Was würdest du tun, wenn du die Möglichkeit hast, endlich deinen perfekten Tag zu leben?

Ich verrat dir mal was: Wenn du darauf wartest, dass der perfekte Tag irgendwann mal einfach so passiert, wird er nie passieren.

Wir haben Erinnerungen an Tage, die super liefen, bei denen wir aufgeregt aufgewacht und eingeschlafen sind. Waren diese Tage aber spannend, weil wir ihn spannend gemacht haben oder jemand anderes? Wenn du die Verantwortung eines glücklichen Lebens auf jemand anderen schiebst, wirst du nie lange glücklich sein, tut mir leid.

Wenn du etwas haben willst, solltest du deinen Arsch hochkriegen und dir überlegen, was es denn genau ist, was du willst. Viele Leute wollen reich werden, aber fragen sich nie, was für sie „reich sein“ bedeutet – sind es 10.000€ oder 1.000.000€? So ist es auch beim perfekten Tag.

Ich finde, dass der Erfolg eines Tages am Morgen bereits beginnt. Ich stehe mit einer Herausforderung auf und versuche, sie bis zum Abend zu meistern. Wenn ich dieses Ziel nicht hätte, hätte ich viele Dinge nie gemacht, einfach, weil ich sie nie vor Augen gehabt habe. Ich glaube, dass man mit einem Zweck mehr erreicht, als ohne. Außerdem komme ich mir so wie in einem Videospiel vor – wie viele Punkte kann ich im Laufe des Tages schaffen?

Morgens versuche ich, Musik zu hören, die mich aufheitert und die mir die Sonne ins Herz trägt. In den letzten Wochen war ich in einem Winterloch so wie schon lange nicht mehr, dabei mag ich die Kälte. Was ich nicht mag, ist, wenn die Sonne weg ist. Trotzdem habe ich mich nicht von der Trägheit unterkriegen lassen und jeden Morgen gestartet, als wäre es mein perfekte Morgen.

Dieses Video habe ich mir angesehen und es hat mir geholfen – vielleicht dir ja auch.

Was würdest du denn an einem perfekten Tag alles tun? Was würdest du nicht tun?

Willst du dich morgens endlich dehnen, weil du so Rückenweh hast? Dann tu es.

Willst du deine Laufkarriere endlich ernster nehmen, indem du Bücher liest und Kurse besuchst? Dann tu es.

Willst du endlich eine bessere Beziehung zu deiner Schwester haben, indem du ihr wirklich zuhörst und für sie da bist? Dann tu es.

Es ist okay, wenn du jetzt gerade Dinge tust, die du nicht für immer tun willst. Wir befinden uns auf einer Reise und manchmal bleibt man an dreckigen, dubios aussehenden Stationen stehen. Manchmal wird man dort auch rausgeworfen.

Wir sind nicht mehr in der Schule, keiner wird dir eine schlechte Note geben, wenn du deinen Tag nicht so wirklich lebst, wie du es wollen würdest. Am Ende bist du dein eigener Richter. Sich selbst kann man nicht anlügen.

Wichtig ist, dass du nicht in die Opferrolle fällst und dir sagst, dass es ja anders nicht geht. Dass es zu spät wäre. Es ist nie zu spät, sein eigens Leben in die Hand zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen, Reife zu zeigen, mutig zu sein und endlich das zu tun, was Freude macht und Begeisterung auslöst.

Seit vielen Jahren schreibe ich Tagebuch. Begonnen hat alles mit einem richtig beschissenem Tag, als ich 14 Jahre alt war. So habe ich einfach Zeilen in einem alten Notizbuch niedergeschrieben und das tue ich nun schon seit vielen Jahren. Etwas anderes kann ich mir gar nicht mehr vorstellen!

Mein Ratschlag für jeden, der momentan einfach nicht weiß, wohin mit seinen Gedanken, Gefühlen, Sorgen: Schreib Tagebuch.

Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Tagebuch zu führen. Du kannst jeden Tag schreiben, du kannst schreiben, wenn es dir schlecht geht. Du kannst ein Dankbarkeitstagebuch schreiben, du kannst dich über alles aufregen und ein Wuttagebuch verfassen. Du musst nicht einmal mit „Liebes Tagebuch“ beginnen, schreib‘ doch einfach „Sternflotten Logbucheintrag #71“. Ist doch scheißegal, das ist deine Sache! Mach das, womit du dich wohlfühlst!

