16.3. – Das Leben in Wien mit den Ausgangsbeschränkungen

Montag, 16. März, 9:38

In den letzten Tagen hat sich die Situation in Österreich bezüglich des Coronavirus verschärft.
Es ist fast verrückt, denn jetzt, wo die Bäume blühen, die Sonne scheint und das Leben wieder an Schwung gewinnt, wird mein Wunsch, nach draußen zu gehen, Tag für Tag immer kleiner.
Der Nachrichtenkonsum als meine neue Sucht, herausfinden, welche Nachrichten bestätigt sind und was ich zu Fake News zählen muss. Zu lesen, dass Grenzen schließen, Flüge nicht mehr starten und landen, zu sehen, wie leer die Regale in den Supermärkten sind – das kann schon in Panik versetzen, mich mit eingeschlossen.
Gestern noch die Überlegung, nach Hause in ein anderes Bundesland zu fahren oder doch in der Wiener Großstadt zu bleiben, da die Einschränkungen in einer Millionenstadt vermutlich größer und länger vorhanden bleiben werden.
Zuhause, in meiner Wohnung in Wien, spielt sich jetzt das ganze Leben ab: Studium im Home-Learning, Arbeit im Home-Office, Wohnen, Fitnessstudio und Rückzugsort mit dazu – da wäre ein Garten oder ein Balkon doch ganz gut. Jetzt muss halt das Küchenfenster herhalten, einmal aufreissen, Sessel davor und sich sonnen lassen. Den Ausdruck „Decke auf dem Kopf fliegen“ am eigenen Leib erfahren.

Denn auch, wenn man nach wie vor hinausgehen darf, wenn man unabdinglich vom Arbeitsplatz ist, Lebensmittel oder Medikamente besorgen muss oder anderen hilft, tue ich mir schwer, sorgenlos hinauszugehen.
Denn durch die Wohnungstüre höre ich Nachbarn husten, frage mich, ob es vom Rauchen kommt, im Spielplatz nebenan geht noch die Post ab und auch ältere Personen sehe ich vor meinem Fenster gemütlich in Gruppen spazieren und lachen. Ich frage mich: „Ist der Ernst der Lage nicht klar? Wenn jetzt alle gemeinsam mithelfen, funktioniert es rascher!“
Denn ich selbst würde vermutlich nur einen leichten Krankheitsverlauf haben, als gesunder, junger Mensch, trotzdem will ich auf keinen Fall für eine Ansteckung eines anderen Menschen, der vielleicht älter ist und weniger Chancen hat, verantwortlich sein.
Daher lautet der Plan, so lange es geht, so wenig wie möglich draußen zu sein, und wenn diese Woche der Einkauf dann doch ansteht, alles auf einmal zu besorgen und die Zeit so gering wie möglich halten.

Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt, wie lange die Zeit noch dauern wird. Es sind verrückte Zeiten in denen wir leben… Wer hätte das vorausgesehen?

An alle da draußen: Passt auf euch und Andere auf! Wir schaffen das!

Mein vorerst letzter Spaziergang,
14.3., 12:00

Mein Leben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.