Wieso du ab heute Tagebuch schreiben wirst

Seit vielen Jahren schreibe ich Tagebuch. Begonnen hat alles mit einem richtig beschissenem Tag, als ich 14 Jahre alt war. So habe ich einfach Zeilen in einem alten Notizbuch niedergeschrieben und das tue ich nun schon seit vielen Jahren. Etwas anderes kann ich mir gar nicht mehr vorstellen!

Mein Ratschlag für jeden, der momentan einfach nicht weiß, wohin mit seinen Gedanken, Gefühlen, Sorgen: Schreib Tagebuch.

Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Tagebuch zu führen. Du kannst jeden Tag schreiben, du kannst schreiben, wenn es dir schlecht geht. Du kannst ein Dankbarkeitstagebuch schreiben, du kannst dich über alles aufregen und ein Wuttagebuch verfassen. Du musst nicht einmal mit „Liebes Tagebuch“ beginnen, schreib‘ doch einfach „Sternflotten Logbucheintrag #71“. Ist doch scheißegal, das ist deine Sache! Mach das, womit du dich wohlfühlst!

Noch am Zweifeln? Hier habe ich noch sechs weitere Gründe, wieso du Tagebuch schreiben wirst:

  1. Du wirst dir selbst helfen. Deine Sorgen, Ängste und Probleme in Worten auszudrücken wird dir schon unheimlich viel helfen. Was ist es denn genau, was dich stört? Du kannst auch nur schreiben, wie sehr du dein derzeitiges Leben hasst und was du ändern willst. Immer und immer wieder diesen Satz. Selbst das wird dir helfen, glaub‘ es mir.
  2. Du wirst dich ablenken. Wenn du traurig oder wütend bist, kann dein Tagebuch dir helfen. Du darfst inzeichnen, richtig schrecklich oder richtig ernsthaft. Du kannst ein Porträt deiner großen Liebe zu zeichnen. Du kannst eine Seite voll mit Blumen zeichnen. All das wird dich ablenken.
  3. Du wirst deine Dankbarkeit ausdrücken. Ich mache gerne eine Mindmap mit den Dingen, für die ich dankbar bin. Gestern waren das zum Beispiel: mein Reiskocher, mein Telefonat mit meiner Mama, eine liebe Nachricht von meiner Freundin, Hummus, mein Japanischsprachkurs. Wenn du einen beschissenen Tag hattest, dich am Ende aber dazu trotzdem bringst, über gute Dinge nachzudenken, macht das schon viel mit dir. Geht es dir wirklich so beschissen oder willst du einfach nicht das Gute sehen? Und wenn gerade alles beschissen läuft, wirst du trotzdem noch eine gute Sache finden.
  4. Du wirst dir einen Ort der Motivation schaffen. Auf den ersten Seiten meines Tagebuches schreibe ich immer die Sprüche, die mich am meisten inspirieren und motivieren. Du kannst dich selbst auch anfeuern!
    Hier sind meine Lieblingssprüche: Hardships often prepare ordinary people for an extraordinary destiny. (C.S.Lewis)
    Real change lies in the mirror (RMxWale)
    Promote what you love, don’t bash what you hate. (Lilly Singh)
  5. Du wirst dir Erinnerungen schaffen. Wenn du deine Gedanken aufschreibst, bleibt dir vermutlich mehr Erinnerungen, als die 372 Fotos, die du von deinem letzten Urlaub gemacht, aber nie ausgedruckt hast. Hier hast du die einzigartige Möglichkeit, Selbstreflexionsmaterial für die kommenden Jahrzehnte zu schaffen.
  6. Du wirst dich erinnern. Wenn man sich Erinnerungen schafft kann man sich auch daran erinnern – logisch. Ich lese gerne die Memoiren, als ich 16 war. Meine „Probleme“ von damals erinnern mich daran, dass die meisten Konflikte, die ich jetzt auszutragen habe, bereits in einem Jahr völlig irrelevant sind. Oder ich erinnere mich daran, wie verrückt ich nach einem bestimmten Film war und immer und immer wieder das Logo abgezeichnet habe.

Wenn ich Freundinnen erzähle, dass ich Tagebuch schreibe, fragen sie mich, ob ich es jeden Tag mache und was ich genau schreibe. Das ist gerade das Schöne: Es liegt völlig an dir. Ich selbst schreibe alle zwei, drei Tage und mein „Format“ ändert sich von Zeit zu Zeit.

Vor zwei Jahren hatten mein Tagebuch und ich eine sehr angespannte Beziehung. Ich habe nur mehr aufgeschrieben, was ich tue und nicht mehr, was ich denke und fühle. Zu dem damaligen Zeitpunkt dachte ich, dass mir einfach das Konzept meines Tagebuchschreibens nicht mehr gefällt. Aufgehört habe ich trotzdem nicht.  Heute, wenn ich es lese, sehe ich genau, wo das Problem lag: Ein großer Teil meines Lebens machte mich unglücklich und wenn ich begonnen hätte, über meine Gedanken zu reflektieren, hätte ich es nicht  mehr Nicht-sehen können. Ich wollte es mir nicht eingestehen.

Es hat mir dann aber so sehr geholfen, mein Tagebuch zu lesen und  herauszufinden, was nicht stimmt.

Und Tagebuch schreiben wird auch dir helfen – das verspreche ich dir!

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