Ich habe schon von Filmen geschrieben, die mein Leben verändert haben, heute präsentiere ich dir drei Songs, die mein Leben geprägt haben.

  1. Falco: Jeanny. Das war mein Erwachen mit 11 Jahren. Ohne diesen Song wäre ich nicht die Pia von heute, deswegen kriege ich immer noch Gänsehaut, wenn ich es höre. Ich habe mitgesungen, mitgesprochen, den Text aufgeschrieben. Dass es um ein Verbrechen geht, war mir nicht so wichtig, weil ich beim Zuhören etwas gefühlt habe wie noch nie zuvor. Die Melodie, der Refrain – für mich ist es einfach ein Lied der Ewigkeit. Und deswegen beginnt auch meine E-Mail-Adresse mit jeannypi@ (Jeanny und Pi und ein @-Zeichen, das für ein A steht, wie kreativ, nicht wahr?). Habe auf meinem iTunes-Zähler nachgesehen, angeblich habe ich das Lied ganze 1.098 Mal wiedergegeben. Ich verwende meinen iPod aber seit einigen Jahren nicht mehr und bin auf Youtube umgestiegen – wie hoch die Zahl tatsächlich ist, will ich fast gar nicht wissen. Danke Hans für dieses Wahnsinnslied!!!

Wer hat verloren?
Du dich?
Ich mich?
Oder,
oder wir uns?

 


  1. BTS: Save Me. Meine Lieblingsband habe ich schon oft erwähnt und ein Lied, das mich schon lange begleitet ist Save Me. Als ich es zum ersten Mal gehört habe, habe ich gedacht, dass Wale auch mitsingen (hör es dir an, es ist ziemlich witzig). Hier die Übersetzung aus dem Koreanischen:

    Today the moon shines brighter on the blank spot in my memories
    It swallowed me, this lunatic, please save me tonight
    Within this childish madness you will save me

    I knew that your salvation
    Is a part of my life and
    the only helping hand
    that will embrace my pain

     Thank you for making me myself
    Making me be able to fly
    For giving me wings
    For waking me from being suffocated
    For waking me from a dream
    which was all I was living in


3. Final Fantasy: X To Zanarkand. Dieser Song löst in mir auch etwas aus, das ich nicht so recht beschreiben kann. Es fühlt sich an wie die Credits am Ende eines Filmes, wenn alles vorbei ist. Ich finde es aber nicht traurig, sondern ermutigend: einen langen Weg hat man überwunden, anstatt leichtfüssig aufzugeben. Klingt es dramatisch, wenn ich hoffe, dass dieses Lied bei meiner Beerdigung gespielt wird?

Du vermisst mich, ich weiß, ich weiß. Ich bin stark, ich weiß, ich weiß. Ich schreck‘ dich ab, ich weiß, ich weiß.

Kleiner, erzähl mir doch mal was Neues.

Du siehst mich zögernd an und ich sehe die Angst. Eine Stiege des Erfolgs wurde zu meiner Rolltreppe und du bliebst alleine dort. Achtung, Sicherheitsabstand, tritt‘ ein wenig zurück. Die Wände beben, der Putz fällt ab und du siehst weg. Beine schlottern, Stimme bricht und du flüsterst: „Das kann ich nicht.“

Und so klärt sich das Mysterium, wieso du es nie zu was bringen wirst. Ich verrat dir was, Kleiner: Es ist schwer. Es stinkt. Es tut weh. Schau genau zu und lerne – mehr zu geben, das ist das große Geheimnis.

Bewundern, das tust du mich. Du sagst mir, dass ich so stark bin. Wieso darf ich dann nicht zu deiner Stärke werden? Ein Lichtlein für deine immerwährende Dunkelheit werden?

Du sagst nein und aus deinem Lächeln tropft das Mitleid heraus. So soll es sein, geh weg und bleib dort. Wehe dir, denn, sie alle kommen früher oder später zu mir zurück.

Du drehst dich um und schreist mir zum Abschied noch was zu, aber du siehst nur das Dunkle. Was, bist du erstaunt, dass ich selbst aus der Dunkelheit komme? Dass wir beide gar nicht so verschieden sind?

Da wollte doch die Dunkelheit für dich zum Licht werden und du kriegst Bauchweh. Ich nehme die Maske endlich ab… Schwarz steht mir doch am besten, das sagtest auch du.

