Wie ich das Latinum geschafft habe

In der Schule habe ich Latein nicht belegt und musste es im Rahmen meines Studiums nachholen… Das hat mir die meiste Zeit nicht ganz so gefallen, weil ich im Studienverlauf immer wieder Horrorgeschichten gehört und es deswegen prokrastiniert habe. Ich habe mich von diesen Sorgen so sehr überwältigen lassen, dass ich am Ende gar nicht mehr so viel Zeit hatte, es abzuschließen. Unvorhergesehenes ist dann zusätzlich noch passiert, wie eine kommissionelle Prüfung, auf die ich mich voll und ganz vorbereiten wollte, also musste die Lateinprüfung warten und warten und warten – bis ich im allerletzten Semester war und eigentlich nur mehr die Bachelorarbeiten schreiben musste.
Mach‘ es bitter besser als ich!

Tipp 1: Zeitplan

Fang früh damit an, auch, wenn du das Gefühl hast, dass du ein Semester weniger in deinem „eigentlichen“ Studium weiterbringen kannst. Nimm‘ dir Zeit für Latein, am besten, indem du einen Kurs besuchst.
An meiner Universität gab es Kurse von den Prüfenden, die sich allerdings immer mit anderen Terminen gespießt habe, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, einen externen Intensivkurs, natürlich gegen Geld, zu besuchen. Vielleicht gibt es bei dir auch wie bei mir eine Facebook Gruppe, in der Studierende von ihren Erfahrungen berichten. Ich habe den Kurs gewählt, weil er öfters empfohlen wurde. Mit 6 Stunden wöchentlich war es wirklich sehr intensiv, weil von Einheit zu Einheit Grammatik- und Übersetzungsaufgaben gestellt wurden. Das Tempo war sehr flott und man musste mitlernen, sonst hat man keinen Anschluss mehr gefunden.
Ich musste mich richtig hineinhängen, damit ich es schaffe – das hat keinen Spass gemacht. Am Wochenende war ich immer daheim und habe Vokabeln und Eselsbrücken wiederholt, da mir Vokabel lernen leicht fällt, dafür Grammatik nicht meine Stärke war. Erst ganz am Schluss habe ich viele Zusammenhänge verstanden, deswegen kann zu viel Zeit zum Lernen nie schaden!

Unterlagen

Ich habe unterschiedliche Unterlagen verwendet, zunächst einmal wurde von meiner Prüferin die Schulbuchreihe Medias in Res empfohlen. Ich habe es zwei Mal komplett durchgearbeitet, wobei es für mich erst beim zweiten Mal wirklich Sinn gemacht hat, als ich nebenbei auch den Intensivkurs besucht habe.
Zusätzlich gibt es auch Mediam in Grammaticam, das ist wie ein Formelheft in der Mathematik aufgebaut und listet die wichtigsten Formen auf, wobei es keine Erklärungen bietet.
Außerdem habe ich den Stowasser und das Online Wörterbuch Frag Caesar verwendet, sowie mir die Prüfungstexte für die mündliche Prüfung angeeignet, die ebenfalls vorgegeben waren.
Ich muss aber sagen, dass am nützlichsten tatsächlich die Unterlagen (Vokabel-, Grammatik und Literaturskript) aus dem Intensivkurs waren, weil wir so viel damit gearbeitet haben. Es waren sehr ausbalancierte Materialien, die immer wieder gespiegelt haben, was wir gerade für Vokabel thematisiert oder Grammatikpunkte besprochen haben.
Um mir Vokabeln anzueignen verwende ich die App Anki, was bei mir beim Japanisch lernen schon eine große Hilfe ist. Du kannst dir deine Online-Lernkarteikarten selbst erstellen, sogar mit Audioaufnahmen und Bild!

Motivation

Ich habe schon angemerkt, dass sich meine Lateinprüfung an der Uni immer und immer mehr verschoben hat, auch, weil ich beim ersten Termin durchgefallen bin. Das hat verdammt weh getan und ich habe mich sehr geärgert, vor allem, weil ich während meiner Reise in Japan sehr viel Zeit ins Lernen investiert habe und ich trotzdem durchgefallen bin. Da war ich dann auf dem Tiefpunkt und habe mich eben für den Intensivkurs angemeldet, um es endlich beim nächsten Mal zu schaffen. Mein Lehrer in diesem Intensivkurs war sehr motivierend, was mir endlich wieder ein positives Mindset gegeben hat.

Durch Zufall habe ich auch ein Video gesehen – 3 Gründe, wieso man Latein lernen sollte:

Es waren nur ein paar Minuten, aber dieser Typ hat mir wieder die restlich benötigte Motivation gegeben, um nochmal drei Monate durchzubeißen und Gas zu geben.
Am Schluss hat mein Lateinlehrer irgendwann mal ‚per aspera ad astra‚ auf die Tafel geschrieben, ‚through hardships to the stars‚, das wurde zu meinem Motto.

So habe ich also das Latein im Rahmen meines Studiums gelernt. Am Ende hätte ich es sogar gerne in der Schule gemacht – und nicht nur, weil ich es mir dann nicht mehr im Studium machen hätte müssen, sondern auch, weil ich mehr Zeit gehabt hätte, Latein nachhaltig zu lernen…
Denn so schlimm war’s ja dann doch nicht, wie so alles im Leben.
Falls du noch tolle Empfehlungen hast, wie man sich am besten für das Latinum vorbereitet, schreib‘ es mir gerne in die Kommentare!

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