Vorbereitung auf ein neues Unisemester

Ich spüre es… Die Schule hat begonnen, der Spätsommer neigt sich dem Ende zu und eine leise Stimme in mir sagt: „Anmeldephase.“
Die Rede ist von einem neuen Semester an österreichischen Universitäten, das dieses Jahr am 1.10. beginnt. Je nachdem, welche Art von Lehrveranstaltungen man besucht, muss man sich rechtzeitig anmelden und eine entsprechende Punkteanzahl setzen – doch dazu später mehr.
Vor einigen Jahren war ich doch zu dieser Zeit im September noch völlig ratlos, weil ich nicht wusste, wie ich mein Studium organisieren und schaffen soll. Tatsächlich ist dieses Jahr ist das erste Mal seit 2015, dass ich keine Anmeldephase wahrnehmen muss, weil ich mich am Ende meines Studiums befinde und nur noch auf einen Prüfungstermin meiner Defension warte.
Zeitgleich habe ich aber erst jetzt das Gefühl, dass ich mich in meinem Studium (Lehramt Deutsch, Psychologie und Philosophie) auskenne und weiß, wie man sich ideal für ein Unisemester vorbereiten kann – vielleicht helfen dir ja diese Tipps auch weiter! 🙂

Was musst du nächstes Semester überhaupt machen?

Je nachdem, ob du Ersti (Erstsemester*in) bist, kann es leichter oder schwerer sein, das Semester zu planen. An meiner Universität gibt es viele Facebook-Gruppen, in denen man nützliche Tipps findet (zB. auch, wann man welche Prüfungen und LV’s (Lehrveranstaltungen) machen sollte).
Ich persönlich konnte viel aus den offiziellen Curricula lernen, da an meiner Universität im Anhang der sogenannte „Empfohlene Pfad“ abgebildet ist. Wie der Name schon verrät, dreht es sich hierbei um einen möglichen Weg deines Studiums. In manchen Studiengängen gibt es spezielle Voraussetzungsketten, sprich, du musst LV A machen, um LV B belegen zu können. Wenn du dir darüber nicht im Klaren bist, kann das dich ein Semester kosten, also lieber zu Beginn schon Augen auf 🙂

Vorlesungsverzeichnis

Wenn du ungefähr eine Ahnung hast, was du im folgenden Semester belegen willst, folgt der nächste Schritt, dass du dich im Vorlesungsverzeichnis umsiehst. Das ist eine Art Katalog aller Studiengänge einer Universität und die Kurse, die in den entsprechenden Semestern angeboten werden.
An der Universität Wien nennt sich das u:find und mithilfe der Suchfunktion deines Browsers kannst du ganz bequem Studiengang und Namen der LV auswählen. Du siehst dann, wann und wo der Kurs stattfinden soll und von wem er geleitet wird. Interessanterweise werden nicht in jedem Semester alle Kurse angeboten, weswegen es sich nochmals lohnt, einen Blick darauf zu werden.
Etwas, das man auch nicht vergessen darf, ist das Pendeln. Es kann gut passieren, dass sich deine Lehrveranstaltungen zeitlich gut ergänzen, aber dafür örtlich so weit auseinanderliegen, dass sich Probleme ergeben können. Das war zum Beispiel in meinen ersten Semestern so, weil es eine große Teilnehmer*innenanzahl gab, aber nicht genügend große Räume im Zentrum.
Mit der COVID-19 Pandemie war der Aspekt des Pendelns egal, ich persönlich konnte beispielsweise viele Kurse besser unter den Hut kriegen, allerdings gab es auch hier einige Nachteile (wie bei so vielen anderen Dingen im Leben). Aktuell sieht es so aus, als würden Vorlesungen, für die es keine Anmeldungen geben muss, online stattfinden und Kurse, die eine begrenzte Anzahl an Studierenden haben, sich mit wöchentlicher Gruppenteilung organisieren.
Vorsicht sei geübt, wenn man sich schon Mitte September einen fertigen Plan erstellt: Obwohl ich auch davon ein großer Fan bin, ist es mir schon öfter passiert, dass sich eine Woche vor Studienbeginn im Oktober doch noch ein paar Zeiten geändert haben. Genau aus diesem Grund steht überall: „Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.
Am besten erstellst du dir eine vorläufige Version und schaust regelmäßig bis zum Beginn auf die entsprechenden Seiten im Vorlesungsverzeichnis. Speziell für die Universität Wien habe ich die Website „Semesterplaner“ entdeckt, die von Stefan Salcher programmiert wurde. Man kann ganz einfach die Lehrveranstaltungsnummern eintragen, die auf einem Kalender visuell abgebildet werden. Da sieht man gleich am ersten Blick, an welchen Tagen besonders viel los ist. Zusätzlich kann man den Kalender exportieren, einen Plan drucken oder auch auf einem Blick sehen, wie viele ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) und Lehrveranstaltungen für das kommende Semester besucht werden.
Als Beispiel siehst du hier die Lehrveranstaltungen, die ich am Anfang meines Studiums 2015 besucht habe.

