Ich sah ihr Leben durch meine Augen

Eines Abends sprachen wir miteinander, es dämmerte bereits.

Ich war an ihrer Seite und sie erzählte mir ein bisschen von ihrem Leben, das so viele Jahre schon zählte. Ein wenig hoben sich ihre Mundwinkel, als sie von dem Haus am Puchberg sprach, wie kalt es dort war. Trotzdem fühlte sie sich dort sicherer als in ihrem wirklichen Zuhause.

Sie sprach von den Fliegern und den Alarmen, die täglich erklangen. Es war, als würden sie spielen, als wechselten sie sich gegenseitig ab.

Mal war sie in ihrem Leben alleine, mal zu zweit. Eine Weile waren sie sogar zu sechst, was sie sehr freute.

Sie sah in die Ferne der Sterne und plötzlich spürte ich es. Ich konnte mit ihren Augen sehen… Ich sah Wien, ich sah Neudörfl und ich sah Puchberg. 2Ich sah meinen Vater und meine Onkels als Kinder und meinen Großvater als Familienoberhaupt. Zusammen sahen wir das Leid und die Freude, die Wärme und die Kälte, die Aufmunterung und den Kampf. Wir atmeten zusammen.

Ich blinzelte und sah sie wieder an. Ich hatte zusammen mit ihr diese Jahre auch gelebt. Ich hatte gesehen, was sie sah…

Zum Schluss sagte sie mir noch eines, als bereits die Sterne am Himmel schienen: „Wenn du einen Partner hast, zeige es ihm. Jeden Tag.“

Nachdenkliches

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