Noch am Zweifeln? Hier habe ich noch sechs weitere Gründe, wieso du Tagebuch schreiben wirst:

  1. Du wirst dir selbst helfen. Deine Sorgen, Ängste und Probleme in Worten auszudrücken wird dir schon unheimlich viel helfen. Was ist es denn genau, was dich stört? Du kannst auch nur schreiben, wie sehr du dein derzeitiges Leben hasst und was du ändern willst. Immer und immer wieder diesen Satz. Selbst das wird dir helfen, glaub‘ es mir.
  2. Du wirst dich ablenken. Wenn du traurig oder wütend bist, kann dein Tagebuch dir helfen. Du darfst inzeichnen, richtig schrecklich oder richtig ernsthaft. Du kannst ein Porträt deiner großen Liebe zu zeichnen. Du kannst eine Seite voll mit Blumen zeichnen. All das wird dich ablenken.
  3. Du wirst deine Dankbarkeit ausdrücken. Ich mache gerne eine Mindmap mit den Dingen, für die ich dankbar bin. Gestern waren das zum Beispiel: mein Reiskocher, mein Telefonat mit meiner Mama, eine liebe Nachricht von meiner Freundin, Hummus, mein Japanischsprachkurs. Wenn du einen beschissenen Tag hattest, dich am Ende aber dazu trotzdem bringst, über gute Dinge nachzudenken, macht das schon viel mit dir. Geht es dir wirklich so beschissen oder willst du einfach nicht das Gute sehen? Und wenn gerade alles beschissen läuft, wirst du trotzdem noch eine gute Sache finden.
  4. Du wirst dir einen Ort der Motivation schaffen. Auf den ersten Seiten meines Tagebuches schreibe ich immer die Sprüche, die mich am meisten inspirieren und motivieren. Du kannst dich selbst auch anfeuern!
    Hier sind meine Lieblingssprüche: Hardships often prepare ordinary people for an extraordinary destiny. (C.S.Lewis)
    Real change lies in the mirror (RMxWale)
    Promote what you love, don’t bash what you hate. (Lilly Singh)
  5. Du wirst dir Erinnerungen schaffen. Wenn du deine Gedanken aufschreibst, bleibt dir vermutlich mehr Erinnerungen, als die 372 Fotos, die du von deinem letzten Urlaub gemacht, aber nie ausgedruckt hast. Hier hast du die einzigartige Möglichkeit, Selbstreflexionsmaterial für die kommenden Jahrzehnte zu schaffen.
  6. Du wirst dich erinnern. Wenn man sich Erinnerungen schafft kann man sich auch daran erinnern – logisch. Ich lese gerne die Memoiren, als ich 16 war. Meine „Probleme“ von damals erinnern mich daran, dass die meisten Konflikte, die ich jetzt auszutragen habe, bereits in einem Jahr völlig irrelevant sind. Oder ich erinnere mich daran, wie verrückt ich nach einem bestimmten Film war und immer und immer wieder das Logo abgezeichnet habe.

Wenn ich Freundinnen erzähle, dass ich Tagebuch schreibe, fragen sie mich, ob ich es jeden Tag mache und was ich genau schreibe. Das ist gerade das Schöne: Es liegt völlig an dir. Ich selbst schreibe alle zwei, drei Tage und mein „Format“ ändert sich von Zeit zu Zeit.

Vor zwei Jahren hatten mein Tagebuch und ich eine sehr angespannte Beziehung. Ich habe nur mehr aufgeschrieben, was ich tue und nicht mehr, was ich denke und fühle. Zu dem damaligen Zeitpunkt dachte ich, dass mir einfach das Konzept meines Tagebuchschreibens nicht mehr gefällt. Aufgehört habe ich trotzdem nicht.  Heute, wenn ich es lese, sehe ich genau, wo das Problem lag: Ein großer Teil meines Lebens machte mich unglücklich und wenn ich begonnen hätte, über meine Gedanken zu reflektieren, hätte ich es nicht  mehr Nicht-sehen können. Ich wollte es mir nicht eingestehen.

Es hat mir dann aber so sehr geholfen, mein Tagebuch zu lesen und  herauszufinden, was nicht stimmt.

Und Tagebuch schreiben wird auch dir helfen – das verspreche ich dir!

Woher weiß man, dass gerade in diesem Moment etwas beginnt? Wie erkennt man einen Anfang?

Etwas zu beginnen ist ein Prozess, etwas entsteht durch Hingabe. Ich erschaffe also etwas – ist das der Anfang? Das Verhältnis von dem Sein und dem Nichts? Dass etwas ist, dass zuvor nichts war?

Vielleicht weiß man, dass etwas ein Anfang ist, wenn man das Ende kennt. Wenn man weiß, wie das Ergebnis sein wird, erkennt man den Anfang. Oder muss man das Ergebnis selbst durchleben, um einen Anfang zu determinieren?

Aber kann man eigentlich etwas beginnen, aus dem dann doch nichts wird? Ist es dann wirklich ein Anfang, wenn es kein Ende gibt?

 Inspiriert ist dieser Blogbeitrag durch meinen Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann, der dieses Wintersemester die Vorlesung Geschichte der Philosophie III hält – wirklich empfehlenswert! Wenn du in Wien wohnst und neugierig bist, klicke hier, schau dir die Vorlesungszeiten an und komm‘ vorbei! 🙂

 

 

Kennst du das, wenn du dich auf eine bestimmte Aussage oder Frage immer wieder vorbereitest. Wenn du im Kopf ein Gespräch durchgehst und es übst? Deine präzise Wortwahl immer und immer wieder durchgehst?

So eine Frage habe ich: „Wo siehst du dich in 10 Jahren, Pia?“

10 Jahre sind nicht so viel, wie man vielleicht denkt. Ich meine, der erste High School Musical Film ist schon vor 11 Jahren erschienen. Time fucking flies.

Manchmal stelle ich diese Frage meinen Freundinnen. Ich finde es spannend, was sie genau antworten, welche Themen für sie zentral sind. Welches Leben sie sich selbst zutrauen oder auch wünschen.

Und wie ist das bei dir? Wo siehst du dich in 10 Jahren? Wofür nimmst du dir Zeit? Deine Familie, deine Gesundheit, deine Freunde, deine Ziele, deine Hobbies? Oder findest du, dass es das Konstrukt Zeit gar nicht gibt, sondern nur das Hier und Jetzt? In anderen Worten, die Frage geschickt umgehst.

Früher habe ich eine passende Antwort auf die Frage: „Wo siehst du dich in 10 Jahren, Pia?“ geübt. Heute tue ich das nicht mehr. Ich schaue einfach schmunzelnd zum Himmel und suche nach einem Flugzeug, das gen Osten fliegt. Dort sehe ich sie, meine Zukunft.

Man fragt sich dann schon, ob man sich richtig verhält, je nachdem in welcher Gruppe man Mitglied ist.

Sollte ich mich als Frau so verhalten? Sollte ich mich als Studentin so verhalten? Sollte ich mich als Sportlerin so verhalten? Sollte ich mich als Schwester so verhalten?

Also habe ich mich auch gefragt, ob ich mich als Veganerin richtig verhalte.

Mein Geständnis: Ich finde, dass mein Lebenswandel zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist und ich bin so dankbar, dass ich mich getraut habe. Oft werde ich fragend angeschaut, aber das verändert meinen Willen und meine Überzeugung nicht.

Allerdings will ich niemanden konvertieren. Ich selbst bin nicht durch Zwang zur Veganerin geworden und ich glaube nicht, dass Zwänge generell funktionieren.

Ich kann Fleisch nicht riechen, geschweige denn hinsehen, wenn Leute es essen. Wenn ich in die Kühlabteilung des Supermarkts sehe, werde ich traurig. Ich kann nicht Nicht-Sehen, selbst wenn ich es wollen würde. Wissen brennt sich einfach ein.

Aber ich will niemanden gegen seinen eigenen Willen überzeugen. Wenn Leute Fragen stellen und neugierig sind, antworte ich gerne und erzähle. Aber mich anderen Leuten aufzudrängen, da fühle ich mich einfach sehr unwohl.

Bin ich deswegen dann keine richtige Veganerin?

