Wieso man IQ-Tests kritisch sehen sollte

IQ-Tests sagen einem, wie schlau man ist – oder?

Zunächst sollten wir einmal die Begriffe klären, denn IQ und Intelligenz sind nicht ganz dasselbe:

  • IQ ist ein Akronym und steht für „Intelligenzquotient“ und ist ein Messwert für Intelligenz in Zahlenform – von weniger 70 bis zu 230 wurde der IQ schon an unterschiedlichen Menschen auf der Welt gemessen.
  • Intelligenz ist hingegen ein Begriff, der viele Dinge beschreibt: Sprachliche, mathematische, bildlich-räumliche, logische, emotionale oder auch soziale Intelligenz

Was sind Intelligenztests?

Intelligenztests sind Tests, die speziell dazu dienen, die Intelligenz zu messen, indem ein IQ ermittelt wird.

Jeder gute Test sollte drei wichtige Gütekriterien:

  1. Objektivität: Der Test ist unabhängig von der Person, die den Test durchführt
  2. Reliabilität: Der Tests misst zuverlässig
  3. Validität: Der Test misst das, was für die Forschung relevant ist

Dadurch, dass Intelligenz aber eher ein Sammelbegriff ist, der viele Dinge beschreibt, kann ein einziger Test unmöglich alles abdecken. So ist die Zahl, die am Ende dabei rauskommt, nicht unbedingt für ganz bare Münze zu nehmen. Der IQ kann sich von Kontext zu Kontext ändern, das bedeutet, Interpretation ist besonders wichtig, wenn man sich diese Zahlen ansieht.

Besonders online IQ Tests sind kritisch zu betrachten. In der Psychologie kosten normalerweise Tests unheimlich viel Geld, wenn sie also online gratis vorhanden sind, fehlt irgendwo etwas – und das ist meistens die Genauigkeit des Tests.

Wann brauchen wir Intelligenztests?

Wenn Intelligenztests nicht so verlässlich sind, wieso brauchen wir sie dann? Zum Beispiel, wenn wir Menschen kategorisieren und einordnen müssen.
Die Kategorie des IQs hilft viele Wissenschaftler*innen in Studien, in der Psychologie unter anderem, wenn der Einfluss von unterschiedlichen Situationen gemessen wird: Wenn beispielsweise Tests ohne und mit Alkoholeinfluss durchgeführt werden.
So hilft uns der Intelligenztest, Menschen einzuordnen und zu kategorisieren, sprich, miteinander zu vergleichen. Das ist ein Konzept, dass wir auch im normalen Leben lernen, beispielsweise durch Stereotype – unser Gehirn hilft uns dabei, Situationen und Menschen leichter einzuordnen und leichter zu meistern.

Also anstatt einen IQ-Test zu machen, der am Ende nicht valide misst oder nicht alle Aspekte von Intelligenz berücksichtigt, reflektiere, wo deine Stärken liegen:

  • Sprachlich
  • Mathematisch
  • Bildlich-räumlich
  • Logische
  • Emotional
  • Sozial

Denn am Ende ist die Zahl deines (angeblichen) IQ’s nicht mehr wert als deine Körpergröße oder dein Gewicht – nämlich absolut rein gar nichts. Lass‘ dein Leben nicht nur von Zahlen definieren – sie bieten lediglich eine kleine Orientierung 🙂

Mehr kritische Artikel ZU LESEN FÜr dich:

Schule und Studium

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.