Spring‘ einfach verdammt

Du liegst am Boden. Du stehst auf, aber es tut weh. Deine Knie bluten. Am besten wäre es, wenn du umdrehst und endlich nach Hause gehst. Du weißt doch, dass es nicht klappen wird. Wie sollst du es schon auf die andere Seite schaffen? Dass du dich endlich veränderst – das wird nie passieren.

Es ist kalt und dunkel, der Wind heult. Du kriegst Gänsehaut.

Langsam funktionieren deine Ohren wieder und du hörst Wasserrauschen… Ein Fluss ist in der Nähe. Du stehst auf und spürst, wie es in deinem linken Knie zieht. Du blutest und es hört nicht auf.

Barfuß tappst du hin zum Fluss, steigst auf Brennnesseln und kratziges Gras. Langsam gehst du voran, viele Steine blockieren den Weg zum Flussufer und du hast große Mühe, nicht auszurutschen. Das Wasser fließt dunkel und verführerisch. Überwinden kann man den Fluss nicht, ohne nicht auch zugleich einen sanften Tod zu erhalten. Gib’s also gleich lieber auf.

Plötzlich bemerkst du ein Knurren. Auf der anderen Seite des Flusses steht ein weißer Wolf. Er dürfte dich schon länger im Auge haben – er fletscht die Zähne. Selbst wenn du die andere Seite erreichen würdest, wärst du tot.

Du denkst: „Ich werde verbluten.“

Du denkst: „Ich rutsche auf den Steinen aus und falle in den Fluss.“

Du denkst: „Ich werde ertrinken.“

Du denkst: „Ich werde vom Wolf gefressen.“

Du beißt auf deine Unterlippe und kneifst die Augen zusammen, damit die Tränen keinen Weg finden. Das ist die Endstation, das war’s…

Hör mir zu: Worauf wartest du?
SPRING‘ EINFACH VERDAMMT.

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Spürst du es nicht? Ein Feuer erwacht in dir, es leuchtet in der tiefen Nacht. Das ist Mut, das ist Glaube, das ist Kraft.

Du springst über den Fluss, ertrinkst eben nicht.

Du siehst deine Füße an, die dich nicht ausrutschen haben lassen.

Du siehst dein Knie an, die Blutung hat endlich aufgehört. Schön ist der Anblick nicht, aber das Gröbste ist geschafft.

Dann ist da noch der Wolf. Jetzt siehst du ihm in die Augen, du hast keine Angst mehr.

Der Wolf aber sieht lange dich an, kehrt dir den Rücken zu und rennt in den dunklen Wald zurück. Er will dich gar nicht fressen.

Von so vielen Dingen warst du überzeugt, hast gedacht, es ist anders einfach nicht möglich. Bisher hat  es ja auch niemand geschafft.

Sieh‘ dich nun an. Du hast es geschafft.

Wenn du niemals etwas wagst, wird es keine Veränderung in deinem Leben geben. Verlerne nie das Springen.

Nachdenkliches

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