Liebelei am Weihnachtsmarkt – SIE

Im Zuge dieser Weihnachtswoche habe ich eine Kurzgeschichtenserie geschrieben – am 18., 21. und 24.12. wird jeweils ein Ausschnitt veröffentlicht! Viel Spaß beim Lesen wünsche ich dir und noch ruhige, entspannte Tage der Vorweihnachtszeit!

Morgens stolperte der Typ von gegenüber über die Treppe, die vor seiner Hütte lagen. Jeden Tag, seit zwei Wochen schon. Sie musste auch weiterhin jeden Tag lachen, einfach, weil es so witzig war und er irgendwie auch.

Ständig war ihr kalt, deshalb trug sie Haube, Handschuhe, Skihose und was es sonst noch alles so gab. Sie kam sich vor wie ein Marshmellow, aber dann war es ihr wieder egal.

Er war verdammt süß, wie er die Suppe ausschenkte. Fand sie zumindest. Manchmal war er etwas unbeholfen, was sie lustig fand. Sie sprachen nicht viel miteinander, er grinste immer verlegen. Ob er tatsächlich Single war, wusste sie nicht, sie hatte sich noch nicht getraut, ihn zu fragen.

Im Laufe des Tages spielte es all die Weihnachtslieder: Michael Buble, Pentatonix, Frank Sinatra, David Bowie. Wenn sie zuvor noch nicht alle Lieder auswendig mitsingen konnte, hatte sie spätestens nach dieser Arbeitserfahrung die Fähigkeit gänzlich erworben.

Brezen verkaufen machte ihr Spaß, vor allem, wenn sie sie kleinen Kindern geben konnte. Die kriegten dann total große Augen und lächelten sie an. Ab und zu kaufte auch er eine Breze bei ihr, aber wirklich viel sprachen sie auch dann nicht miteinander. Sie kannte nur seinen Namen: Alex.

Eines Nachts träumte sie davon, wie der Weihnachtsmarkt vorüber war und sie sich fragte, wo er wohl nun war. Weil sie sich nicht getraut hatte, was zu sagen, war nichts passiert. Am nächsten Tag beschloss sie, dass sie das nicht zulassen würde. Sollte er ihr ruhig eine Abfuhr verpassen, das war ihr egal. Sie hatte keine Lust darauf, ihre Gefühle einzusperren und sich für alle Zeiten Fragen wegen eines Typen von einem dämlichen Suppenstand zu stellen.
Als er wieder eine Brezel bei ihr kaufte, gab sie ihm diesen Zettel dazu:

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„Gerne…“, grinste er verlegen. „Überall, nur nicht am Weihnachtsmarkt.“

Geschichten

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