„You’re so pale, Pia. Wanna go out on a date with me?“

Als ich diese Worte im Mori Tower hörte, musste ich lachen. So eine Anmache würde in Österreich niemals ziehen, in Japan aber täglich erfolgreich angewandt.

Neben diesen kleinen, witzigen Unterschieden fehlt mir jetzt schon vieles…

1) Die Schönheit der Parks in Tokyo. Ich war skeptisch, da man Eintritt zu zahlen hat, aber was mich dann für ein Anblick erwartet hat, war einfach unglaublich. Vom Shinjuku Gyoen National Park, zu Koishikawa Korakuen und den Hamarikyu-Gardens, überall spürt man die Liebe zur Natur. Ich hatte das Glück, das Naturspektakel der Kirschblüten mitzuerleben – tausende Bäume erblühen, die Sonne scheint und der Frühling naht. So etwas kann man nicht mit Worten ausdrücken, das muss man einfach selbst erleben.

2) Ich vermisse es, dass es meine Lieblingsmusik im Radio spielt. Jahrelang war Radio für mich dieses nervige Plörren im Auto, das ich alsbald gegen MP3-Player, iPod oder Smartphone austauschte. Aber nein, 10.000 Kilometer entfernt spielt es sie tatsächlich: Superfly, BTS, Babymetal, RADWIMPS und CNBLUE.

3) Japan definiert den Begriff von Sauberkeit für mich auf einer neuen Ebene. Ob in Parks, öffentlichen Gebäuden oder auf den Straßen – stets ist man darauf bedacht, dass nichts auf dem Boden landet. Zur Not nimmt man sogar den Müll mit nachhause, wenn von einem Mistkübel weit und breit nichts zu sehen ist. In Tokyo ist Rauchen auf den Straßen streng verboten, daher gibt es zwei Möglichkeiten, wenn man auf eine Menschentraube trifft: Entweder ist ein Sakura-Baum in der Nähe oder einer der wenigen Raucherplätze.

4) Random, aber wahr: Ich vermisse die beheizten Toilettensessel, auch wenn die komplizierten Fernbedienungen eine Qual waren.

5) Die Höflichkeit ist erstgradig mit Japan verwandt, so viel steht fest. Egal ob es sich um eine Bauarbeiterin, einen Fußgänger, einen Supermarktmitarbeiter oder einen Polizisten handelt – man begegnet sich gegenseitig mit Respekt. Bei der Zwischenlandung in Frankfurt erlebte ich beim Rückflug meinen zweiten Kulturschock… Eindeutig ein Elefant in meiner Komfortzone, dem Porzellanladen, denn nix da mit Verbeugungen, geschweige denn Entschuldigungen.

Ich wusste, dass ich in Japan viel finden werde: Inspiration, Pokémon-Merchandise und das beste Sushi auf der ganzen weiten Welt. Dass ich dort aber über ein Stück meines Herzens stolpern werde, hat mich überrascht. Gesucht habe ich es nie, trotzdem war es schön, es wiederzuhaben. Als ich allerdings das Flugzeug nach Westen betreten habe, ist dieses Herzensstück hinab auf den japanischen Boden gehüpft. „Besuch mich bald wieder“, hat es mir zugeflüstert.

Überrascht es auch nur irgendeinen, dass ich bald zurückkehre? Ich denke nicht.

Japan, I’m coming for you. Again.

BTS Geschichten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s