Wie Philosophie im Leben hilft

Die Philosophie ist die Wissenschaft der Fragen, Fragen, die in anderen Bereichen oft nicht zur Sprache kommen. Auch, wenn man am Ende öfter neue Fragen als Antworten findet, finde ich es trotzdem wichtig, sich damit zu beschäftigen.
Deswegen will ich auch Philosophielehrerin werden, weil ich an das Fach glaube und es schade finde, dass es im aktuellen österreichischen Schulsystem nur in der AHS in der Maturaklasse, sprich, kurz vor dem Abschluss, unterrichtet wird. Weiterführend stellt sich die Frage, was das Ziel des Unterrichtsfaches ist – Geschichte der Philosophie oder wie man selbst philosophieren kann? Ich persönlich vertrete hier den praktischen Zugang, da ich auch ein Fan des forschenden Lernens bin.
Heute will ich zwei Aspekte der breiten Geschichte der Philosophie mit dir teilen: der Sinn des Lebens und die Haltung im Leben.

Sinn des Lebens:

Unser Leben ist kurz – wie kurz, kann dir das untenstehende Video verdeutlichen.

Das Leben hat nur den Sinn, den du selber ihm gibst.

anonym

Schnell stellt sich die Frage, was wir mit unserem Leben tun sollen, wo es doch so kurz ist. Unterschiedliche Wissenschaften geben Antwort darauf, in der Philosophie gibt es unterschiedliche Theorien. Der Sinn des Lebens wird oft mit dem Lebensglück gleichgesetzt, eudaimonia (Kipke, 2014, S. 184). Bei diesem Konzept wird das Lebensglück allerdings sehr individuell erfasst, sprich, was jede*r tun kann, um glücklich zu leben. Manche sehen allerdings den Sinn des Lebens als etwas Überpersönliches, sprich, etwas, das alle Menschen weltweit betrifft (Vgl. Kipke, 2014, S. 186). Aber wie so oft gibt es in der Philosophie sehr konträre Positionen, der Nihilismus vertritt die Perspektive, dass das Leben keinen Sinn hat (Vgl. Kipke, 2014, S. 187).

Haltung im Leben:

Philosophieren soll die richtige Lebenshaltung erführen (Vgl. Kuhlmann, 2016, S. 20) und eine Strömung der Philosophie hat mir unheimlich viel gebracht – die Schule der Stoa. Sie etablierte sich in der Antike mit Vertretern wie Seneca und Epiktet. Der Schule der Stoa verdanken wir den Begriff Stoiker und stoisch, die eine Person umschreiben, die unerschütterlich ist. Diese Resilienz des Unerwartbaren kann vor allem in der aktuellen Pandemie eine gute Haltung sein – sich nur auf das zu konzentrieren, was man selbst beeinflussen kann. Das ist aber nichts, was man einfach so schnell beieinander hat, sondern eine tagtägliche Übung und Erinnerung.

Spannenderweise gibt es auf Youtube einige Videos, in der davon berichtet wird, inwiefern die Schule der Stoa das Leben beeinflusste:

Quellen:

  • Kipke, Roland (2014): Der Sinn des Lebens und das gute Leben. Zeitschrift für philosophische Forschung 68(2), S. 180-202.
  • Kuhlmann, Peter (2016): Die Philosophie der Stoa: Seneca, Epistulae morales. Lehrerband. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Schutze, Frank (2010): Vom Sinn des Lebens – 60 der schönsten Weisheiten über den Sinn des Lebens. Agroplant Verlag.

Mehr von mir: