Lauf

Ab jetzt kein verbrauchtes Leben mehr – ein unermüdlicher Geist ward geboren. Diese zweite Chance kam ungewollt, unerwartet, unbeabsichtigt. Doch die Sonne wartet auf niemanden und die verfrühte Jagd beginnt. Ein kleines Knistern hinten in meinem Herzen, es lodert aufmüpfig, als wäre ich zu zaghaft unterwegs. Ehe ich es realisiere, verwandelt sich das warme Prasseln in ein Flüstern und spricht zu mir: „Lauf jetzt aber schnell, Kleines.“

Der Sprint hinter der Sonne her beginnt, atemlos jagend bin ich auf der Suche. Doch nach was denn eigentlich genau? Und wie lange wird es dauern, bis ich wieder zurückkann? Gibt es überhaupt ein Zurück?

Am Stärksten wirkt die Frage nach dem „Warum“, die sich wie Gift in meinem Inneren ausbreitet. Es verklebt die Seele und räuchert die Hoffnung aus. Kochend und lodernd brennt der Schein über mir auf mich und ich gebe auf. Bereit zur Kapitulation lege ich mich zu Boden und: Augen zu, Mut zu, Leben zu…

Aber Wille auf – und dieser trifft die Entscheidung. Weiter und weiter und weiter laufe ich, bis schließlich die Sonne und mein Schmerz verblasst und ein anderes, kühleres Licht auftaucht. Der Wind schmiegt sich weich um meinen Körper und schickt mir den kraftbringenden Wink hinauf zum Mond. Er grüßt mich und ich laufe weiter. Und weiter und weiter und weiter.

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