 

Du bist die Lösung, die Rettung, das Licht, das Wasser, der Wind. Ich seh‘ deine Lippen, dein Lachen und meine Wunden, die verschwinden, das Brennen vergeht. Wo warst du die letzten Jahre, mein Liebling, nur wo?

Nur du, du, du wirst mich eretten. Nur du, du, du schenkst mir den Sinn.

Hab keine Hintergedanken, niemals werd‘ ich dir was tun. Mein Liebling, meins, reiß‘  doch deine Mauern ein.

Vertrau mir, niemals mehr wirst du allein sein.

Niemals werd‘ ich dich ziehen lassen.

Wenn ich den Fehler begehe, verzeihst du mir , ich tue das, was du dir wünschst. Ich schenk‘ dir all die Sterne und werf‘ dir Briefe nach. Nur Liebling, vertrau‘ mir jetzt.

Ich finde Jammern blöd und unproduktiv. Was passiert schon, wenn ich mich aufrege bei meinen Freunden oder meiner Familie? Wir diskutieren darüber, aber wirklich ändern tue ich nichts, außer, ich schaffe mir einen Schlachtplan, aber das kommt selten vor. Denn wenn ich schon eine Lösung habe, brauche ich ja nicht zu jammern.

Früher habe ich die Universität heiß geliebt. Sie war mein größter Schatz, mein Antrieb. In der Volksschule wurde mir gesagt, dass ich es niemals bis dahin schaffen würde und vielleicht kennst du das – wenn Leute behaupten, dass du etwas nicht schaffen kannst, ist genau das die größte Motivation. Zu Beginn wollte ich es noch diesen anderen Leuten zeigen, am Schluss habe ich mir selbst bewiesen, dass ich es kann. Ich bin alleine nach Wien ohne Plan von irgendetwas und habe mich durchgekämpft.

Seit ein paar Monaten schwirren mir aber Gedanken durch den Kopf, die mich sehr belasten. Anfangs wollte ich mit niemandem darüber sprechen, ich kann doch meine große Liebe nicht anzweifeln…

Ich studiere Deutsch, Psychologie und Philosophie um Lehrerin zu werden. Mir macht es Spaß, mit Kindern und besonders mit Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Mehr als die Hälfte meines Studiums habe ich abgeschlossen und seit einigen Monaten arbeite ich mit Jugendlichen intensiver zusammen (Hier kannst du alles über meine Freiwilligenarbeit nachlesen!). Durch diese Praxis habe ich eine neue Lupe bekommen, mit der ich mein Studium betrachte… Eine Sorge erreicht mich immer und immer wieder:

Sind meine Lehrenden wirklich kompetent? Je weiter ich im Studium voranschreite, desto öfter sehe ich Personen an der Universität, bei denen ich mich frage: „Wie habt ihr diesen Posten bekommen?“ Asoziales Verhalten, herablächeln und Sarkasmus soweit das Auge reicht.

Ich bekomme unterrichtet, dass ich meine zukünftigen Schüler und Schülerinnen komplex behandeln soll. Mir Gedanken machen soll, wie es ihnen geht und wie mein Verhalten sie beeinflussen könnte. Fünf Minuten später macht sich genau dieser Lehrende über einen Studierenden lustig. Ich sitze in meinem Kurs und frage mich, ob ich gerade in der Trueman-Show bin – was zur Hölle ist hier los?!

Im Titel dieses Blogeintrags habe ich mein Studium in Wien mit Mordor und dem einen bösen  Ring aus der Herr der Ringe verglichen, das ist natürlich überspitzt. Wenn die Leidenschaft für mein Studium erloschen wäre, hätte ich es schon längst abgebrochen. Die Sache ist aber die, dass ich das Ziel meines Studiums ja erreichen will. Ich werde eine Lehrerin sein, das weiß ich ganz genau. Sind das also dann Selbstzweifel oder Zweifel am System?

Dass mein Weg so verlaufen würde, habe ich nicht gewusst. Vielleicht gehört das dazu.

Momentan gefällt mir der Weg nicht so ganz. Vielleicht tut er das aber bald wieder.

Wie geht es dir mit solchen zweifelnden Gedanken? Kennst du das?

Mein Lieblingspodcast „Be Sheroic“ hat zu diesem Thema auch einen Beitrag gemacht, vielleicht willst du ja reinhören: