Wenn du dir unsicher bist, kannst du vielleicht mit deinem Klassenvorstand oder anderen Lehrerinnen reden. Diese werden vielleicht auch Informationen geben, welche Inhalte bei der mündlichen Matura zum Beispiel gefragt werden.

3. Zeitplan

Wenn deine Anmeldung geglückt ist, kannst du schon einmal stolz auf dich sein, das Bürokratische ist vorbei. In der Schule kann das Lernen dann ein bisschen in den Hintergrund rücken, weswegen ich dir empfehlen würde, dass du dir gut überlegst, wie du dich selbst einschätzt: Wie viel Vorbereitungszeit brauchst du? Für die schriftliche Matura ist oft das „Tun“ im Vordergrund, wie zum Beispiel Aufsätze schreiben oder Rechnungen durchführen, aber die mündliche Matura braucht oft Hintergrundwissen, weil es 12 bis 24 Themenbereiche gibt. Je nachdem, wie viel du noch aus den Schuljahren zuvor weißt, musst du viel oder weniger Zeit einplanen. Mein Tipp ist auch, dass du dir einen Zeitpuffer lässt, falls du einmal krank wirst oder in deinem Privatleben dazwischenkommt.

4. Überblick

Die Matura beschäftigt sich auch mit den Themen aus vorigen Schuljahren, weswegen der nächste Schritt das Sichten aller deiner Unterlagen ist. Oft sind es Schulbücher, aber hast du auch deine Hefte und Mappen bei Hand? Dein*e Lehrer*in wird dir die Themenbereiche mitteilen, meistens in Form einer Liste. Ich arbeite gerne mit Mindmaps, um mir einen Überblick zu verschaffen, beispielsweise alle Themenbereiche eines Unterrichtsfachs für die mündliche Reifeprüfung oder Textsorten. Mir selbst fällt während dieses Prozesses schon auf, in welchen Bereichen ich mich unsicherer fühle, weswegen ich mir da bereits schon Sternchen mache. Auch, wenn es schwer ist, versuche ich, mit diesen Themen zu beginnen. Oft erinnere ich mich nicht mehr an Einzelheiten oder habe mir etwas falsch gemerkt.
Falls du merkst, dass du mehr Hilfe brauchst, kannst du deine*n Lehrer*in ansprechen und nachfragen, oft werden dir in den Wochen und Monaten vor der Matura noch viele Unterlagen gegeben, die dir beim Lernen helfen können.

5. Sorgen und Ängste

Leider ist diese Abschlussprüfung oftmals sehr gefürchtet, was ich verstehe kann. Tatsächlich hast du die letzten 12 oder 13 Schuljahre damit verbracht, dich darauf vorzubereiten und selbstbewusst(er) zu werden. Du kannst jetzt schon stolz auf dich sein, weil es ein schwerer Weg ist und trotzdem wirst du den Rest noch schaffen. Vielleicht ist es aber auch die Ungewissheit, was nach dem Schulabschluss kommt, auch diese Sorgen sind in Ordnung.
Nimm‘ es Schritt für Schritt, ich kann dir das Video von Lavendaire empfehlen:

Du weißt jetzt, wie deine Matura aufgebaut ist, wie du dich am besten vorbereitest und ein kleines bisschen Angst ist auch ein Adrenalinkick!

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