Prüfungen

Wenn du eine grobe Liste zusammengestellt hast, ist es wichtig, so viele Infos wie möglich zusammenzutragen. Bei manchen LV’s weißt du schon mit einem Blick auf das Vorlesungsverzeichnis, welche Prüfungsmodalitäten es gibt. LV’s mit dem Titel „VO“ haben immer eine schriftliche Abschlussprüfungen, wie Multiple Choice, Single Choice oder auch Freitext, LV’s mit „SE“, „EU“ oder „UE“ oftmals einen Mix aus Referaten, Präsentationen, kurzen Texten oder schriftlichen Überprüfungen.
Auf diese Art und Weise erkennst du auch schnell, welche Art von Prüfungswoche dich erwarten wird – die Woche, bevor das Semester endet. Wie an der Schule dreht es sich zu dieser Zeit um die Noten und traditionellerweise sind die Bibliotheken voller als sonst. An der Universität Wien gibt es sogar ein eigens kreiertes Even, die Nachtschicht@UB, bei der von 20:00 bis 6:00 in der Früh am Folgetag unterschiedliche Angebote vorliegen, wie Schreibnacht, Recherchetipps, Academic English oder auch Pausensport.
Wenn du weißt, welche Art von Leistung du wann erbringen musst, erkennst du auch schneller, wann die intensiveren Zeiten deines Semesters sind. Wenn du zufällig auch schon weißt, dass ein wichtiges Event, wie zum Beispiel ein Geburtstag oder eine Reise, hineinfällt, kannst du genügend Vorbereitungszeit einplanen und dir nachher Kopfweh und Ärgernisse ersparen.

Arbeit

Wie viele andere Studierende musste ich auch arbeiten, um mir mein Leben finanzieren zu können und ich finde auch, dass es eine tolle Ergänzung zum Studium ist. So ist deine Semesterplanung auch davon abhängig, wann du arbeiten musst. So ist zum Beispiel ein Job in der Gastro toll, weil es tendenziell eher am Nachmittag oder Abend stattfindet, allerdings sind dann vielleicht die Lehrveranstaltungen um 8:30 in der Früh nicht so gut für deinen Tages- und Nachtrhythmus. Ich habe mir in der Prüfungsphase auch schon mal „Urlaub“ nehmen müssen, das ist vielleicht eine Option, die du auch erwägen könntest.

Anmeldung

Der letzte Schritt ist tatsächlich das Anmelden, hier solltest du die Anmeldefristen im Blick haben. An meiner Universität muss man sich nicht für alle Kurse, wie zum Beispiel Vorlesungen, anmelden. Für alle anderen LV’s, wie Seminare oder Übungen, muss man Punkte setzen. Je mehr Punkte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man in den entsprechenden Kurs gelangt. Oft gibt es Parallelveranstaltungen, die beliebter sind (oft wegen den Professor*innen oder der Uhrzeit), deswegen solltest du dir immer eine mögliche Alternative raussuchen. Ich persönlich hatte immer einen guten Mix aus Favoriten und den Restplätzen in Seminaren, die entweder besonders früh oder besonders spät waren.
Am besten machst du dir eine Kalendererinnerung mit Wecker, damit du die Anmeldungsphase nicht versäumst, bei mir liegen in den unterschiedlichen Unterrichtsfächern oft mehr als drei Wochen dazwischen!

Materialien

Mein Lieblingsteil in der Vorbereitung ist das Aufbereiten der Materialien. In der Schule habe ich alles mit der Hand geschrieben, im Studium sehr viel mit Word. Durch die Pandemie habe ich die Website Notion kennengelernt, die ich auch sehr toll finde und habe wieder zu dem Handschreiben zurückgefunden.
An der Stelle kannst du auch nochmals einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis werfen, oft werden schon einige Bücher aufgelistet, die du dir, wenn deine Motivation sehr hoch ist, bereits ausleihen oder zumindest vormerken kannst.

Das waren meine Tipps, die ich in den letzten sechs Jahren ausgetestet habe – viel Spaß beim Ausprobieren und Studieren!

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