Eigentlich dachte ich, dass diese Geschichte das Ende wäre. Also, dass es mit uns endet. Mit uns gemeinsam. Es hat dann geendet, aber nicht mit uns. Aber dann kam das Leben dazwischen. Eigentlich bin ich froh, dass es so kommen musste. Mir geht es verdammt gut, richtig gut, übergut.

Okay.

Ich hör schon damit auf.

Natürlich kann es mir ein paar Monate danach nicht gutgehen. Wie auch? Ich hatte noch nicht einmal die Chance, dir betrunken zu schreiben, wie sehr ich dich vermisse. Hauptsächlich, weil ich dem Alkohol fernbleibe. Trotzdem würde ich gerne dir schreiben. Tue ich aber nicht, auf Hinweise meiner Freunde.

Schämen würde ich mich, wenn es „bewusst“ passieren würde – aber so, wenn ich „eigentlich“ betrunken bin und es eigentlich gar nicht weiß… Dann wäre es okay.

Du wirst mir nie schreiben, das weiß ich. Da könnte ich von einer Karre überfahren werden, selbst dann würde darauf nichts von dir kommen. In der Hinsicht bist du anspruchsvoll, man muss dir hinterherrennen.

Das musste ich, damit du mit mir auf ein Date gehst, das musste ich, damit du mit mir auf Urlaub fährst.

Das habe ich dir während unserer Beziehung, wenn man das überhaupt so nennen darf, auch oft gesagt. Aber das war dir egal. Du hast einfach weiter auf mich und meine Annäherungen gewartet.

Tja und jetzt sitze ich hier und starre aus dem Fenster. Die verdammte Baustelle ist da immer noch, auch nach zwei Jahren. Dass man zum Wohnung bauen so lange braucht, wusste ich echt nicht.

Als unsere Liebesgeschichte begann, hatten sie gerade die Fläche geplättet. Es war so flach und so leer – und so viel schöner als der Zustand jetzt.

Nach einem Monat, da gingen wir gerade händchenhaltend, da haben wir das Schild gesehen, dass dort Wohnungen hinkommen sollen. Wir waren so verliebt und so glücklich.

Nach fünf Monaten, da begannen unsere Auseinandersetzungen, da hast du mir gesagt, du seist mir angeblich egal.

Ich war so wütend, dass du so etwas tatsächlich denken würdest. Ich habe dich ausgelacht und du hast mir gedroht, du würdest auf den Kran gegenüber klettern. Ich habe gesagt, dass du doch tun sollst, was du willst und bin weggegangen.

25 Minuten später hab ich dann auf Snapchat mitverfolgen können, was du jetzt für eine Scheiße fabriziert hast. Auf den dämlichen Kran bist du mitten in der Nacht gestiegen.

Du warst verrückt, das wusste ich. Ich wusste es ganz genau, worauf ich mich mit dir einließ. Auf einen verrückten Haufen. Keine Ziele und schwer zu motivieren. Und anscheinend auch schwer, Vertrauen aufzubauen.

Danach haben wir beide noch versucht, dass es besser wird, aber wir beide waren nie sehr willensstark und auch schlichtweg zu faul, um unsere Beziehung zu verbessern. Es war einfach leichter, es zugrunde gehen zu lassen.

Überraschenderweise dauerte es noch ein Jahr, bis es wirklich zu Ende war.

Jetzt ist es  Frühling und die Wohnungen gegenüber sind fertig zum Beziehen. Bald werden dort glückliche Familien wohnen und ihre kitschigen Vorhänge um die Fenster schmücken, die ich dann anstarren muss.

Das ist aber eigentlich gar nicht so schlimm.

Ich werde dort immer nur den gelben Kran dort stehen sehen, auf den du ja unbedingt klettern musstest, damit ich Angst um dich kriege.

Dass du mir so wichtig warst, konntest du mir nie glauben.

Deine Komplexe mit Vertrauen besprichst du hoffentlich jetzt mit deinem Therapeuten. Vielleicht kannst du so auch endlich glücklich werden.

Denn mir geht es verdammt gut, richtig gut.

Ich bin eine mutige Frau. Aber auch ungeduldig. Manches kann ruhig seine Zeit brauchen, so wie Nudeln im Topf , aber eine Liebesgeschichte in meinen Augen nicht.

