Die tief schlummernde Angst beim Frisörbesuch

Ich kann doch nicht die Einzige sein, die sich beim Gang zum Frisör lieber drei Mal überlegt, ob es denn tatsächlich wieder soweit sein soll. Wirklich das Risiko eingehen und die wertvolle Haarpracht in die Hände eines anderen Menschen legen?

In meinen zarteren Jahren war die Frage nach dem Haarschnitt von der Frisörin an mich immer: „Und, gefällt dir die Frisur?“. Dieser Satz ist mein Kryptonit. Denn nein, natürlich gefällt es mir nicht. Ich wollte eine neue Frisur haben und kein Vogelnest, das sich in meinem Nacken versteckt und mich anhüstelt.

„Was haben Sie da mit dem Föhn gemacht, wieso sehen meine Haare aus, als wäre ich vom prasselnden Regen in ein überhitztes Einkaufszentrum gelaufen und vom Heizungsgebläse einmal ordentlich belästigt worden!?“

Sage ich. Natürlich nicht.

Früher hatte ich sehr lange Haare und natürlich hat ein Frisör das Talent, dir einzureden, dass 15cm Spliss einfach weg müssen. Jedes Mal brauchte ich dann einen mental talk, um mir (nicht erfolgreich) einreden zu können, dass das in einem Monat eh alles nachgewachsen ist. Für mich war die Zeit mit langen Haaren sehr dunkel und vor allem verknotet, daher habe ich mich dazu entschlossen, sie abzuschneiden.

Freundinnen fragen mich, was der Vorteil an kurzen Haaren ist: kurz gesagt (hehe) rundum sparen zu können. An Zeit, am Shampoo und an Nerven. Auch diese desillusionierten Aktionen, wie zum Beispiel sich spontan dafür zu entscheiden, die Haare doch zu glätten, obwohl ich schon längst aus dem Haus sein müsste, weil ich spät dran bin. Mit kurzen Haaren bleibt man realistisch.

Meine Frage zum Schluss an dich: Kennst du auf dieser großen, weiten, bunten Welt eigentlich diesen einen Menschen, der rundum zufrieden und glücklich beim Frisör wieder rausgeht?