 

 

 

Mein Name ist Latros. Das kühle Wasser fließt jeden Tag um mich und ich sehe leicht unter dem Vorsprung hervor. Hier verstecke ich mich. Schon immer.

Ich weiß nicht, wie ich hier gelandet bin. Jeden Tag hause ich in der Dunkelheit. Die Fische haben Angst vor meiner Gestalt, aber manchmal fließt eine Plastikflasche zu mir.

Ihn beobachte ich seit einigen Minuten. Er hat Steine in den Fluss geworfen, dadurch hat er meine Aufmerksamkeit erregt.

Ich beobachte ihn. Er fesselt mich, aber anders… Er ist nicht so wie die anderen. Ich will ihn hinabbringen, zu mir in die Dunkelheit. Ihn nur anzusehen reicht mir nicht.

Ich spüre, wie er den Vorsprung betritt und ich versuche zu erahnen, wo sich seine Füße gerade befinden.

Ich packe zu und ziehe ihn hinab. Das kühle Wasser streichelt sein blau werdendes Gesicht. Ich sehe ihn genauer, weil die Luftblasen um sein Gesicht herum immer weniger werden. Jetzt ist er hier bei mir.

Eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinen 20 Jahren auf dieser Erde gelernt habe:

Promote what you love, don’t bash what you hate. (Lilly Singh, How To Be A Bawse)

Ich bin also nicht so der große Fan von Disstracks. Wieso sich mit Dingen beschäftigen, die man hasst? Und das nehme ich mir zum Vorbild an diesem ganz besonderen Tag für mich. Heute ist der 18. September 2017 und weißt du, was das heißt?

Für dich vielleicht ein ganz normaler Montag, für mich der Tag, an dem meine Lieblingsband Bangtan Sonyeondan, kurz BTS, ihr neues Album, LOVE YOURSELF rausbringt. Ja, das ist eine koreanische Band und ja, es ist mir herzlich egal, dass ich nichts verstehe. Für mich hat Musik nichts mit dem Verstehen von Wörtern zu tun, sondern mit einem Gefühl.

Ich befinde mich gerade am Weg in die Arbeit und werde bis zum späten Abend nicht dazukommen, mir das Album anzuhören, was mich jetzt schon verrückt macht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, weil ich ganz genau weiß, wie viele Millionen Mal ich die Lieder anhören werde.

Einen guten Vorgeschmack habe ich schon bekommen, weil die Band vor der Veröffentlichung ihrer Alben immer einen Comeback-Trailer hochlädt, damit alle Fans ausrasten. Würde ich als total sympathische, erfolgreiche siebenköpfige Boygroup aus Südkorea vermutlich genauso machen.

Du weißt also, wie mein heutiger Tag noch aussieht. Wie sieht denn deiner aus? Hättest du vielleicht Lust, neue Musik zu entdecken? Denn wenn ja, immer weiter:

 

Früher war das Thema Kleidung für mich immer unangenehm. Ich habe einfach das angezogen, was mir gefiel (zumindest dachte ich das). Dass Kinder und Jugendliche manchmal grausam sein können, weißt du sicher und so erhielt ich über die Jahre den einen oder anderen Kommentar, der mich sehr verletzt hat:

„Du ziehst dich an wie ein Junge.“

„Hast du das von deiner Oma bekommen?“

„Ist dein normales Gewand im Wäschekorb?“

Vermutlich war es nicht allzu böse gemeint, für mich haben sie sich aber bis auf alle Zeiten in meinem Gedächtnis eingebrannt. Ich interessierte mich über die Jahre für Mode, besonders aus dem asiatischen Bereich, aber was „mein“ Kleidungsstil ist, wusste ich lange nicht. Vor mittlerweile über einem Jahr bin ich auf die Konmari Methode gestoßen.

Ich nahm also jedes meiner Kleidungsstück vom Kleiderhacken, nahm es in die Hand und fragte mich, wie ich es wirklich fand. Wie fühlt sich der Stoff an? Was denke ich, wenn ich es berühre? Freue ich mich? 

Anfangs fand ich das schon ziemlich seltsam, wieso sollte ich Kleidung besitzen, die ich nicht wirklich mag? Aber trotzdem hatte ich erstaunlich viele Klamotten, in denen ich mich unwohl und hässlich fühlte. Ich hatte öfters solche Gedanken: „Dieses T-Shirt kann ich nur mit dieser Hose anziehen und dann brauche ich noch die Weste und- Scheiße, die ist in der Wäsche!“ Kennst du das auch?

