Was ihnen allen zu Weihnachten geschah

Was ihnen allen zu Weihnachten geschah, fragst du dich?

Seetjes Pflanzen, die sie so sorgfältig pflegte, waren Ablenkung. Als sie dies erkannte, verschenkte Seetje all ihre Pflanzen den Kindern gegenüber ihres Hauses. Ob sie die wegschmissen würden, war ihr egal. Seetjes Wohnung war nun gänzlich leer und sie entschloss sich, einen Platz im örtlichen Altersheim einzunehmen. Ihrer Meinung nach hat ihr freies Leben aufgehört zu existieren. An Heilig Abend saß sie bereits im Kreise der Anderen und sang Lieder, so wie früher.

Nachdem Yuki ihre Arbeitskollegen sprechen hörte, wusste sie, dass sie sich ihrer Angst stellen musste. Sie ging nach Monaten wieder in das Fitnessstudio und sah ihn. Ihre Augen trafen sich und sie wusste, dass, obwohl sie ihn abgewiesen hatte, sie trotzdem verletzter war als er. Nun war es Winter und er schien nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. An Heilig Abend trank sie Dosen voll Bier und rief spätnachts Hanna an, um mit ihr zu telefonieren.

Micah lernte in den darauffolgenden Wochen einen Studenten namens Fabio kennen. Er war niemand Äußergewöhnliches, doch für Micah wurde er es. Er half ihm endlich wieder richtig zu lachen. Bayan und Micah trafen sich nicht mehr und irgendwann sah er auf Snapchat, dass sie mit ihrem Ex wieder etwas hatte. Ihm machte das nichts. An Heilig Abend machten Fabio und er sich aus, dass sie Silvester zusammen mit Feuerwerken und Alkohol verbringen würden. „Hauptsache, wir haben Spaß“, schrieb Micah ihm.

Die alte Frau, bei der Beatrice aushalf, benötigte ihre Hilfe nicht mehr, bezahlte sie aber noch kräftig. So entschloss sie sich doch letztendlich, die Ausbildung zur Buchhalterin zu beginnen, wo sie finanziell gesichert war für eine Zeit. Sie erzählte es niemandem, nicht einmal ihrem Sohn Alex. An Heilig Abend besuchte sie das Grab ihrer Eltern, in Gedanken schon beim nächsten Kurstermin. „Vielleicht ändert sich jetzt alles“, sagte sie sich immerzu. 

Omeed beworb sich für den Sommer an der Supermarktkasse. Seine Eltern waren besorgt, dass es noch zu früh war für einen Job, aber als er ihnen sagte, dass er im Winter nach Madrid reisen will mit diesem Geld, hatten sie größere Ängste. An Heilig Abend dachte er an das Mädchen, das er so gerne mochte und ob sie gerade auch wohl  mit ihren Geschwistern lachte und sich über Geschenke freute.

Lars musste nach seinem Schmerzanfall für längere Zeit im Krankenhaus bleiben und Lena reinen Tisch machen. Auch seinen Brüdern erzählte er von seinen dunklen Gedanken und Ängsten. Seine Kinder brachten ihm viele Bücher in das Zimmer, die er ihnen vorlesen musste. Eines fanden sie im Keller und inmitten der Seiten Lars ein Foto von seinen Brüdern, als sie jünger waren. Er weinte dort schrecklich. An Heilig Abend dachte er: „Meine Kindheit war wohl doch nicht so weinfrei.“

 

Am Schluss noch eine Botschaft an dich, liebe Leserin und lieber Leser:

Seetje, Yuki, Micah, Beatrice, Omeed und Lars – S Y M B O L

Nimm dir daraus mit, was du willst.

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