Online Studium, Runde Zwei

Die Semesterferien sind vorbei und langsam beginnt das nächste Semester. Die letzten Wochen habe ich viel darüber nachgedacht, wie das zweite Online-Semester bei mir so gelaufen ist. Ich habe auch nach dem ersten Semester darüber reflektiert, das kannst du hier nachlesen.
Ich hatte von Oktober bis Januar keinen einzigen Termin an der Uni, war nur bei den Ausleihen der Bibliotheken, um meine Bücher zu besorgen. Es gab unterschiedliche Plattformen, die genutzt wurden, wie BigBlueButton, Zoom oder auch Bb Collaborate. Bei den meisten der Seminare musste die Kamera an sein, in einer Vorlesung hat die Lehrveranstaltungsleiterin lieber Videos auf Youtube hochgeladen, was ich auch als tolle Abwechslung empfunden habe.

Was war gut?

Mitte September war bereits im Vorlesungsverzeichnis abzusehen, dass das gesamte Semester wieder online verbracht werden wird müssen. Das fand‘ ich prinzipiell nicht besonders toll, weil ich mich eh schon sehr isoliert gefühlt habe, dafür konnte man sich jetzt aber besser vorbereiten. Für mich hat das bedeutet, dass ich Kurse auswählen konnte, die mich besonders interessiert haben und nicht, die in der Nähe sind oder zeitlich gut passen. Es gibt ja normalerweise immer eine Anfahrtszeit, aber wenn man von Zuhause aus studiert, erspart man sich das – ein Positives an der ganzen Sache.


Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass ich mich so gut wie schon lange nicht mehr selbst bekochen konnte. Normalerweise esse ich kalte Jause, wenn ich den ganzen Tag zwischen Arbeit und Uni unterwegs bin, aber mit dem ganzen Daheim sein konnte ich immer selbst kochen und warm essen, ein Luxus, an den ich mich schon sehr gewöhnt habe. Ein anderer Vorteil, bei dem man vielleicht mein Alter raushört: Ich finde es so toll, wie ich dieses Semester den Haushalt managen konnte, Wäsche waschen und Co. geht auch während einem Seminar.

Was war schlecht?

Dieses Semester wurde ich von Seminararbeiten ein wenig erdrückt, was durch den Umstand, dass man nicht mehr wirklich in der Bibliothek „herumlungern“ kann, erschwert wurde. Normalerweise würde ich zu so einer stressigen Zeit jeden Samstag in der Bibliothek verbringen, unterschiedliche Bücher lesen und Infos herausschreiben. Da das gerade leider nicht geht, musste ich immer wieder Bücher bestellen, auf Wartelisten stehen, hinfahren, ausborgen, nach Hause schleppen und wieder retournieren. Das war viel anstrengender, vor allem, weil ich so viele verschiedene Bücher gebraucht habe.


Aber nicht nur deswegen fehlt mir die Bibliothek, sondern auch, weil man da immer so gut in Kontakt mit anderen Studierenden treten konnte. Der soziale Aspekt im Onlinestudium hängt viel von einem selbst, aber auch von den Lehrenden ab. Ein Seminar hat sich gar nicht so angefühlt, als wären wir online, weil es so viele Gruppenübungen und Möglichkeiten gab, zu sprechen. Andere Seminare wiederum fühlten sich leider wie ein zäher Kaugummi an…
So wie es aussieht, wird das nächste Semester nicht wirklich anders werden – man darf gespannt bleiben!

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