Diese komplizierten Gedanken wollte ich vermeiden für die Zukunft und daher trennte ich mich. Viele dieser Dinge hingen schon lange im Schrank und ich trug sie nur alle paar Vollmonde, aber sie tatsächlich auszusortieren und Platz zu machen für Dinge, die mir wirklich gefielen, auf diese Idee bin ich nie gekommen. Größtenteils habe ich alles gespendet, weil ich mir erhoffe, dass es jemanden gibt, der mehr Freude daran hat als ich.

Es war ein monatelanger Prozess, weil ich oft weiche Knie bekommen habe und dachte: „Och nö, nein, das ziehe ich sicher nochmal an.“ Als wieder Wochen ins Land gezogen sind, habe ich aufgegeben. Ich habe gelernt, dass ich viele Farben zwar mag, aber sie nicht unbedingt anziehen möchte.

Jetzt lebe ich sehr minimalistisch und habe einen Capsule Wardrobe, falls dir das etwas sagt. Ich besitze nur mehr ein Fünftel meines ursprünglichen Schranks, aber alles passt zusammen – wie ein Wunder. Die Kleidungsstücke, die ich liebe und am liebsten jeden Tag anziehen will, weil sie gemütlich, schön und praktisch sind, passen alle zusammen.

Mein Kleidungsstil war immer schon da, ich habe ihn nur nicht genau genug hingesehen.

Witzig ist, dass ich seitdem Komplimente für meine Kleidung bekomme. Umgehen kann ich damit aber nicht so recht, weil ich immer noch die Sticheleien von früher im Kopf habe. Ich frage mich: „Was, ich und guter Geschmack was Mode angeht? Kann nicht sein.“

 

Alles beginnt an einem Bahnhof.

Die Aufenthaltshalle ist vollgestopft mit Leuten, die über die Feiertage verreisen oder wieder nachhause zurückkehren. Ruhig ist es nicht. In den Fenstern und Türen sieht man, wie der Schnee leise hinabfällt und die graue Stadt nun ein wenig weißer wird.

Sie hat einen Rucksack auf dem Rücken, trägt zu viele Taschen in der Hand und versucht auch noch einen Rollkoffer hinter sich zu ziehen. Der warme Anorak färbt ihre Wangen rot und sie verflucht ihre Einpackkünste. Sie würde nie lernen, nur das Wichtigste mitzunehmen und die Geschenke für ihre eigene Familie kann sie wohl schlecht liegen lassen. Langsam stapft sie zu der Rolltreppe, um hinauf zum Bahnsteig Sieben zu fahren.

Er sitzt in einem Zug, der bereits seit vielen Minuten abgefahren sein sollte, aber eine Weichenstörung verzögert die Weiterfahrt. Er hatte einen Platz reserviert, doch nun steigt eine Mutter mit Kind ein. Sehr gestresst wirkt sie, daher gibt er seinen Sitz auf und geht zu der Zugtür. Nun würde er zusätzlich zu sechs Stunden Arbeitszeit in einem Kaufhaus auch noch eine halbe Stunde im Zug stehen…

Er sieht aus dem Fenster und entdeckt eine große Sieben, der Bahnsteig, der eigentlich schon seit vielen Minuten verlassen hätte werden sollen. Draußen kann er aber beobachten, wie noch viele zu dem Zug rennen und ihn knapp erwischen. Langsam entsteht ein Gedränge. Er freut sich trotzdem irgendwie, auch wenn er selbst zu spät kommt. Eigentlich wollen doch nur alle nachhause. Endlich Ferien.

Sie kommt auf dem Bahnsteig an und sieht, dass ein anderer Zug noch nicht abgefahren ist und daher der Zug, den sie nehmen muss, verspätet ist. Wütend wirft sie Rucksack und Taschen zu Boden. Die anderen Leute am Bahnsteig sehen sie verwundert an, aber sie ignoriert es. Stattdessen sieht sie verärgert den Zug an, der an alledem schuld ist. Der ganze Plan war umsonst, sie hätte sich nicht so beeilen müssen. Der kalte Wind macht die Situation nicht besser.

Die Zugtüre vor ihr geht auf und sie sieht, wie viele Menschen dichtgedrängt stehen und nur darauf warten, dass es endlich weitergeht.

Die Türe öffnet sich plötzlich wieder und ein kalter Windstoß weht ihm direkt ins Gesicht.

