Was ist Bildungsgerechtigkeit?

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In Zeiten von Corona wird auch die Frage nach Bildungsgerechtigkeit neu ins Licht gerückt. Denn wenn der Unterricht online rückt, aber nicht jeder einen Laptop oder W-LAN hat, kann das langfristige Folgen haben. Aber was Bildungsgerechtigkeit denn eigentlich?

Wieso ist sie wichtig?

Oft werden ja Witze gemacht, wie unnötig Allgemeinbildung ist, dass wir lieber Steuern lernen sollten – auch ich bin teilweise dieser Meinung. Im selben Moment weiß ich, welchen Einfluss Bildung hat, ein Stück Papier in deinen Dokumenten, das sagt, dass du etwas Bestimmtes gelernt hast. Das Papier öffnet viele Türen, als wäre es ein geheimes Passwort, das Außenstehende nicht kennen.

Das Thema der Bildungsgerechtigkeit führt zur Frage zurück was Gerechtigkeit ist. Dass wir alle das bekommen, was wir benötigen? Oder, dass wir alle dasselbe bekommen?

Wem gibt man dann die Schuld, wenn es nicht so klappt, wie es soll? Den Eltern? Der Schule? Den Lehrer*Innen? Der Politik? Dem System?

Denn eigentlich sitzen alle im selben Boot – alle haben was davon, wenn junge Menschen eine gute Ausbildung erhalten, etwas haben, womit sie in die Welt hinausgehen können. Und wie viel Verantwortung darf man dem Menschen selbst zuschreiben? Wo er ja mit seiner Autonomie ein selbstbestimmtes Wesen ist?

Als Lehrerin berührt mich das Thema sehr – ich sehe es als meine Verantwortung in meinem Unterricht den Lernenden so gerecht wie möglich gegenüberzutreten. Mir stellt sich trotzdem die Frage, wie man auf Lernende zugehen soll, wie man ihnen helfen kann, damit sie die besten Möglichkeiten erhalten, um ihr Leben zu gestalten, eben genauso, wie sie es wollen.

Für Angehörige von bildungsfernen Familien gibt es viele Möglichkeiten und Ressourcen, die Bildungsgerechtigkeit ein wenig auszugleichen versuchen – wenn man sie denn kennt. Ich bin ein Fan vom START-Stipendium in Österreich, andere Initiativen kann man aber auch auf der Seite des Bundeskanzleramt nachlesen.

Andere Ressourcen: