Minimalistin im Jahr 2020

Seit mehr als vier Jahren beschäftige ich mich mit Minimalismus – aber was bedeutet das?

Wie hat das alles begonnen?

Ich war schon immer ein Fan von Strukturen. Vor allem beim Lernen brauche ich einen Überblick, wenn es das nicht gibt, bin ich schnell ratlos. So war es aber nicht immer in meinen eigenen vier Wänden, das kann ich dir sagen. Obwohl ich kein Fan von Chaos war, gab es das in meinem Zimmer und ich war nie wirklich motiviert, abzustauben oder mich damit genauer auseinanderzusetzen.

Am Anfang wusste ich auch nicht so recht, was Minimalismus ist. Im Frühjahr 2016 habe ich dann eine Challenge gesehen, die ich unbedingt ausprobieren wollte, die 30 Day Minmalismus Challenge von der australischen Youtuberin Rachel Aust. Ihre Wohnung war so schön und strukturiert, deswegen wollte ich ausprobieren, ob ich meine vier Wände nicht auch ähnlich gestalten kann.
Diese 30 Tage haben mir Spaß gemacht, jeden Tag habe ich mich von Dingen getrennt und mir ist immer mehr aufgefallen, wie wenig ich mit meinem Kleiderkasten zufrieden war. Da waren Kleidungsstücke in denen fühlte ich mich unwohl, KLeidungsstücke, die mich an sehr traurige Tage erinnerten – weg damit, ab zur Kleiderspende.

Bücher waren allerdings bei mir immer ein schwieriges Thema, weil ich mich sehr über meinen Besitz definiert habe. Denn wenn ich nicht ein Regal voll mit Büchern habe, kann ich ja auch keine Buchliebhaberin sein.
Ich habe mit der Zeit aber gemerkt, dass ich unheimlich viele Emotionen in Gegenstände wie gebundene Bücher gesteckt habe, dass Erinnerungen an Menschen auf einem Blatt Papier haften. Doch auch digitaler Besitz steht beim Minimalismus oft im Fokus, wie zum Beispiel Bilder auf Kameras, Email-Ordner und Festplatten.
Nach und nach konnte ich mich von meinen Büchern trennen, die ich nie oder nochmals lesen würde.

Und so ging das dann eben bei mir weiter. Mit jedem Umzug in eine andere Wohnung oder ein WG-Zimmer war das Ein- und Auspacken leichter, was mir super gefiel.
In diesen vier Jahren habe ich mich schon lange nicht mehr so hilflos und beengt gefühlt wie damals in meinem Kinderzimmer, so dramatisch es auch klingen mag.

Wie ist mein Alltag?

Ich bin Minimalistin im Jahr 2020 aus umweltlichen, finanziellen und philosophischen Gründen. Denn auch wenn Minimalismus bei mir mit dem Ausmisten von Kleidung begonnen hat, wurden im Laufe der Jahre auch andere Bereiche meines Lebens beeinflusst, wie meine Ernährung, Budgetplan, meine Einrichtung oder auch die Lebensplanung. Auch heute noch gefällt mir die Idee, dass mich mein Besitz nicht niederdrückt. Denn simple is better. Mir hilft es zu mehr Klarheit und Aufmerksamkeit auf die wichtigen Dinge im Leben.
Mittlerweile gibt es viele Gegenstände, die ich gar nicht mehr besitze oder kaufe, weil ich sie nicht brauche, wie zum Beispiel einen Toaster oder Dekoration. Oft besitze ich auch nur ein ‚Ding‘ einmal, wie zum Beispiel eine Handyhülle, ein Paar Sportschuhe oder auch nur eine Sonnenbrille und Geldbörse. Wenn ich mir dann etwas kaufen will, führe ich eine Wishlist – manches davon habe ich am Ende tatsächlich gekauft, andere Dinge dann wiederum doch nicht.
2020 konnte ich auch in eine kleinere Wohnung mit meinem Freund ziehen, da unser Besitz im Laufe der Zeit geschrumpft ist, wir weniger Raum zu putzen haben und stattdessen mehr Zeit miteinander verbringen wollten.

Worauf solltest du achten?

Wenn du dich mehr mit Minimalismus auseinandersetzen willst, solltest du dir zunächst einmal immer genug Zeit geben und nicht „die Welt niederreissen“ wollen. Es geht darum, nichts zu erzwingen, weil sich von Dingen trennen sowieso schon ein emotionaler Prozess sein kann, wie zum Beispiel bei mir mit meinen Büchern.
Natürlich sollte man nicht sinnlos Dinge entsorgen, die du ein paar Wochen oder Monate später wieder brauchst, wie zum Beispiel eine Winterjacke. Das macht nur dann Sinn, wenn du in ein warmes Land ziehst, schon eine neue Jacke hast oder bereit bist, eine Neue zu besorgen.

Wie und wo kannst du beginnen?

Rachel Aust, die ich im Rahmen der 30 Day Minimalism Challenge erwähnt habe, hat einen tollen Youtubekanal, genauso wie Matt D’Avella, der regelmäßig sehr aufwendige und sehr gute Videos veröffentlicht. Auch Simply Happy Zen macht regelmäßig Minimalismus-Content, sowie A Small Wardrobe, die sich vor allem auf Kleidung spezialisiert. Wenn du mehr der Fan von Lesen bist kann ich dir das Buch von Marie Kondo empfehlen!

Viel Spass beim Erkunden des Minimalismus!

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