Unsere Gedanken und unser Körper begleiten uns überallhin, das liegt auf der Hand. Spannender ist es, wenn wir uns überlegen, welche Schuhe uns schon in welches Land gebracht haben, welche Gegenden man bereits mit dem Rucksack erkundet hat.

Für mich ist es spannend, darüber nachzudenken, wohin mich mein Tagebuch bereits begleitet hat…

In die Steiermark, nach Kroatien, nach England und Schottland, sogar nach Polen und Japan. Heute bin ich offen für die Orte, die mein Herz noch berühren werden, für die Dinge, die mir noch Angst und Spaß machen werden. Und ich denke, dass mein Tagebuch es auch ist.

Was begleitet dich überallhin?

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Wenn du Inspiration brauchst: Wieso du ab heute Tagebuch schreiben wirst

Eines Abends sprachen wir miteinander, es dämmerte bereits.

Ich war an ihrer Seite und sie erzählte mir ein bisschen von ihrem Leben, das so viele Jahre schon zählte. Ein wenig hoben sich ihre Mundwinkel, als sie von dem Haus am Puchberg sprach, wie kalt es dort war. Trotzdem fühlte sie sich dort sicherer als in ihrem wirklichen Zuhause.

Sie sprach von den Fliegern und den Alarmen, die täglich erklangen. Es war, als würden sie spielen, als wechselten sie sich gegenseitig ab.

Mal war sie in ihrem Leben alleine, mal zu zweit. Eine Weile waren sie sogar zu sechst, was sie sehr freute.

Sie sah in die Ferne der Sterne und plötzlich spürte ich es. Ich konnte mit ihren Augen sehen… Ich sah Wien, ich sah Neudörfl und ich sah Puchberg. 2Ich sah meinen Vater und meine Onkels als Kinder und meinen Großvater als Familienoberhaupt. Zusammen sahen wir das Leid und die Freude, die Wärme und die Kälte, die Aufmunterung und den Kampf. Wir atmeten zusammen.

Ich blinzelte und sah sie wieder an. Ich hatte zusammen mit ihr diese Jahre auch gelebt. Ich hatte gesehen, was sie sah…

Zum Schluss sagte sie mir noch eines, als bereits die Sterne am Himmel schienen: „Wenn du einen Partner hast, zeige es ihm. Jeden Tag.“

Ich glaube ja auch, dass es verschiedene Versionen meines Lebens gibt, Parallelwelten, wenn du es so nennen willst.

In einem anderen Leben bin ich vermutlich mit jemand anderem zusammen, vielleicht aber auch alleine, vermutlich in einem anderen Land. Vielleicht schreibe ich dort nicht, bin aber Profisportlerin. Wahrscheinlich hätte ich lange Haare bis zur Hüfte und meine Lieblingsfarbe wäre Grün. Mein Leben wäre so anders, weil ich andere Entscheidungen getroffen hätte…

„Was wäre wenn“-Spiele sind spannend, aber am Ende leben wir immer im Jetzt. Auch die Zukunft, über die wir so gerne nachdenken und die Vergangenheit, die wir versuchen zu vergessen – sie sind alle im „Jetzt“. Es passiert immer alles im „Jetzt“. So auch mein Leben, „diese“ Version meines Lebens.

Der deutsche Youtuber Julien Bam hat vor einiger Zeit ein Video zum Thema Entscheidungen hochgeladen, das mich stutzig gemacht hat – wenn du darauf Lust hast, klick‘ auf den Link:

Wir alle kennen sie – negative Menschen, die nur jammern. Sie jammern im Zug, sie jammern im Café, sie jammern am Telefon, sie jammern in der Schlange an der Kasse.

Ich denke, wir verstehen alle, was am Jammern so Spaß macht – aufregen, sich sarkastisch äußern und dann hören die Leute auch einem so gerne zu, wenn wir etwas Schreckliches erzählen. Ich meine, wer will denn schon hören, dass der andere auf die Frage „Wie geht’s?“ fröhlich sagt, dass er heute einen guten Tag hat?

Deswegen verdienen auch die ganzen Newssendungen und Zeitungen so viel Geld: Negativität ist ein Magnet, der dich nicht mehr loslässt. Gratulation, die Negativität hat dich im Griff und hat nicht mehr vor, dich loszulassen. Es steckt dich an wie eine Krankheit, dein Herz wird schwer und schwarz.

Wenn du dem ganzen Mist noch länger zuhörst, machst du dir das eigene Leben schwerer, als es notwendig wäre. Denn sieh dich um: Dein Leben ist toll! Du hast Zugang zum Internet, liest diesen Blog und hast die Möglichkeit zu essen und zu trinken. Manche Dinge sind wirklich schlimm und man kann sie nicht ändern, aber sich nach einem Jahr immer noch über die verrückte Mitbewohnerin zu ärgern ist nicht zielführend – auch das muss ich noch lernen.

Sei ehrlich mit dir. Die negativen Menschen in deinem Leben – ja, genau die, an die du gerade denkst – helfen sie dir, ein besserer Mensch zu werden? Helfen sie dir, deine Ziele zu erfüllen? Sind sie wirklich deine „Freunde“, wenn sie abwertend reagieren, wenn du versuchst, das Thema zu wechseln und Positiveres ins Gespräch zu bringen?

Es ist deine Entscheidung.

 

Meine Figuren sprechen verschiedene Sprachen, sie glauben an verschiedene Dinge. Manchmal sind sie laut, manchmal sind sie leise. Manchmal sind sie ich, manchmal sind sie jemand und manchmal sind sie niemand.

Wenn ich schreibe, erfinde ich Figuren, sie alle stehen auf einer Bühne. Manchmal ist sie hell erleuchtet, manchmal dunkel und die Luft steht. Sie sehen sich gegenseitig an und sind verwundert, weil sie alle so unterschiedlich sind. Manche tragen teure Kleidung, andere sehen aus wie der gewöhnlichste Mensch auf der Straße. Manchmal sprechen sie miteinander, manchmal hört man im Hintergrund die Musik, manchmal herrscht Totenstille.

Wenn die Geschichte zu Ende ist, dreht sich die Figur um und verschwindet auf den Seiteneingängen – sie ist weg. Sie ist draußen und ich kann sie nicht mehr verändern.