Juhuuuuuu! Im Zuge meiner Freiwilligenarbeit beim Lernprojekt UniClub des Kinderbüros der Universität Wien war ich bei der Preisverleihung für den „Sustainability Award“, der Hochschulprojekte auszeichnet, die sich nachhaltigen Themen widmen. Und unser Projekt hat in „Studentische Initiativen“ gewonnen…

Als wäre das nicht schon genug, durfte ich als Krönung auch noch einen Gastbeitrag für den univie Blog schreiben! 🙂

Wenn du Interesse hast, kannst du reinlesen, würde mich und das Team sehr freuen!

Lies mich, ich kann dein Leben verändern.

Eigentlich kann ich Fettnäpfchen gut ausweichen, weil ich planen und recherchieren liebe. Trotzdem erwischt einen im Leben früher oder später einfach alles. Ich will gar nicht näher darauf eingehen, sondern dir sagen, was du tun solltest, wenn du in ein Fettnäpfchen trittst. Oder anders gesagt: Mach nicht denselben Fehler wie ich.

  • Am Wichtigsten: Atmen, atmen, atmen. 
  • Weniger denken, wie beschissen das jetzt war, sondern bei den betreffenden Personen entschuldigen.
  • Seit nicht zu hart zu dir selbst… Genau an dem muss ich wirklich noch verstärkt arbeiten. Endlich.

Am Ende kommt man natürlich verschlammt und dreckig auf der anderen Seite des Fettnäpfchens heraus. Die Frage ist, wie du darauf reagierst, für welche Emotionen du dich entscheidest und, ob du etwas daraus lernst.

Manchmal ist es aber auch okay, wenn man es einfach richtig beschissen findet… Kopf hoch, das wird schon! 🙂

Jemanden und all seine Handlungen zu idealisieren ist kritisch.

Idole können weh tun.

Sie können dich enttäuschen.

Früher fand ich die Idee toll, Idole in meinem Leben zu haben und sie als Motivation zu verwenden. Sie haben mich jahrelang begleitet, ich habe zu ihnen aufgesehen, sie angefeuert und von ihnen gelernt.

Mit den Veränderungen des Lebens geschahen aber auch Wandel in den Wesen, in meinem und in ihrem. Es ist schwierig von einem Menschen zu verlangen, sich niemals zu verändern. Wenn dann also nun so eine Veränderung stattfindet und dich verletzt, kann es auch schwierig sein, damit umzugehen.

Ich habe daran nicht gedacht und es verdrängt, ich habe gelogen darüber, dass es mir damit nicht gut geht und ich habe versucht, an meinem Mindset zu tüfteln. Ich habe versucht, mir die Schuld dafür zu geben.

War das klug? Hat mir das gut getan?

Nein.

Überlege dir also gut, wer dein Idol ist.

Früher hatte ich viele Idole, viele die mir geholfen haben zu der Frau zu werden, die ich heute bin, aber auch viele, die mich verletzt haben. Eine Weile ging es mir gut damit, zu niemandem aufzusehen, niemanden anzufeuern und mich von niemandem inspirieren zu lassen.

Jetzt habe ich wieder ein Idol, das mir dabei hilft, jeden Tag ein besserer Mensch zu werden.

Ich selbst.

Wichtig ist es, ehrlich zu sein, vor allem mit sich selbst. Es ist okay zu zweifeln, denn nur aus Konflikten kann Großes werden. Manchmal erkennt man, wo das Problem liegt und kann versuchen, etwas zu ändern. Und manchmal weiß man dann einfach nur Bescheid, auch das ist gut.

So ist das bei mir und meiner Unikrise. Seit mehreren Monaten befinde ich mich in dem Sumpf der Unzufriedenheit. So richtig reden konnte ich mit niemanden darüber: Meine Eltern würden sich unnötig Sorgen machen und Außenstehende würden, so dachte ich, sich nicht richtig hineinversetzen können. Also habe ich viel Tagebuch geschrieben und leider auch viel in mich hineingefressen. Ich habe öfters versucht, meine Perspektive zu ändern und auf die Geschichten anderer zu hören.

Vor drei Jahren wollte ich nichts weiter mehr, als studieren zu dürfen. Ich habe es mir erkämpft und war überglücklich. Leider ist es nun so, dass meine Erwartungen zu hoch waren (eine Eigenschaft, die ich mir abgewöhnen will): an der Uni gibt es nur die Klügsten der Klügsten, die Kompetentesten der Kompetentesten. Und weil ich Lehrerin werden will, gibt es natürlich auch die besten Lehrerinnen und Lehrer an der Uni.