Da sehen die beiden Helden sich nun zum ersten Mal in die Augen, er aus dem Zug blickend und sie hinein… Braune Augen treffen auf Eisblaue.

Und dann klingelt ihr Handy, sie hebt ab.

Die Türen schließen sich endlich, er drängt sich weiter in die Menschenmenge hinein.

Der Zug fährt endlich ab.

Warte – dachtest du etwa, dass sich unsere beiden Helden heute schon über den Weg rennen? Dachtest du, dass ihre gemeinsame Geschichte beginnt? Nein, nein, momentan haben sie und er noch andere Sorgen im Kopf. Andere Träume, andere Liebesgeschichten. Sie werden noch viel erleben, Rückschläge wie Erfolge. Er wird die Hoffnung aufgeben, eine Komplizin zu finden und sie wird schon bald in eine andere Stadt ziehen. Gedulde dich, es dauert nicht mehr lange, bis sie sich begegnen, diesmal wirklich begegnen.

In meinem vorigen Blogeintrag habe ich erwähnt, dass ich früher viel Schlechtes geredet habe, aber auffälligerweise mehr über Frauen als Männer. Kommt dir das vielleicht auch bekannt vor?

„Sie ist eine Schlampe.“

„Sie ist prüde.“

„Sie trägt kurze Röcke.“

„Sie trägt lange Röcke.“

Weitergebracht haben mich diese Aussagen natürlich nicht. Meine Meinung heute dazu: Noch unnötiger, als die Wiederverschließbarkeit für Schokoladentafeln. Seien wir ehrlich: Ich esse sie auf einmal auf.

Mir geht es einfach nicht in den Kopf, wieso manche Frauen andere Frauen so sehr verurteilen…  Von Giftblicken, Augenrollen, zum Zischen der Zungen hinter dem Rücken:

„Hast du gehört, sie hat schon wieder einen Neuen.“

„Hast du gehört, sie ist noch Jungfrau!“

„Sieh sie dir an, voll viel Schminke trägt sie da schon wieder!“

„Sieh sie dir an, sie ist voll ungeschminkt.

Wenn du in letzter Zeit so etwas gesagt hast, möchte ich dir eine Frage stellen: Kann man es dir überhaupt recht machen? Weißt du, wie eine Frau zu sein hat? Wie wäre das Verhalten deiner Meinung nach korrekt?

Heute ist mir bewusst, wie viele Chancen für Freundschaften ich mit diesem Verhalten verhindert habe. Anstatt Feinde zu erschaffen sollte man Verbündete finden. Und ich meine damit nicht, dass Frauen sich gegen Männer verschwören sollten – wir sind alle in einem viel größeren Team und das nennt sich Team Menschheit. Lästern verschwendet Zeit, die wirklich sinnvoller genutzt werden kann. Zum Beispiel eine Schokoladentafel auf einmal zu essen.

Ich will mit euch allen zusammenhalten, weil ich uns Frauen cool finde. Tut mir leid, wenn ich dir mal ein komisches Gefühl vermittelt habe. Ich war unsicher, eifersüchtig und anstatt dir ein Kompliment zu machen, haben giftigen Gedanken meinen Kopf verpestet…

Ich möchte nun einer guten Freundin von mir ein Kompliment machen: Wir kennen uns seit einigen Jahren, aber so richtig gut erst seit kurzer Zeit. Kommen wir gleich mal zum Knackpunkt: Du bist die stärkste Frau, die mir bisher über den Weg gelaufen ist. Und wenn ich ganz ehrlich sein darf, ist mir auch noch kein Mann begegnet, dem ich es zutraue. Von außen betrachtet kann man leicht den Fehler machen und dir diese Kraft nicht zutrauen – aufpassen sollten diese Idioten! Du bist witzig, verrückt und kreativ. Wenn wir miteinander sprechen versuche ich jedes einzelne Wort aufzusaugen… Damit ich von dir lernen kann! Danke, danke, danke 🙂

Lilly Singh, auch unter Superwoman auf Youtube bekannt, hat zu dem Thema Frauenhass Videos produziert und schließlich auch eine Kampagne gegründet:  #spreadgirllove

Kleine Reflexion, wenn du noch Lust hast: In diesem Musikvideo meint ein Junge zu einem Mädchen: „Ich mag dich, du bist nicht so wie die meisten Mädchen“. Ich fand diese Aussage eigentlich nicht schlimm, bis ich das Lied auf mich wirken habe lassen…