Ein Geheimtipp für die Deutsch-Matura

Mit vollem Namen Standardisierte kompetenzorientierte schriftliche Reife- und Diplomprüfung Deutsch, die meisten kennen sie als Deutsch-Matura. „Neu“ ist sie seit rund zehn Jahren, ich selbst habe in diesem neuen Format maturiert. Seitdem gebe ich viel Nachhilfe und mir ist erst kürzlich ein Geheimtipp klar geworden, aber später dazu mehr.

Grundsätzlich findet man viele Hinweise, wie man sich für die Deutsch-Matura vorbereiten kann: Zum Beispiel, dass man sich mit dem Aufgabenformat vertraut macht, ähnlich wie bei einem anderen Sprachtest (ich habe kürzlich erst über den TOEFL geschrieben). Das ist wichtig, weil es oftmals lange Textbeilagen gibt, die man für die Aufgabenstellung lesen und verstehen muss, um entsprechend darauf zu antworten. Und oft ist es kein normaler Text, sondern manchmal auch Grafiken, Interviews oder andere Texte, die man selten im Unterricht thematisiert. Um das Aufgabenformat zu verstehen, ist es auch wichtig, die unterschiedlichen Textsorten zu kennen, sprich, welche Texte man selbst schreiben muss (hier). Abseits dieses Aufgabenformats kann man auch Strategien lernen, wie zum Beispiel Textplanung oder Textüberarbeitung.
Was nicht hilft ist das Lesen von bestimmten Büchern, weil es keine geheime Liste von „wichtigen“ Werken gibt. Du musst etwas können und nicht etwas wissen, wenn man es überspitzt formulieren will. Was aber oft vergessen wird: Damit du die Aufgabe erfüllen kannst, bei der du oft deine eigene Meinung begründest, musst du über Texte nachdenken und deine Gedanken formulieren – nie wieder etwas zu lesen ist nicht der richtige Weg, langsam wird das aber die Realität im Deutschunterricht.
Auch andere äußern die Kritik, dass die Literatur immer unwichtiger wird im Deutschunterricht, zum Beispiel die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren, auch IG Autoren genannt. In der Zentralmatura gibt es das Themenpaket ‚Literatur – Kunst – Kultur‘ und im Schuljahr 2020/21 wurde kritisiert, dass die Aufgaben zu anspruchslos sind, deswegen entmündigend wirkt und die Kreativität konsequent ausschließt: „Das Literaturvertreibungsprogramm der österreichischen Schule, propagiert durch das Bildungsministerium, wird fortgesetzt.“ (mehr Infos hier).

Was dir noch niemand gesagt hat

Um wieder zu dem Geheimtipp zurückzukehren: Oft werden die Unterrichtsfächer Deutsch und Mathematik verglichen, beziehungsweise Unterschiede festgestellt. Im Falle der alten Maturaaufgaben, die man sich online ansehen kann (hier), erkennt man ein Muster.

Von den sieben Textsorten, die aktuell zu verfassen sind (Empfehlung und offener Brief wurden ja nach in paar Jahren abgeschrieben), gibt es gewisse Texte, die öfter gestellt werden als andere:

  • Kommentar (23x)
  • Textinterpretation (22x)
  • Zusammenfassung (20x)
  • Leserbrief (18x)
  • Erörterung (17x)
  • Meinungsrede (15x)
  • Textanalyse (7x)

Wir sehen, dass der Kommentar, die Zusammenfassung und die Textinterpretation am häufigsten gestellt werden. Besonders die Textinterpretation kam in jeder Deutsch-Matura seit 2012/13 vor! Wenn du also vor allem Probleme mit dem Kommentar oder der Textinterpretation hast, solltest du sie unbedingt fokussierter üben und um Hilfe bitten, da die Wahrscheinlichkeit, dass sie vorkommt, sehr sehr hoch ist.
Im Gegenzug gibt es aber auch Textsorten, die oft schon doppelt in einer Deutsch-Matura vorkamen:

  • Zusammenfassung (Nebentermin 1 2015/16, Haupttermin 2018/19, Nebentermin 1 2019/20, Nebentermin 2 2019/20, Haupttermin 2020/21)
  • Kommentar (Nebentermin 1 2015/16, Nebentermin 2 2016/17, Nebentermin 2 2018/19
  • Leserbrief (Nebentermin 1 2019/19, Haupttermin 2019/20)

Auch das bedeutet wieder, dass du dir die Zusammenfassung und den Kommentar genauer ansehen und fokussiert üben solltest.

Wie und wo kannst du üben?

Die alten Prüfungen werden zu Verfügung gestellt und es ist eine gute Idee, manche von ihnen zu üben, du kannst sie hier finden. Auf der Seite findest du auch die „Kommentierung“ der Aufgaben, die mögliche Lösungswege vorzeigen. Das bedeutet nicht, dass du es genauso schreiben solltest (und schon gar nicht abschreiben), aber nachdem du deinen Aufsatz geschrieben hast, kann es dir zeigen, welche Möglichkeiten es noch gegeben hätte.
Zusätzlich gibt es unterschiedliche Bücher und Übungshefte, die kannst du natürlich kaufen, allerdings gibt es auch die günstigere Möglichkeit, in der Bücherei vorbeizuschauen und Aufgaben zu kopieren oder zu scannen. Online findet man auch noch kostenlose Angebote, zum Beispiel das Buch „Sprachräume“ (hier).

Mehr Infos hier:

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