Nun, so ist es nicht ganz. Die Uni ist auch ein „normaler“ Ort mit Highlights und Blooperreels. Manchmal landet man in guten Kursen, manchmal landet man in schlechten Kursen. Manchmal macht man Gruppenarbeiten, die einem den letzten Nerv rauben, manchmal macht man Gruppenarbeiten, die einen motivieren. Auch die Lehrenden sind einfach nur Menschen, haben schlechte Tage oder wir schwimmen nicht auf einer Wellenlänge. Manchmal hören sie sich auch gerne selbst reden.

Wenn mir eine Freundin so etwas erzählen würde, würde ich sie fragen, ob sie noch das Ende haben will – lohnt es sich noch?

Die Sache ist die, bei den meisten Ausbildungen hat man vermutlich in der Ausbildung den „Alltag“, den man später auch im Beruf haben wird. Wenn da einem jeder Tag den letzten Nerv raubt, ist das ein Alarmzeichen.

Ich studiere Deutsch, Psychologie und Philosophie um später Lehrerin zu werden und kann es nicht abwarten, Jugendlichen und jungen Erwachsenen helfen zu können. Mein Studium hat mit diesem Alltag aber nicht sehr viel zu tun. Ich weiß aber trotzdem, dass das Lehrerinnen-Dasein meine Zukunft ist – das zweifle ich nicht an.

So ist meine Unikrise nicht von Dauer, weil ich weiß, dass nur der Weg gerade schwer ist. Ich dachte, dass er immer spannend sein wird und mich antreibt (, dass er mich fordert, stimmt ja aktuell), aber diese Gefühle, die meine Krise nun ausmachen, kommen aus dem Inneren. Sie dürfen nicht abhängig sein von meiner Umgebung, weil mich das niemals glücklich machen wird.

Manchmal ist es schwer, sich so eine Enttäuschung einzugestehen. Man sagt war, dass einen rund um die Uhr das Leben stresst, dass es Dinge gibt, die einen annerven – aber wirklich ein Problem anzuerkennen ist für mich schon etwas anderes. Eine Kategorie schwerer…

Seltsam war auch für mich die Erfahrung, dass Leute in den Kursen sitzen und einen ganz anderen Eindruck davon haben können, dass sie glücklich sind mit den Lehrmethoden der Seminarleiter und Seminarleiterinnen. Instinktiv habe ich mir gewünscht, sie würden meine Missmut teilen und so könnten wir uns dann gemeinsam aufregen. Dass die Gruppe einfach mit einem selbst konform ist. Dass das niemals der Realität entsprechen kann, ist klar.

So lebe ich also mit dieser Unikrise. Seit einigen Wochen geht es mir wieder besser, weil ich aktive Entscheidungen über meine zukünftige Zeit beschlossen – wie viel Zeit ich in was investiere anhand von der Freude, die ich damit haben werde. Natürlich verändert sich so vieles…. Aber:

„Verloren zu sein ist die beste Art, um auf den richtigen Weg zu treffen.“

 

Über mein Studium habe ich schon einmal gesprochen, hier kannst du die Beiträge darüber lesen:

Ein Studium sie zu knechten, sie alle zu finden, ins dunkle Wien zu treiben und ewig zu binden

Ein ehrlicher Ratschlag für dich zum Studienbeginn

Manchmal passieren doch noch Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte. Zum Beispiel, dass einen ein Zahnarzttermin Spaß macht. Dass man sich dort wohl gefühlt hätte und, dass man dort lieber noch länger gewesen werden.

Eigentlich habe ich ihn immer gehasst. Eigentlich hatte ich immer totale Panik, wenn ich das Kalenderblatt umblätterte und in roter Schrift „Zahnarzttermin“ sah.

So tapste ich also neulich in den Raum meiner neuen Zahnärztin und war über Vielerlei erfreut: Die Anzahl der Fenster, die Duftkerzen, die Pflanzen, die Pastellfarben, das W-Lan…

Am schönsten war die positive Überraschung der Zahnärztin selbst, sie hat mir genau erklärt, was bei meinen Zähnen los ist und da ist mir erst aufgefallen, dass ich keinen blassen Schimmer habe, was mit denen eigentlich in den letzten Jahren abgegangen ist.

So verlor ich also meine extremen Angstgefühle vorm Zahnarzt. Ersetzt wurden sich durch extreme Freudengefühle…