Wieso ich Minimalistin bin

Seit 2016 bin ich Minimalistin – aber was heißt das eigentlich? In diesem Beitrag will ich dir näher bringen, was Minimalismus für mich bedeutet, wieso ich auch nach fünf Jahren völlig dahinter stehe und was sich für mich seitdem verändert hat.

Was ist Minimalismus?

Bedeutet Minimalismus, dass man auf dem Boden schläft? Dass man nicht mehr neue Dinge einkauft? Oder, dass nichts auf den Wänden hängt? In meinem Fall hat man bei manchen Dingen gar nicht so unrecht…. Tatsächlich ist die Definition des Minimalismus aber unscharf, was frustrieren kann. Wenn man den beispielsweise den Begriff googlet, sieht man einen Einheitsbrei:.

Sieht so jede Minimalismus-Wohnung aus?

Für mich bedeutet Minimalismus aber nicht, dass alle Möbeln weiß sein oder andere „Regeln“ erfüllt sein müssen, sondern, dass es unheimlich viel Spielraum für jede und jeden gibt. Minimalismus ist eine sehr persönliche Angelegenheit, ich bin mir darüber im Klaren, was ich besitze und habe nur das, was ich brauche und mag. Minimalismus hat für mich viel mit Bewusstsein und Intention zu tun.

Wie bin ich zum Minimalismus gekommen?

Wir schreiben Frühling 2016, ich war Studentin im zweiten Semester und mir ging es nicht so gut. Ich hatte einen Nebenjob und war noch vom neuen Studienalltag in einer neuen Stadt überfordert. In den Osterferien bin ich von Youtubevideo zu Youtubevideo gestolpert und bin auf ein Video gestoßen, dass einen Kleiderschrank gezeigt hat, in dem alles zusammengepasst hat. Es gab keine grelle, gelbe Hose, die nicht zu der grünen Jacke gepasst hat. Das hat mich irgendwie fasziniert.
Ich habe dann die 30 Day Minimalism Challenge gemacht, bei der man jeden Tag ein paar Dinge aussortiert, egal wie klein sie auch sein mögen. Und ich denke, dass ich seit Tag 30 Minimalistin bin. Das hat sich durch meine Reisen nach Japan verstärkt, wenn ich mit kleinem Gepäck durch das Land gereist bin und selbst immer wieder gesehen habe, wie viel ich eigentlich wirklich brauche.

Reisen erleichtert den Minimalismus

Was lernt man, wenn man Minimalistin ist?

Ich habe in diesen fünf Jahren gelernt, wie vergänglich Dinge sein können. Ich habe gelernt, wie viele Emotionen ich manchmal in Gegenstände stecke, vor allem mit Papier habe ich sehr oft meine Probleme. Meine Tagebücher haben mich viele Jahre begleitet, von Umzug zu Umzug zu Umzug. Sie waren meine Sorge, wenn ich umziehe und bis vor kurzem hatte ich sie alle noch bei mir. Eines Tages habe ich beschlossen, dass ich sie alle scannen werde, und als das getan war, konnte ich mich immer noch nicht von ihnen trennen. Jetzt, ein paar Monate danach, fällt es mir gar nicht mehr auf und ich fühle mich freier.


Ich habe gelernt, dass mein materieller Besitz nicht meine Persönlichkeit oder mein Wissen ausmacht. Für mich war es lange klar, dass ich viele Bücher besitzen muss, um meine Belesenheit vor mir selbst und anderen zu demonstrieren. Auch, wenn ich manche Bücher noch nie angefasst habe oder nicht daran gedacht habe, sie jemals nochmals zu lesen. Sie waren meine Trophäen.
Mit der Zeit habe ich gelernt, dass das überhaupt nicht stimmt, so hat auch meine einst sehr dichte Büchersammlung Platz gemacht. Ich besitze nun nur mehr zwei, drei Bücher, meistens ausgeliehen, sowie einen E-Reader. Mehr brauche ich nicht und ich fühle mich wohl damit. Es gibt aber auch Minimalist*innen, die ihre große Büchersammlung schätzen und das respektiere ich 🙂

Über die Jahre haben sich für mich mehr Vorteile ergeben als Nachteile, was du in der Tabelle siehst.

Was sind Vorteile?Was sind Nachteile?
– Ich fühle mich freier
– Ich bin dankbarer geworden
– Ich finde Dinge leichter
– Ich habe mehr Freizeit, weil ich meine Zeit besser organisiere
– Ich reise leichter
– Schwierig in einer Familie oder Wohngemeinschaft umzusetzen
– Fear of Missing Out (FOMO)
Dankbarkeit und Vergänglichkeit sind für mich die wichtigsten Lektionen des Minimalismus

Wo kannst du dich weiter informieren?

Ich habe dir ein paar weitere Quellen verlinkt. Wie bei allen Themen kannst du dich selbst weiter informieren und vielleicht auch Inspiration sammeln.

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