Ich frage gerne nach Dates, weil es spannend ist und ich regelrecht aus meiner Komfortzone geschmissen werde. Natürlich kann das schiefgehen: „Und wenn es nicht klappt, habe ich eine neue Geschichte“, das habe ich immer zu mir gesagt.

Tja, liebe Leserin und lieber Leser, du darfst dich glücklich schätzen, hier ist: HOW TO GET REJECTED BY A GUY.

Meistens sieht man nach 0,5 Sekunden, ob es eine Ablehnung geben wird. Ich entdecke dann im Auge meines Gegenübers ein Licht, das gemeinsam mit der Zukunft, die wir meiner Meinung nach teilen hätten sollen, verschwindet.

Bye bye, Baby.

Keine der nachfolgenden Geschichten endete auch nur annähernd in einer Beziehung. Dramatisch und traurig zugleich, ich weiß. Nur eine Geschichte endete in einem Kuss –  und das war dann auch noch mein Erster, also so viel zu den Traumata, die ich im Laufe der Jahre angesammelt habe.

Aus Datenschutzgründen (oder so) werde ich transparent halten, um wen es sich hier genau handelt, auf der anderen Seite: Hey Papa, wenn du das hier  liest – ja, das sind die Arschlöcher, von denen ich dir erzählt habe! 

Mein erster Kuss

Die Abfuhr kam natürlich erst nach dem Kuss. Das tat meinem 16-jährigen Herzen weh, aber heute lache ich darüber.

Gedanken und Hoffnungen habe ich  mir gedacht, leider zu viele und immer dabei mein Gegenüber vergessend. Er war nicht auf Zukunft aus. Und wenn ich ehrlich bin, hätte er wohl nicht mit mir umgehen können. Manchmal merkt man das gleich beim Kennenlernen und manchmal muss man sich erst küssen.

Oder er hat mir eine Abfuhr verpasst, weil ich zu viel Ingwer und Knoblauch an diesem Tag gegessen habe, das kann auch ein Grund sein.

Arbeitskollege Nummer 1

Oh ja, es gibt mehr als nur einen Arbeitskollegen, den ich im Laufe der Jahre mochte. Wahrscheinlich, weil ich so viel Zeit in der Arbeit verbringe glaubt mein Herz, es wäre günstig, sich dort in jemanden zu verschauen.

Wir beide konnten uns super über die Arbeit unterhalten und das war es eigentlich schon. Dass er ein guter Mensch war, hatte ich sofort gespürt.

Ich bastelte für die Arbeit eine Motivationsbox mit Sprüchen, die man sich nehmen kann, um – Trommelwirbel – Motivation zu erhalten.

Dieser eine Typ mochte die Box sehr gerne und am Heimweg, den wir uns sein Stück teilten, erzählte er mir, dass er dieses Mal vergessen hatte, sich einen zu nehmen. Dafür würde er sich nächste Woche gleich zwei nehmen.

Nun ja, ich hatte an Ort und Stelle beschlossen, die Chance zu nutzen und es zu wagen. So bastelte ich in der kommenden Woche einen speziellen Zettel, auf dem stand, ob er nicht mit mir ausgehen wollte. Motivation für sein Dating-Life also, hehe 😉

Als ich ihm diesen Zettel dann gab, fiel eine riesige Last von meinen Schultern, so gerne mochte ich ihn und so gerne wollte ich einfach eine Antwort haben. Zugleich strömte aber auch ein Liter Erdbeersaft über meinen Kopf, so verdammt rot wurde ich.

Dann nach 0,5 Sekunden nicht mehr, als das Licht in seinen grünen Augen verschwand.

Er sagte zu mir, dass es das Süßeste wäre, was jemand jemals für ihn getan hätte und, dass er sich sehr geschmeichelt fühle. Und, dass er in einer glücklichen Beziehung wäre.

„Wow, das ist die beste Ablehnung, die ich mir wünschen hätte können. Er ist so ein toller Mann. Heute habe ich viel von ihm gelernt. Und ich bin mir sicher, dass seine Freundin super ist! Oh Mann, ich freue mich voll für ihn, dass er glücklich ist!“

Diese Reflexion fand natürlich erst im Nachhinein statt, der Arbeitstag war ziiiiiiemlich beschissen.

Arbeitskollege Nummer 2

Er entsprach überhaupt nicht meinem „Typ“, aber durch ich habe ich gelernt, dass ich gar nicht so richtig einen „Typ“ habe, sondern Charakter und Humor die schlagenden Argumente für mich sind. Und er war interessant. Und er mochte Essen.

Meiner Meinung nach hätte also schon der Umzugstrupp anläuten können – wir würden zusammenziehen und wären so ein tolles Team.

Das einzige Problem: Er war verdammt verschwiegen und ich vermutete, dass er einfach nur zu schüchtern war, etwas zu sagen. Deswegen dachte ich mir, ich würde einfach auf ihn zugehen und ihm eine schriftliche Essenseinladung überreichen:

„Willst du mit mir mal was Essen gehen? Kreuze an: 

O Ja         O Ja         O  Ja

Hier ist meine Telefonnummer: 12345678910“

Ziemlich gewagt und frech, aber so mag ich es.

Trotzdem verschwand nach 0,5 Sekunden das Licht in seinen braunen Augen und mich grüßte die Ablehnung – mein alter Bekannter.

Die Arbeit wurde dadurch ziemlich scheiße, weil wir viel gemeinsam zu tun hatten. Manchmal tauchte er urplötzlich in meiner Nähe auf und ich wollte einfach nur kotzen.

Lustig, dass wir jetzt aber befreundet sind. So konnte ich auch sehen, dass ich ihn falsch eingeschätzt hatte – wir wären niemals ein harmonisches Paar gewesen. Und ich habe erfahren, dass er nicht gerne Scharfes isst. Bye bye, Baby. 

Der Verrückte

Das ist die schlimmste Ablehnung, aber eine, die wirklich verdammt notwendig war! Manchmal will ich mit dem Kopf durch die Wand und manchmal muss mir dann jemand eine verpassen, damit ich es endlich einsehe.

Ich war wochenlang in einem emotionalen Konflikt und dann tut mein Gehirn oft etwas sehr Blödes: Ablenkung suchen.

Ich verschaute mich in jemanden, der am anderen Ende Österreichs war, auf Basis davon, dass wir dasselbe Lieblingsvideospiel hatten (Final Fantasy X) und er Disney mochte.

A moment of silence for young Pia.

Ich bin also hingefahren, um den Mann zu treffen, mit dem ich mein Leben verbringen wollte, stattdessen habe ich aber einen Jungen gesehen, der viele Probleme hatte, sich damit nicht auseinandersetzen wollte und mich als Spielzeug verwendete.

Ich wollte es nicht einsehen, sondern unbedingt, dass aus dieser Geschichte etwas wird.

Hunderte Euro, Drohungen, Beleidigungen, Tränen und eine hohe Handyrechnung später, saß ich einem Zug von Vorarlberg nach Wien und war einfach nur mehr froh, dass endlich vorbei war.

Der „Ich-kann-es-nicht-sagen“ Typ

Er wollte mir einfach keine Abfuhr verpassen. Ich sagte mir, dass er einfach zu schüchtern ist, ich sagte mir, dass er den perfekten Zeitpunkt abwarten wollte.

Was ich mir nicht sagte war, dass, wenn ein Typ nichts sagt, er dich vielleicht auch einfach nicht so mag.

Und was macht Pia noch? Sich das Gesicht dieses Typen jahrelang im Hinterkopf behalten und manchmal davon träumen, mit ihm zusammen zu sein.

Am Ende musste ich ihn regelrecht dazu zwingen, mich abzulehnen. Kurz tat er mir leid, aber so konnte er trainieren, das zu verlangen, was er wollte und noch wichtiger: Das Abzulehnen, was er nicht will. Und das war offensichtlich eine Frau, die nach den Sternen greift, sich vegan ernährt und Bollywoodfilme mag.

Ich habe danach bemerkt, dass es mir nie so wirklich um den Typen ging, sondern um die Geschichte, die entstehen würde. „Unsere“ Geschichte, die ich natürlich egoistisch nur aus meiner Sicht sah.

Jetzt beim Schreiben fällt mir auf, dass ich schon sehr oft einen „Ich-kann-es-nicht-sagen“ Typ hatte. Und immer waren es die Schulkollegen, Trainingspartner und Tanzpartner in die ich mich verschaut habe – alles keine klugen Kopfentscheidungen. Ich hab ja gesagt, dass ich mehrere Traumata habe. 😀

 

Wie du siehst bin ich ein großer Fan von:

  1. Essen
  2. braunhaarigen Männern (Ups, das habe ich ja gar nicht hineingeschrieben 😉 )
  3. selbstgeschriebenen Notizen
  4. zynischem Humor

 

Ich habe mich mit einer Freundin schon oft darüber unterhalten, ob das nicht alles ein Kreislauf ist. Ablehnen und abgelehnt werden. Und, wenn der Zähler einmal bei Null ist, lernt man seinen Partner kennen.

So funktioniert das aber nicht.

Am Ende sind Ablehnungen nicht schlimm und ich bin für jede dankbar.

Sie haben mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin.

Ich bin immer noch verrückt und ungeduldig in diesen Angelegenheiten – zum Glück hat mein Freund sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Ich bin so dankbar, dass er in meinem Leben ist – er ist so super ❤ 🙂

Als ich diese Woche beim Schreiben dieses Eintrags war, bin ich zwei der oben erwähnten Ablehnungen begegnet. Well that was awkward.

Das nächste Mal schreibe ich über einen Lottogewinn, so viel ist klar.

Über Sport habe ich schon einmal geschrieben: Keine mehr Lust auf Sport? Vielleicht hilft dir das:

Der Gedanke, ein Leben lang immer nur dasselbe zu machen und sich nicht weiterzuentwickeln, der macht mir Angst. Trotzdem dachte ich, dass ich ein Leben lang denselben Sport ausüben werde. Einfach, „weil ich es schon immer getan habe“. Etwas zu tun, nur weil es so in der Vergangenheit der Fall war, ist feige. Uuuuuund ziemlich langweilig.

 

Hier gibt es nun ein wenig Inspiration! Das sind die Dinge, die ich mache.

 

Seit einigen Monaten bin ich schon nicht mehr in einem Fitnessstudio angemeldet, unzufrieden war ich aus zweierlei Gründen.

  1. Die Entfernung.
  2. Die Kosten.

Ich musste immer eine Stunde als Hin- und Rückfahrt berechnen und zu stressigen Zeiten hatte ich einfach nicht die Verantwortung, das zu übernehmen. Also machte ich einfach keinen Sport.

Dann, wiederum, weil ich seltener dort war, habe ich mir jedes Mal den Gedanken gestellt, wie viel ich gerade trainiere und ob es sich noch auszahlt.

Diese Gedanken unterstützen nicht gerade meine Motivation und so veränderte sich mein Mindset. Irgendwann machte mir Sport keinen Spaß mehr und das hat mir wiederum Angst gemacht. So etwas hatte ich vor drei, vier Jahren zuletzt erlebt, als ich noch Kraftdreikampf gemacht habe, aber irgendwann war der Funke dabei weg. Das ist wie das Ende einer Beziehung – man ist sprachlos und fühlt sich bekämpft.

Was ich aber anstatt eines Fitnessstudios tun sollte, das wusste ich auch nicht, also blieb ich noch eine Weile angemeldet.

Meine Rettung fand ich, als ich eines Nachmittags auf Youtuber herumsurfte. Ich habe ein Video gesehen. Ich habe es ausprobiert. Und ich habe mich in den Schmerz verliebt.

Die Youtuberin Cassey Ho, auch bekannt als Blogilates, kannte ich schon durch meine Schwester Zoe, aber umgesetzt habe ich es nie. Ich dachte, dass Eigengewicht sich nichts bringt, ich sowieso nichts fühlen würde und man sowieso nur mit 50kg am Rücken weiterkommt. (Die Worte einer wahren Gewichtheberin).

Aber an diesem Tag testete ich die Übungen aus und eines muss ich zugeben: Selten habe ich mich so getäuscht.

Mein Körper hat sich auf eine Art und Weise verändert, wie ich es zuvor noch nie erlebt hatte und das Allerwichtigste: Ich hatte wieder Spaß.

Ich kann die Videos überall machen, es ist gratis und ich muss keinen Anfahrtsweg mehr bezwingen – die Hindernisse, Sport zu machen, habe ich bewusst verändert.

Zusätzlich gehe ich laufen, mache Yoga und boxe 😀 Das funktioniert gerade gut und macht mir sehr viel Spaß 🙂

Wenn du auch diese Videos ausprobieren willst, verlinke ich dir jetzt meine allstar-favourites!

 

 

Eines frühen Morgens sah ich es.

Das Mädchen mit den Avocadosocken.

Es trug sonst nur Schwarzes am Leib, aber frech blitzen die Socken in Grün und Gelb zwischen Hose und Stiefel hervor. Winter war es und der frohe Anblick solch süßer Socken riss mich aus den roboterhaften Gedanken heraus. Wo hatte das Mädchen sie wohl her?

Die restliche Zeit meiner Straßenbahnfahrt starrte ich also diese Socken an. Leute steigen aus, andere Leute steigen ein. Was das Mädchen wohl heute noch so machen würde…

Wir beide stiegen bei derselben Station aus und meine Augen folgten weiter ihren Socken. Die Stiefel wichen erfolgreich einem Stück Hundescheiße aus, mich hingegen traf es unerwartet und ich musste mich Müh‘ und Not davonkommen.

Ich fragte mich, ob das Mädchen den ganzen Tag, so wie ich, an der Universität verbringen würde. Ob es sich gesund ernährt und, ob es vielleicht sogar sogar eine Avocado essen würde.

Auf den Trampelpfad zu den Stiegen hinauf musste ich lächeln. Heute war ich so wütend aufgestanden, ohne Grund. In letzter Zeit war ich so oft so schlecht drauf. Und das gefiel mir nicht.

Wann hatte ich begonnen, so negativ zu denken? Mich einfach so schlecht zu fühlen?

Ich schob es auf das schlechte und kalte Wetter, auf die deprimierenden und teuflischen Nachrichten, auf die dummen und nervigen Idioten, die sich in meinem Alltag herumtreiben – aber all das waren nur faule Ausreden.

Ich hatte mein Glück von äußeren Dingen abhängig gemacht. Ich hatte mich dazu entschlossen, nichts zu tun.

Das Mädchen mit den Avocadosocken war garantiert nicht so schlecht drauf wie ich, da war ich mir sicher.

Plötzlich bog das Mädchen rechts ab in einen anderen Gang, in den ich nicht musste. Die Socken verschwanden aus meinem Blickfeld. Traurig war ich aber nicht.

Die Avocadosocken waren zwar weg und ich wusste nicht einmal genau mehr, wie das Gesicht des Mädchens aussah, aber der Gedanke, der dadurch entstand, der war noch da.

Ich will damit aufhören, mein Glück vom Wetter, von den Nachrichten und von anderen Menschen abhängig zu machen.

Und ich will mir Avocadosocken kaufen.

Sicher hast du schon einmal von ihnen gehört: Shaolin Kung Fu Mönche.

Wer sie genau sind, wusste ich selbst nicht, als ich mich mit meinem Papa gemeinsam auf dem Weg zum Museumsquartier machte. Ich war dort um ihn einzuladen, als Geste der Dankbarkeit für so viele Jahre an Beistand und Glauben. Außerdem hatte ich den Verdacht, dass es ihm gefallen würde.

Dass mich aber dieses Event auch einen Monat danach beschäftigen würde, hätte ich nicht gedacht.

Der Nachmittag entfaltete sich einerseits als Einführung in das Thema, andererseits spektakulären Live-Acts. Weiter unten habe ich dir ein Video verlinkt, in dem man die aktuellen Highlights gut nachvollziehen kann.

Am besten hat mir der ältere Herr gefallen, der vorführte, wie beweglich er noch ist. Er streckte sein Knie geradeheraus, bewegte seinen Oberkörper nach unten und versuchte, seinen Fuß zu berühren. Mir blieb die Spucke weg, als ich dann sah, als er plötzlich den Fuß in seinen Mund steckte. So weit konnte er sich nach unten dehnen.

Mein Papa lachte nur laut auf. Wenn man so etwas einmal sieht, erhält man gleich ein großes Stück Perspektive. Man denkt an die eigene Gesundheit. Dass ich nicht mal mit den Fingerspitzen meine Füße berühren kann, ist hoffentlich offensichtlich.

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Der alles andere als gebrechliche Mann!

Es wurde auch die Philosophie erklärt, wie es möglich ist, dass die Mönche über Messer gehen und nicht bluten: Ihr Geist ist stärker als der Schmerz. Mithilfe ihres Willens überwinden sie alles.

Der Mensch erhält in dieser Bewegung einen Handlungsrahmen, in dem die eigenen Gedanken und Einstellungen zählen.

Manche behaupten, dass das in der Realität nicht so ist und, dass man eher reagiert, als agiert. Ich sehe das anders: Es ist besser, viel zu tun und enttäuscht zu werden, als nichts zu tun und niemals zu erfahren, was möglich gewesen wäre.

Trotzdem kam ich beim Zusehen auch nicht umhin mich zu fragen, wie diese jungen Männer ihren Weg zu so einer Welttournee und so auch nach Wien finden… Und ob sie während dieser Zeit gut behandelt werden. Und, was sie so denken, wenn sie eine Stadt sehen. Was sie von dieser anderen Welt halten. Ab und zu erhält man durch äußere Einflüsse plötzlich die Idee, wie man die Welt wieder mit anderen Augen sehen kann.

Nach zwei Stunden bin ich mit einem Lächeln, Motivation und der Bestätigung, dass man immer selbst für sein Leben verantwortlich ist, gegangen. Manchmal kann man Äußeres wirklich nicht beeinflussen: Inflation, unhöfliche Leute in öffentlichen Verkehrsmitteln und, wer neben dir im Zug laut telefoniert.

Aber du kannst eine Entscheidung treffen. Wie wirst du reagieren? Willst du aufgeben oder dich noch ein bisschen anstrengen? Es liegt an dir.

Ich habe auch gelernt, dass es möglich ist, auch noch mit 85 aktiv zu sein. Und, dass man seinen Mund über seinen Fuß stülpen kann – wenn man nur genügend übt und an sich glaubt.

Die ersten zwei Monate des neuen Jahres ist vorbei – kann man es also überhaupt noch neues Jahr nennen?

Mein Blog dreht sich viel um Japan – meine große Liebe, immerhin. Ich höre seit fast einem Jahrzehnt japanische Musik und habe schon die unterschiedlichsten Genres entdeckt… Vielleicht möchtest du ja in meine Empfehlungen reinhören!

Zunächst folgt Funk, dann mein Lieblingsschlager. Langsame und melodische Lieder, Rap und Good Flow Musik zum Schluss 🙂 ❤

Funk:

Lieblingsschlager aus den 70ern:

Langsam und melodisch:

Rap:

Good Flow:

 

Alle Bemühungen sind umsonst.

Es reicht nicht.

Ich bin nicht genug. 

Vielleicht denkst du so, weil in deinem Leben bisher alles so war. Alles ging schief, alles bleibt kaputt. Egal ob du Schuld bist oder die Anderen.

Aber weißt du, nur weil dir immer wieder etwas passiert, heißt das nicht, dass sich eines Tages das nicht ändern kann.

Veränderung ist gruselig.

Oft verändert sich nämlich nicht nur das, was du dir wünscht. Wir Menschen sind nicht sehr weitsichtig und können oft nicht verstehen, dass wenn wir das Eine wollen, wir auch die Folgen des Anderen akzeptieren müssen.

Wie kann man also in solchen Zeiten sich helfen, positiver zu denken?

Vielleicht versuche daran zu denken, dass du mit deiner Geschichte jemand anderem einmal helfen kannst! Es wird eine gute Geschichte sein, die andere Leute dazu inspiriert, auch weiterzugehen und sich über die Schmerzen hinwegzusetzen.

Es kann auch sein, dass du in deinem Leben „lebst“, dir aber denkst, dass du zu mehr geschaffen bist.

Es ist völlig okay so und zeugt nicht von Überheblichkeit. Vielleicht kannst du wirklich mehr aus deinem Leben machen. Sich selbst anzulügen tut am meisten weh.

Mehr zu wollen und mehr zu sein… Natürlich ist das so viel schwerer. Natürlich, sonst würden es ja alle machen.

Und wenn du bereit bist, nur wenig zu geben, wirst du auch nur wenig kriegen, so viel ist klar.

Wie viele kennst du in deinem Leben, die tatsächlich das machen, was sie lieben, tagtäglich? Ich selbst bin schuldig – ich weiß ganz genau, was mich glücklich macht, trotzdem habe ich es in letzter Zeit geschafft, diesen Dingen konsequent aus dem Weg zu gehen, so als wollte ich keine Freude haben.

Am Ende musst du dir selbst und deinem Weg vertrauen. Gebe dich nicht geschlagen und tue so, als hättest du dein Leben nicht in der Hand. Jeden Tag entscheidest du dich für und gegen etwas – wie genau diese Entscheidungen ausfallen, liegt in deinem Ermessen.

Und wenn du vertraust und Geduld hast, wirst du sehen, dass sich langsam etwas verändert. Du musst du ein wenig durchhalten.

Am Rande für dich eine Buchempfehlung: „Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens“ von John Strelecky.

Danke dir für’s Lesen 🙂