Im kalten Herbst

Jetzt, im kalten Herbst, merke ich, wie ich auf die andere Straßenseite wechsle… Mir gefällt es nicht mehr – dort, wo ich jetzt bin.

Ich kuschel‘ mich in meinen Schal und meine Brille beschlägt sich durch die Maske, die ich trage. Mir war klar, dass dieser Herbst, so wie auch schon der Rest dieses Jahres, anders sein würde, aber trotzdem fühlt es sich alles fahl an.

Obwohl die Luft klar ist, spüre ich eine Schwere in meinem Körper, eine Trägheit. Denn in den letzten Tagen fühle ich mich leer, ich schmecke nichts.

Die Sonne verschwindet jeden Tag mehr und mehr und mit ihr verschwinde ich Tag für Tag… Mir fällt es schwer, das Ziel vor Augen zu sehen, es ist dunkel und wahrscheinlich bald schon nebelig. Ich mein‘, ich hab zwar keine Angst, aber ich bin schon so müde. Wie lang dauert es nicht, bis ich zuhause bin?

So geht das dann tagelang, vielleicht auch wochenlang, bis ich dann bei einer Bank lande.

Weil ich müde bin, setze ich mich und mir fällt auf, dass ich zum ersten Mal seit langem die Vögel zwitschern und die Blätter rascheln höre. Jetzt ist mir gar nicht mehr so kalt.

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