Wie du Arbeit und Studium unter einen Hut kriegst

Rund 70% aller Studierenden arbeiten nebenbei und ich bin eine von ihnen. Manchmal hat das besser geklappt, manchmal weniger.

Wieso arbeiten neben dem Studium?

Zunächst einmal gibt unterschiedliche Gründe, um arbeiten zu gehen: Um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, um unabhängiger zu werden oder um schon praktische Erfahrungen im späteren Berufsfeld zu sammeln. Ich finde aber, dass es nicht nur für die finanzielle oder berufliche Zukunft wichtig ist, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung. Man kann unheimlich an einem Nebenjob wachsen und sich charakterlich weiterentwickeln.
Es gibt genauso viele Gründe, wieso es zwischen Nebenjob und Studium Spannungen oder Probleme gibt: Zeiten überschneiden sich, man hat nicht genug Zeit zu lernen, eine viel zu lange Anfahrt oder auch mentale Belastung. Wie du die Arbeit und das Studium besser unter einen Hut kriegst, werde ich dir in drei Schritten näherbringen: Organisation, Finanzen und Wohlbefinden.

1. ORGANISATION

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach das Zeitmanagement.
Kurzfristig kann dir bei der Organisation von Arbeit und Studium ein Kalender helfen, digital oder ausgedruckt, den du bei dir trägst und nachsehen kannst, wann wichtige Deadlines sind, wann du arbeiten bist und dich deswegen nicht um Gruppenarbeiten oder Recherchen kümmern kannst. Diesen Kalender kannst du auch am Semesterbeginn fertigstellen und die Termine eintragen. Wie ich schon im Beitrag zur Prüfungsvorbereitung empfohlen habe sind Pausen- und Puffertage sehr wichtig, um dir Zeit und Raum zu geben, falls es einmal zu knapp wird – vorausschauendes Planen kann dir viele Nerven ersparen.
Langfristig kannst du nach einem Job die Augen halten, der näher an deiner Uni ist (vielleicht sogar online) oder auch ein Job, der dir mehr Spaß macht und mit deinem Studium zu tun hat. Dir sollte bewusst werden, welche Priorität momentan ganz oben stehen: Gehalt? Dienstplan? Wochenendjobs oder Teilzeit? In den Ferien durcharbeiten?

2. FINANZEN

Was die finanziellen Aspekte betrifft ist es wichtig, dass du dir darüber im Klaren bist, wie hoch deine fixen Ausgaben sind, wie zum Beispiel Miete, Essen, Telefonrechnung oder W-Lan. Im Idealfall hast du ein bisschen Geld im Monat übrig, da hilft dir vor allem eine genaue Auflistung dabei, effektiv Geld zu sparen. Das hier ist ein gutes Video falls du dir überlegst, einen Budgetplan zuzulegen. Falls du eine Förderung vom Land (Studienbeihilfe, Kindergeld, …) erhält kann es auch wichtig sein, dass du nicht zu „viel“ verdienst 🙂

3. WOHLBEFINDEN

Falls dir immer und immer mehr bewusst wird, dass du dich in deinem derzeitigen Arbeitsverhältnis nicht mehr wohlfühlst, kannst du dir überlegen, ob du es nicht beendest. Wenn du weißt, wie viel Geld du monatlich brauchst und etwas Erspartes beiseite hast, kann dieser Schritt für dein Wohlbefinden vielleicht das Beste sein. Wenn es hart auf hart kommt, kannst du dir überlegen, ob du finanziell soweit abgesichert bist, gleich am nächsten Tag zu kündigen, vielleicht willst du dir aber lieber auch nebenbei etwas suchen und abgesichert sein. Aber vor allem wenn dir dein letzter Job viel abverlangt hat ist es in Ordnung, eine Weile wieder „nur“ zu studieren.

Wie ist das bei mir?

Der Job, der mir die meisten Nerven gekostet hat, war am Weihnachtsmarkt. Was mir dabei geholfen hat war mein eigener „Exit-Plan“: Ich habe mir überlegt, wie viele Dienste ich noch ablegen muss, bis die Saison vorbei ist. Falls du auf einen Urlaub sparst oder nur im Sommer arbeitest, kann du vielleicht auch diese Taktik nutzen. In meinem Fall habe ich die Zeit genossen, aber nach ein paar Wochen dann Freiwilligenarbeit geleistet, weil ich die Zeit nutzen wollte, in einem Berufsfeld zu arbeiten, was mit meinem Studium wieder ein bisschen mehr zu tun hat.
Ich war aber auch bei einem Radiosender, Kassiererin einer Lebensmittelkette, Nachhilfe oder Paketauspackerin in der Frühschicht von 5 Uhr bis 7 Uhr, danach gleich ab in die Uni. All diese Erfahrungen haben mir die unterschiedlichen Vor- und Nachteile dieser Branchen gezeigt, vor allem was die Kombination mit dem Studium betrifft.
Jetzt arbeite ich schon seit fast drei Jahren 20 Stunden in der Woche, meistens auf drei Tage verteilt und plane alles in Notion, meinem digitalen Kalender/To-Do-Liste. Grundsätzlich plane ich am Semesteranfang alle Termine für die Uni ein, wie zum Beispiel Prüfungen, Vorlesungen oder Seminare. Sobald ich weiß, wann gewisse Referate anstehen, trage ich es ein und erinnere mich ein, zwei Woche davor um die Sachen auch zu erledigen, manchmal nehme ich mir aber auch frei, zum Beispiel für eine Prüfungswoche.
Bis ich diesen Job gefunden habe, der sich so gut mit meinem Studium verbinden lässt, hat es ein bisschen gedauert, vor allem Geduld und Hoffnung, dass ich etwas finde, was zu mir und meinem Leben passt. Heute bin ich froh, dass ich damals nicht den Kopf in den Sand gesteckt habe und Kassiererin geblieben bin, sondern versucht habe, etwas Neues auszuprobieren.

Ich drück‘ dir die Daumen, dass du auch einen passenden Job für dein Studium findest 🙂

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